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Am Nachbarn vorbeigefunkt

Wird der WLAN-Router vom Funknetz der Nachbarn oder anderen Geräten im Haushalt gestört, läuft das Internet langsamer und unzuverlässig.
Wird der WLAN-Router vom Funknetz der Nachbarn oder anderen Geräten im Haushalt gestört, läuft das Internet langsamer und unzuverlässig. FOTO: Weigel/dpa
Berlin. Trotz einer hohen Datenrate läuft das Internet bei vielen Nutzern langsam. Es gibt mehrere Faktoren, die dafür verantwortlich sein können. Mit ein paar simplen Tricks kann die Surf-Geschwindigkeit jedoch deutlich erhöht werden. Tobias Hanraths

Gut funktionierendes Internet zu Hause ist für viele wichtig. Umso ärgerlicher, wenn es langsam oder unzuverlässig arbeitet. Zum Glück lassen sich viele Netzwerkprobleme ohne großen Aufwand lösen. Es gibt aber auch Fälle, in denen nur ein Providerwechsel hilft.

Wer seine Geräte per Kabel vernetzt, hat in der Regel wenig Probleme mit schlechten Verbindungen. In den meisten Haushalten kommt aber WLAN zum Einsatz, viele Endgeräte lassen sich anders gar nicht mehr verbinden. Und dann wird es kompliziert. Denn mit der Drahtlosübertragung kommen zahlreiche Fehlerquellen ins Spiel.

Mikrowelle stört Router

Wie schnell das WLAN arbeitet, hängt oft von Kleinigkeiten ab. Als erste Maßnahme empfiehlt das IT-Fachmagazin c't daher, den Router möglichst in der Mitte der Wohnung aufzustellen und mit der Ausrichtung der Antennen zu experimentieren. Geschwindigkeitstests wie etwa speedof.me oder speedtest.net helfen bei der Netzwerkanalyse, für Tablet-PCs und Smartphones gibt es Gratis-Apps wie Wifi Analyzer (Android) oder Network Analyzer Lite (iOS).

Selbst mit einem gut aufgestellten Router und optimal ausgerichteten Antennen kann es aber passieren, dass nur ein Bruchteil der eigentlich möglichen Datenrate zur Verfügung steht. Ursache dafür können Funkstörungen sein. Denn die Übertragung im WLAN läuft über die Frequenzbänder 5 und 2,4 Gigahertz (GHz). "Gerade das 2,4-Frequenzband ist dafür aber eigentlich nicht so gut geeignet, weil dort auch viele andere Geräte funken", erklärt Christian Bornkessel von der Forschungsgruppe Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik an der TU Ilmenau.

Beispiele für solche anderen Geräte sind zum Beispiel Funk-Kopfhörer und -Lautsprecher, aber auch die Mikrowelle. Das WLAN werde zwar nicht die Mikrowelle stören, sagt Bornkessel. Aber wenn das Gerät etwas älter und die Tür nicht mehr so dicht sei, könne es schon sein, dass umgekehrt die Mikrowelle das WLAN behindere.

Gerade in Mehrfamilienhäusern stören weniger die eigenen Geräte als vielmehr die Router der Nachbarn. Denn deren WLAN arbeitet in der Regel auch mit dem 2,4-GHz-Band, und dort ist kaum Platz für viele Netze. "Mehr als drei Leute können da parallel kein separates WLAN betreiben, ohne sich gegenseitig zu stören, selbst wenn die Frequenzen optimal verteilt und ausgelastet sind", erklärt Bornkessel.

Mit ein wenig Glück lassen sich die störenden Funknetze der Nachbarn umgehen, indem Nutzer im Menü des Routers manuell einen ungenutzten Kanal wählen. "Viele Router machen das eigentlich automatisch, aber man kann sich darauf nicht immer verlassen", sagt Bornkessel. Ansonsten bleibe nur die Flucht ins 5-GHz-Frequenzband. Hier gibt es erstens mehr Platz für Parallel-Netzwerke und zweitens insgesamt weniger Funkverkehr. Voraussetzung ist allerdings, dass der Router und alle Endgeräte das 5-Gigahertz-Frequenzband auch unterstützen. Wer auf dem Land oder im Einfamilienhaus lebt, hat solche Probleme mit dem WLAN der Nachbarn in aller Regel nicht, muss sich dafür aber mit baulichen Hindernissen herumschlagen. "Ein weiterer Faktor ist die Dämpfung, zum Beispiel durch Stahlbetondecken oder gut isolierte Fensterscheiben", sagt Bornkessel.

Deutlich schneller kann langsames WLAN auch durch einen Wechsel des Funkstandards werden. Die besten Übertragungsraten bieten aktuell Router, die mit dem sogenannten ac-Standard arbeiten, viele Geräte funken aber noch mit dem langsameren n-Vorgänger. Auch hier gilt jedoch: Sinnvoll ist der Wechsel nur, wenn auch die Endgeräte ac unterstützen. Außerdem muss dann auch der Internetanschluss schnell genug sein.

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