Die Spieler versetzen sich in eine Gruppe von Reiselustigen, die auf eine Kreuzfahrt eingeladen worden sind. Die Vorfreude ist riesig, denn die Abwechslung kann die Gruppe gut gebrauchen. Außerdem ist die “Ms Sultan” ein beliebtes Kreuzfahrtschiff.
Die Reise entpuppt sich aber schnell als Albtraum. Denn es stellt sich heraus, dass der Gönner gar nicht so freundlich ist, wie es den Anschein hatte.
Er ist ein skrupelloser Psychopath, welcher auch noch einen Killer an Bord schleuste.
Leider ist einer der Passagiere schon verschwunden. Als Gruppe versucht ihr die anderen Passagiere in Sicherheit zu bringen, damit nicht noch Schlimmeres auf dem Schiff passiert.
Die Spieler müssen bei diesem kooperativen Spiel gut zusammenarbeiten, um das Rätsel zu lösen, wo sich der Psychopath versteckt hält. Diese Aufgabe sollte zügig erfüllt werden, bevor der Killer seinen Job erledigt.

Hintergrund

Nach dem Brettspiel “Safe House” aus dem Jahre 2017 setzten sich der Krimiautor Sebastian Fitzek, der Kulturpädagoge Marco Teubnern sowie der Illustrator Jörn Stollmann mit dem moses. Verlag an einen Tisch, um das neue Brettspiel Killercruise zu entwickeln. Der Clou bei diesem Spiel ist, dass sich die Schachtelunterseite mit wenigen Handgriffen in einen 3D-Spielplan in Schiffsform umbauen lässt.
Der ein oder anderen Fitzek-Fan sollte die Figuren sowie Details wieder erkennen. Denn “Killercruise“ nimmt die Geschichte aus dem Thriller „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek auf.
24 verschiedene Szenarien bietet das Spiel. Dabei sind diese in drei verschiedene Schwierigkeitsstufen unterteilt.
Die Spieler müssen mit Hilfe von Hinweiskarten die einzelnen Räume sowie Decks durchsuchen. Dabei sollten sie schnell den Psychopathen aufspüren und nebenbei die anderen Schiffspassagiere vor dem Mörder in Sicherheit bringen.

Killercruise
Killercruise
© Foto: Sebastian Schubert

Spielprinzip

Bei diesem kooperativen Spiel werden die Aktionen mit Hilfe von Handkarten ausgespielt. Durch das erneute Ziehen und Abwerfen der Karten entwickeln sich daraus die einzelnen Handlungen. Jede Handkarte besitzt Symbole in Form einer Spielfigur und eines Schlüssels. Ist ein Spieler an der Reihe, so darf er beliebig viele seiner Handkarten ausspielen. Pro Karte kann er eine dieser Aktionen ausführen.
Es besteht die Möglichkeit, die Spielfiguren zu bewegen, die Schiffsräume aufzuschließen oder Schlüsselkarten abzulegen, um die Schlüssel für spätere Runden zu sichern. Jeder Spieler darf jede Spielfigur auf dem Deck verschieben. Anschließend zieht der Spieler so viele Handkarten nach, wie er abgelegt hat. Nun geht es im Uhrzeigersinn weiter.
Killercruise
Killercruise
© Foto: Sebastian Schubert
Falls eine Killer-Karte gezogen wurde anstelle einer Passagier-Karte, muss der Killer bewegt werden. Sobald eine Killer-Karte gezogen wurde, muss auch noch eine “Er kriegt euch”-Karte gezogen werden, diese stellt den nächsten, zu rettenden Passagier dar. Die Spieler können diesen nur retten, wenn sie in den Raum laufen, der auf der Karte dargestellt ist.
Es ist keine gute Idee, mit der Spielfigur, dem Killer in die Arme zu laufen. Denn beim ersten Mal wird der Passagier nur verletzt. Beim zweiten Angriff ist dies aber leider sein Ende.
Ziel des Spieles ist es, weitere Passagiere sowie den einen vermissten Reisenden in Sicherheit zu bringen. An den Vermissten gelangt man erst, wenn man mehrere Räume aufgeschlossen hat und sich durch die Decks bewegt.
Zusätzlich muss auch noch der Psychopath im Unterdeck gefunden werden. Dafür gibt es Hinweiskarten, welche sich pro Szenario ändern und auf das Versteck von dem Psychopathen hinweisen.
Hat man diese drei Punkte erfolgreich geschafft, bevor der Killer seine Arbeit verrichten konnte, hat man das Spiel Killercruise gewonnen. War der Mörder jedoch schneller, haben alle gemeinsam verloren.

Killercruise
Killercruise
© Foto: Sebastian Schubert

Fazit

Wenn es einen Preis geben würde, für die innovativste und kreativste Idee, wie eine Brettspiel-Schachtel das Spiel aufwerten kann, dann geht Killercruise vom moses. Verlag ohne jegliche Frage im Jahr 2020 als Sieger hervor. Ich kenne kein anderes Spiel, welches die Schachtel wie ein “Transformer” zu einem Schiff umgestaltet. Auch die einzelnen Deck-Teile fühlen sich hochwertig an. Das Schiff bringt eine beachtliche Länge von 85 cm auf den Tisch.
Es lässt sich vielleicht streiten, warum so ein Krimispiel, Spielfiguren im Comic-Stil enthält. Ich finde aber die Gesamtkomposition mit dem Schiff, den Deck-Teilen und den Figuren stimmig. Killercurise gibt einem das Spielgefühl von einer Jagd inklusive Rätsel lösen.
Es kann auch passieren, dass einem der nächste Hinweis vorliegt, aber leider nichts bringt. Dann sollte lieber schnell die Flucht ergriffen werden, wenn der Killer in spürbarer Nähe ist. Ich finde dieses Spiel vermittelt eine sehr gute Krimi-Atmosphäre und birgt in sich einige Nervenkitzel-Momente. Schön ist auch, dass es drei Schwierigkeitsstufen gibt und somit pro Spielgruppe das Level angepasst werden kann.
Sicher könnte man denken, wenn alle 24 Szenarien durchgespielt sind, ist das Spiel durch. Aber ich würde behaupten, es ist sehr schwierig sich die ganzen Kombinationen zu merken. Daher besitzt es einen hohen Wiederspielwert. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die Szenariokarten etwas anders gelöst worden wären. Falls man doch in Versuchung kommen sollte, mehrere Partien an einem Abend zu spielen.
Bei den tabellarisch gehaltenen Karten kann es passieren, dass man schnell den Blick in das nächste Szenario schweifen lässt.
Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.