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Bei den Lausitzern fällt der Groschen

Die Lausitzer erhalten verhältnismäßig viel Geld vom Fiskus zurück. Die meisten legen es auf die hohe Kante oder fahren in den Urlaub.
Die Lausitzer erhalten verhältnismäßig viel Geld vom Fiskus zurück. Die meisten legen es auf die hohe Kante oder fahren in den Urlaub. FOTO: dpa
Cottbus. Elektronisch oder auf Papier? Viele Lausitzer nutzen den Computer zum Ausfüllen der Steuererklärung. Die meisten Befragten setzen sich auch selber hin – ohne Hilfe vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein. Die aktuelle Umfrage zur "Steuerserie" zeigt: Der Lausitzer benötigt mehrere Stunden für das Ausfüllen der Bögen. Und bekommt dafür ordentlich Geld zurück. Rüdiger Hofmann

Ob in der RUNDSCHAU-Serie "Steuern sparen" oder beim Telefonforum: Die Leser haben sich in den vergangenen Wochen wertvolle Tipps zum Ausfüllen ihrer Steuererklärung einholen können. Wenn es um Geld geht, werden viele hellhörig. Fast 80 Prozent der 360 befragten Umfrageteilnehmer haben die Steuerserie in der RUNDSCHAU gelesen und machen auch eine Erklärung. Beim Telefonforum riefen sogar rund 50 Leser innerhalb von zwei Stunden an.

Bei der abschließenden Umfrage zum Thema hat sich gezeigt: Selbst ist der Mann - oder die Frau. So füllen fast 60 Prozent der Befragten ihre Steuererklärung selber aus. Lohnsteuerhilfevereine oder einen Steuerberater nutzt etwa jeder Fünfte. Offensichtlich lösen inzwischen immer mehr elektronische Angebote das Ausfüllen der Papierbögen ab. Deutlich mehr Lausitzer nutzen die Formulare aus dem Internet, nur noch wenige kämpfen sich manuell durch den gesamten Papierkram.

Die meisten Fragen hatten sowohl die Teilnehmer an der Umfrage als auch die Anrufer beim Telefonforum zum Thema Rente. Muss ich als Rentner eine Erklärung ausfüllen? Die Steuerberater sind sich einig: Wenn man vor 2005 bereits Altersrente bezogen hat, fällt bei Renten bis etwa 1500 Euro brutto im Monat keine Einkommensteuer an, sofern keine weiteren Einkünfte vorliegen. Ab 2005 sinkt dieser "Grenzbetrag" in Höhe von 1500 Euro wegen Rentenanpassungen jährlich um etwa zwei Prozent.

Zweiter Themenschwerpunkt lag in der Abrechnung von Fahrtkosten: Hier gilt generell: Wer mit dem eigenen oder zur Nutzung überlassenen Pkw von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte unterwegs ist, kann 0,30 Euro pro Kilometer abrechnen, allerdings nur für die einfache Entfernung.

Für die Lausitzer ebenfalls interessant: die Abrechnung von Weiterbildungskosten. Steuerpflichtige Arbeitnehmer können Fortbildungskosten in voller Höhe als Werbungskosten geltend machen. Die Ausgaben für eine erste Ausbildung oder ein Erststudium ohne Ausbildungsdienstverhältnis können bis zu 6000 Euro jährlich als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Lästig erscheint vielen der Zeitaufwand, sofern man seine Erklärung akribisch ausfüllen will. Die meisten Befragten benötigen mehrere Stunden zur Fertigstellung. Jeder Vierte sitzt sogar einige Tage, um gewissenhaft seine Angaben zu tätigen und schließlich möglichst viel Geld vom Fiskus zurückzubekommen. Das scheint sich aber auch zu lohnen: So sagen immerhin zwei Drittel, sie würden in den meisten Fällen Geld vom Staat zurückerhalten oder müssten zumindest nichts nachzahlen. Rückzahlungen muss lediglich jeder Zehnte vornehmen.

Erstaunlich sind die Summen, die wieder in den Geldbeutel fließen. Jeder Vierte bekommt mehr als 1000 Euro zurück. Ein beträchtliches Sümmchen, das viele Lausitzer gleich wieder auf dem Konto anlegen und zum Sparen nutzen oder sich eine Urlaubsreise davon gönnen. Einige Umfrageteilnehmer begleichen mit dem "zurückgewonnenen" Geld alte Rechnungen - hoffentlich nicht mit dem Finanzamt.

Spezielle Steuertipps hatten nur wenige auf Lager. Ein wichtiger Rat klang aber dennoch an: Jeden Beleg als Nachweis für das Finanzamt aufheben, also beispielsweise Fahrten zu Ärzten, medizinische Behandlungsbescheinigungen oder die Abrechnung von Handwerkerleistungen. Nur so kann es auch Geld zurückgeben. Bei der Nutzung von Steuerprogrammen im Internet sollten die Erfahrungen anderer Nutzer gelesen und mit zum Teil kostenfreien Programmen verglichen werden.

Übrigens: Am 1. Juni 2015 (der übliche 31. Mai fällt auf einen Sonntag) ist die Abgabefrist der Steuererklärung für das Jahr 2014. Die Einkommensteuererklärung muss immer bis zu diesem Termin des auf den Veranlagungszeitraum folgenden Jahres abgegeben werden, wenn man grundsätzlich zur Abgabe verpflichtet ist oder vom Finanzamt veranlagt wurde. Für alle Steuerpflichtigen, die die Steuererklärung 2014 beziehungsweise den Lohnsteuerjahresausgleich 2014 von einem Steuerberater erstellen lassen, gelten Fristverlängerungen bis zum 31. Dezember. Sollte man es nicht schaffen, seine Steuererklärung termingerecht beim Finanzamt einzureichen, kann ein begründeter Antrag auf Verlängerung der Abga befrist gestellt werden.