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Berufswege ehemaliger Studierender

Dr. Andreas Berndt.
Dr. Andreas Berndt. FOTO: Dr. Sandra Starke
Zur Einstimmung auf das Jubiläum stellen wir ehemalige Studierende vor – an dieser Stelle Dr. Andreas Berndt (28) – er studierte Chemie und arbeitet heute in der Forschung und Entwicklung von Polyacrylat-Klebstoffen.

"70 Jahre Studieren in Senftenberg" - das feiern Professoren, Mitarbeiter und Studierende am Samstag, 10. Juni 2017, auf dem Campus Senftenberg zum Tag der offenen Tür der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg mit Studieninteressierten, Absolventen und Partnern. Gemeinsam wird Bilanz gezogen und in die Zukunft eines modernen Universitätsstandortes geblickt. Wer dabei sein und aktuelle Studiengänge, bestens ausgestattete Labore sowie berufliche Möglichkeiten nach dem Studium kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen und kann sich jetzt anmelden.

Für Andreas Berndt, der aus Dresden stammt, war schon lange vor dem Abitur klar, dass er Chemie studieren wollte. Eine riesige Universität wie die TU Dresden war dabei nicht sein erster Anlaufpunkt. "Argumente, die aus meiner Sicht für ein Studium in Senftenberg sprachen, waren ein passendes Studiengangangebot, der moderne und auf einen Ort konzentrierte Campus, die im Vergleich zu anderen Orten tolle Wohnsituation in den Wohnheimen, die Nähe zur Heimat und dass es doch nicht zu nah war", erinnert er sich.

Andreas Berndt fiel schon während seines Studiums in Senftenberg durch sehr gute Leistungen auf. Sein Bachelorstudium schloss er 2011 in Chemieingenieurwesen mit der Note 1,2 ab und sein Masterstudium ein Jahr darauf in Chemie mit der Note 1,1. Das beeindruckte auch Prof. Dr. rer. nat. Katrin Salchert - inzwischen Vizepräsidentin für Wissens- und Technologietransfer und Struktur der BTU Cottbus-Senftenberg.

Sie lernte den jungen Studenten so sehr schätzen, dass sie auch seine Promotion mit betreute, obwohl er diese gar nicht mehr in Senftenberg schrieb, sondern an der Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften der TU Dresden als Teil der Exzellenzinitiative "Center for Advancing Electronics Dresden". Doch mit Vergnügen begleitete sie den jungen Forscher auf seiner wissenschaftlichen Laufbahn.

Auch die Promotion schloss Andreas Berndt mit Bestnote und Auszeichnung "summa cum laude" ab. In seiner Doktorarbeit ging es um die Entwicklung neuer dielektrischer Polymere, vordergründig für den Einsatz als Dielektrikum (Isolator) in organischen Feldeffekttransistoren (OFETs). Sein Thema lautete: "Synthese und Charakterisierung lösungsprozessierbarer und vernetzbarer Methacrylat-Copolymere für den Einsatz als Dielektrika in der organischen Elektronik". Was für andere vielleicht nach unverständlicher, mysteriöser Alchemie klingt, ist für Dr. Andreas Berndt solides wissenschaftliches Handwerk. Dieses konnte er schon damals am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. anwenden. Heute kommt ihm dies als Leiter für Polymere in der Forschung und Entwicklung bei der POLY-CHEM AG in Bitterfeld-Wolfen zugute.

Seine Tätigkeitsfelder sind vielfältig. Das breite und spannende Aufgabenspektrum reicht von Neuentwicklungen hinsichtlich spezifisch nach Kundenwunsch angepasster Acrylatklebstoffe über die Qualitätskontrolle bis hin zur Kundenbetreuung. Auch Forschungsprojekte mit Instituten wie dem Fraunhofer gehören dazu. Die POLY-CHEM AG ist ein mittelständisches Unternehmen mit guten Spezialisten in allen Bereichen. In der Abteilung F&E befassen sich derzeit fünf erfahrene Chemiker und Laboranten mit den täglichen Anforderungen.

"Das Studium in Senftenberg hat mich für meinen Berufsweg mit dem nötigen Fachwissen, aber auch mit überfachlichen Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Offenheit und interdisziplinärer Denk- und Arbeitsweise ausgestattet - Soft Skills, die in der heutigen Berufswelt unabdinglich sind", macht Dr. Andreas Berndt deutlich. Besonders hebt er hervor, wie gut ihn das praxisnahe Studium auf die forschungsorientierte Berufswelt vorbereitete:

"Durch das praktische Studiensemester und weitere Praktika während des Bachelor- und Mastersemesters, konnte ich Erfahrungen an verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen sammeln. In internationalen Teams galt es, sowohl meine Teamfähigkeit und interkulturelle Kompetenzen als auch die Fähigkeit zu englischsprachlicher Kommunikation unter Beweis zu stellen."

Seine Erfolge führt er auch auf die gute Betreuung während des Studiums in Senftenberg zurück: "Anders als bei größeren Universitäten hatte man in Senftenberg einen Namen und war nicht nur eine Matrikelnummer. Dieses Studienklima sorgte dafür, dass man sich als Student sehr wohl fühlte, was nicht zuletzt Grund und Voraussetzung für ein gelungenes Studium ist. Man wurde gut gefordert, aber auch gefördert und mit Problemen niemals allein gelassen." Sein Fazit steht klar: "Ich würde mein Studium in Senftenberg jederzeit noch einmal antreten."

Zum Thema:
Das heutige fachhochschulische Bachelor- und Masterstudium der Angewandten Chemie am Standort Senftenberg der BTU Cottbus-Senftenberg bietet Zukunftsperspektiven in Unternehmen der Industrie, bei Dienstleistungsunternehmen, Behörden, aber auch in Forschungseinrichtungen. Darüber sowie über das gesamte Studienangebot der Universität können sich Interessierte unter der Internetadresse www.b-tu.de/studium/studienangebot informieren.Alles Wichtige zum Tag der offenen Tür der BTU Cottbus-Senftenberg am 9. Juni in Cottbus und am 10. Juni in Senftenberg sowie zur Veranstaltung "70 Jahre Studieren in Senftenberg" ist unter www.b-tu.de/news/tag-der-offenen-tuer und www.b-tu.de/70jahre-studiumsfb zu finden.