Bevor sich eine Spielgruppe dafür entscheidet The King´s Dilemma zu spielen, sollte sie sich einiger Tatsachen bewusst sein.
  1. The King´s Dilemma ist ein storylastiges Kampagnen-Spiel. Im Laufe von 12 bis 20 Partien entfaltet sich vor den Spielern eine vielschichtige Geschichte. Es kann also durchaus einige Spieleabende dauern, bis das Spiel abgeschlossen ist.
  2. Entscheidungen und ihre Konsequenzen stehen in diesem Spiel im Fokus. Jedes Votum beeinflusst den Verlauf der Geschichte. Manche Entscheidungen können ziemlich hart sein. Die Altersempfehlung von 14 Jahren ist daher durchaus angebracht.
  3. Wer die Serie “Game of Thrones” mochte, wird sich in der Welt von King´s Dilemma wohlfühlen.

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In The King´s Dilemma befinden sich die Spieler in einer Fantasy-Welt ähnlich der von “Game of Thrones”. Vieles erinnert an das europäische Mittelalter. Hier und dort gibt es aber auch übernatürliche Geschöpfe und Ereignisse.
In dieser Welt befindet sich das Königreich Ankist. Jeder Spieler repräsentiert ein Haus und sitzt im Rat des Königs. Die Aufgabe der Spieler ist es, die Geschehnisse im Königreich zu lenken. Dabei kann, ganz im Stil von Game of Thrones, das Interesse des eigenen Hauses über dem Wohl des Königreichs stehen.
Kings Dilemma: Jeder Spieler repräsentiert ein Haus im Königreich. Die Entscheidungen des Spielers werden durch die Bedürfnisse des Hauses und seiner geheimen Agendakarte beeinflusst.
Kings Dilemma: Jeder Spieler repräsentiert ein Haus im Königreich. Die Entscheidungen des Spielers werden durch die Bedürfnisse des Hauses und seiner geheimen Agendakarte beeinflusst.
© Foto: Marcus Scheib

Spielüberblick: So wird The King´s Dilemma gespielt

Im Zentrum von King´s Dilemma steht eine Ressourcenleiste, die den Zustand des Königreichs in 6 Eigenschafts-Spalten repräsentiert und ein Kartenstapel voller Dilemma.
Zu Beginn einer Runde wird ein Dilemma vom Kartenstapel gezogen, welches mit ja oder nein beantwortet werden kann. Beide Entscheidungen führen dazu, dass sich bestimmte Marker in den Spalten der Ressourcenleiste nach oben oder unten bewegen. Die Vorderseite der Dilemma-Karte gibt erste Hinweise auf die zu erwartende Entwicklung.
Kings Dilemma: Auf der Vorderseite der Dilemma-Karten befindet sich eine Frage die mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden kann. Symbole geben einen ersten Eindruck davon, wie sich die Ressourcenleiste des Königreichs durch die jeweilige Antwort entwickeln könnte. In einer Abstimmung entscheidet sich die Spielgruppe für eines der beiden Ergebnisse. Anschließend wird die Karte umgedreht und die Auswirkungen der Entscheidung werden mittels Markern auf der Ressourcenleiste festgehalten.
Kings Dilemma: Auf der Vorderseite der Dilemma-Karten befindet sich eine Frage die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann. Symbole geben einen ersten Eindruck davon, wie sich die Ressourcenleiste des Königreichs durch die jeweilige Antwort entwickeln könnte. In einer Abstimmung entscheidet sich die Spielgruppe für eines der beiden Ergebnisse. Anschließend wird die Karte umgedreht und die Auswirkungen der Entscheidung werden mittels Markern auf der Ressourcenleiste festgehalten.
© Foto: Marcus Scheib
Jeder Spieler kann sich nun entscheiden, ob er seine Macht, in Form von Machtmarkern, einsetzen möchte, um für ja oder nein zu bieten oder ob er lieber passt.
Für welche Option sich ein Spieler entscheidet, wird durch sein Haus und seine “Geheime Agenda Karte” beeinflusst. Diese Karte gibt vor, wo sich am Ende der Partie die Marker auf der Ressourcenleiste befinden sollten und wird von den Spielern zu Beginn gewählt.
Nacheinander legen die Spieler ihre Machtmarker auf ja oder nein. Jedes Mal, wenn ein Spieler mehr Macht als seine Mitspieler einsetzt, erhält er den Machtmarker und die Abstimmungsphase verlängert sich um eine Runde.
Kings Dilemma: Um bei einer Abstimmung die Situation zu seinen Gunsten zu entscheiden, gilt es für den Spieler seine Machtmarker geschickt einzusetzen. Der Spieler, welcher am meisten Macht einsetzt, erhält den Machtmarker.
Kings Dilemma: Um bei einer Abstimmung die Situation zu seinen Gunsten zu entscheiden, gilt es für den Spieler seine Machtmarker geschickt einzusetzen. Der Spieler, welcher am meisten Macht einsetzt, erhält den Machtmarker.
© Foto: Marcus Scheib
Während einer Abstimmung können die Spieler miteinander verhandeln und sich bestechen. Dazu hat jeder Spieler Geld zur Verfügung. Das Haus, mit dem meisten Geld am Ende einer Partie, erhält zusätzliche Punkte.
Am Ende der Abstimmung gewinnt die Option mit den meisten Machtmarkern.
Anschließend wird die Dilemma-Karte umgedreht und die Auswirkungen der gewählten Option auf der Ressourcenleiste festgehalten.
In jeder Partie werden solange Dilemma gespielt, bis der König stirbt, gestürzt wird oder abdankt. Im Anschluss wird der Gewinner der Partie ermittelt. Punkte bekommen die Spieler durch ihre geheime Agenda Karte.
Da King´s Dilemma ein storylastiges Kampagnen-Spiel ist, endet das Spiel nicht nach der ersten Partie, sondern benötigt etwa 12 bis 20 Partien, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Deshalb erhalten die Spieler in jeder Partie Ansehen- und Ambitionspunkte. Diese werden festgehalten und bringen Vorteile im großen Finale. Erst dieses Finale entscheidet, wie die Geschichte in King´s Dilemma endet und welcher Spieler der Sieger sein wird.

Das besondere an The King´s Dilemma

Das besondere und neue an King´s Dilemma ist aber gar nicht unbedingt die Spielmechanik, sondern die Geschichte und die Art und Weise wie sie sich entwickelt.
Alles Beginnt mit dem ersten von 75 kleinen Briefumschlägen. In diesem enthalten sind die ersten Dilemma. Alle Dilemma beeinflussen die Ressourcenleiste und somit den Zustand des Königreichs. Nach manchen Abstimmungen gilt es, die getroffene Entscheidung mit einem Sticker festzuhalten. Und einige wenige Vota sind so gravierend, dass sie den Fortgang der Geschichte beeinflussen. Dann öffnen die Spieler einen neuen Umschlag und mischen die enthaltenen Karten in den Dilemmastapel.
So entwickelt sich die Geschichte, basierend auf den Entscheidungen der Spieler immer weiter und wird immer verzweigter. Insgesamt 6 Geschichtsstränge werden sich so im Verlauf des Spiels entwickeln.
Die Geschichten, die in King´s Dilemma enthalten sind, sind dabei keineswegs generische Fantasy-Kost. Vielmehr dient das Königreich Ankist als Experimentier-Fläche für die Entwicklung einer Gesellschaft auf Basis ihrer Entscheidungen und moralischen Vorstellungen.
Welche Konsequenzen hat es, als Gesellschaft Sklaverei zu tolerieren? Welche Auswirkungen hat eine Vermischung von Religion und Politik? Wie liberal soll die sich entwickelnde Gesellschaft sein?
Die zu lösenden Dilemma sind oft moralischer Natur und nicht immer hat eine vermeintlich richtige Entscheidung nur positive Folgen. King´s Dilemma kommt eher einer politischen Spielwiese gleich, als einem Fantasy-Spiel.
Bloß gut, dass es bei solch harten Entscheidungen nicht unbedingt darum geht, welche moralischen Werte man selbst vertritt. Oft gilt es seine eigenen Ansichten hinter das Wohl des eigenen Hauses zu stellen. Und das ist das wirklich Schwierige in King´s Dilemma.

Das Dilemma mit The King´s Dilemma

King´s Dilemma bietet eine einmalige Spielerfahrung. Zum einen, weil das Spielmaterial während des Spiels beklebt, beschrieben und durcheinander gemischt wird. Ein erneutes Spielen der selben Box ist damit unmöglich. Zum anderen erleben die Spieler in King´s Dilemma eine Geschichte, die von so vielen Faktoren geprägt wird, dass wohl keine Spielgruppe genau die gleiche Handlung erlebt.
Das beginnt schon bei der Wahl des Hauses. Jedes Haus ist anders ausgerichtet und entscheidet sich häufiger für diese oder jene geheimen Agenda-Karte. Diese Wahl prägt jede Entscheidung über ein Dilemma, welche Umschläge geöffnet werden, wie ein Handlungsstrang abgeschlossen wird und wie viele Partien gespielt werden.
Auf der einen Seite gibt es in King´s Dilemma viel zu erleben, auf der anderen Seite verbringt eine Spielgruppe sehr viel Zeit mit dem Spiel. Ob das Spiel und die Geschichte den Spielreiz über so lange Zeit aufrecht erhält, hängt von vielen Faktoren ab.
Welche Häuser haben die Spieler gewählt?
Sind sich die Häuser zu ähnlich, fehlen oft die Konflikte zwischen den Spielern und die Meinungen sind zu ähnlich.
Welche Spielertypen sitzen am Tisch?
King´s Dilemma ist genauso prädestiniert für Spieler mit Verhandlungsgeschick als auch für Spieler mit Hang zur Schauspielerei. Beides kann eine Spielrunde sehr beleben. King´s Dilemma kann aber auch sachlich und konfliktlos gespielt werden. Dann fehlt jedoch die spielerische Spannung.
Wie die eigene Spielerfahrung ist, hängt von der richtigen Gruppe genauso ab wie vom Spiel. Deshalb ist King´s Dilemma vermutlich nicht für jeden Spieler was. Wer sich jedoch auf das Spiel und die Geschichte einlässt, wird eine intensive Erfahrung erleben, wie sie nur wenige Spiele bieten.
Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.