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Wohnmobil und Wohnwagen frühlingsfit machen

FOTO: Flickr Camping-cars à Briare JPC24M CC BY-SA 2.0
Campingurlaub boomt, die Zahl der zugelassenen Wohnmobile ist in den vergangenen Jahren rasant angestiegen. Auch jetzt steht die Saison für Wohnwagen- und Wohnmobilurlauber wieder vor der Tür. Damit es rechtzeitig losgehen kann, müssen Besitzer von Wohnwagen und Reisemobilen ihre Fahrzeuge nur wieder fahrtüchtig machen.

Zu diesem Zweck sollte man im Vorfeld die Technik, Karosserie und Einrichtung überprüfen und bei Bedarf wieder instandsetzen.


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Reinigung

Erste Frühlingsinspektionen betreffen Schmutz und Rost. Die Reinigung von innen und außen ist notwendig für die Sicherheit beim Fahren, erhöht den Fahrkomfort und verbessert dadurch auch das Urlaubsgefühl. Zunächst sollte man die Karosserie auf hartnäckige Schmutzpartikel wie schwarze Rußstreifen, Insektenreste oder Baumharz überprüfen und selbige vorsichtig mit einem Dampfstrahler beseitigen. Anschließend kann das Wohnmobil durch die Waschanlage gefahren werden. Achtung aber bei der Waschanlagenwahl: Sie sollte für Wohnfahrzeuge geeignet sein und in der Höhe keine Beschränkung haben. Waschanlagen für LKWs sollte man jedoch nicht aufsuchen: Dort wird oft mit aggressiven Reinigungsmitteln und sehr harten Bürsten gearbeitet, die dem Wohnwagen oder Wohnmobil schaden können. Stattdessen sollte man unbedingt nach speziellen Wohnwagen-Waschanlagen oder offiziellen Waschplätzen recherchieren. Das Reinigen am Straßenrand ist in den meisten Städten Deutschlands verboten. Reinigungstipps: Tipp 1: Schmutz im Motorraum sollte man keinesfalls mit dem Dampfhochdruckreiniger entfernen, da der harte Strahl Dichtungen und empfindliche Teile beschädigen kann. Besser ist es, Laub und Sand per Hand oder mit dem Handfeger zu entfernen. Bevor eine Motorwäsche durchgeführt wird, sollte man sich über die Details dieser Art der Autopflege informieren . Tipp 2: Egal, ob außen oder innen: Bei der Reinigung sollte man immer von oben nach unten vorgehen. Das heißt für den Außenbereich beispielsweise: Man beginnt mit dem Dach und arbeitet sich Schritt für Schritt an den Seiten nach unten vor. Tipp 3: Bei der Reinigung sollten die Räder eine Extrapflege mit Felgenreiniger erhalten. Zudem sollte man Stellen wie das Kühlschrankgitter und den Gaskasten nicht vergessen. Hierfür empfiehlt sich ein feuchter Schwamm oder Lappen. Tipp4: Bei der Innenreinigung von Mobiliar und Utensilien sollte man nicht zu viel Wasser verwenden, damit keine Feuchtigkeit im Wagen verbleibt. Türen und Fenster sollten beim Putzen geöffnet sein, damit die Luft zirkulieren kann. Wichtig ist es auch, die Wassertanks auszuspülen und zu desinfizieren.

Technik überprüfen

Ist alles gereinigt, geht es an den Funktionscheck. Er dient der Sicherheit und ist nach jeder längeren Standpause erforderlich. Überprüfen sollte man alle Funktionen, die ein sicheres Fahren ermöglichen. Zudem sollte man sich auch vergewissern, dass im Innenraum alle Geräte intakt sind. Nichts ist ärgerlicher, als mitten im Urlaub festzustellen, dass der Kühlschrank oder die Herdplatte nicht funktioniert. Frostschäden durch den Winter betreffen vor allem das Strom-, Heiz- und Wassersystem. Es sollte deshalb im Frühjahr vom Schlauch bis zum Endgerät alles genau untersucht werden. Zudem sollten man alle Bestandteile für die Toilette, Dusche und die Kochmöglichkeiten auf Fehler überprüfen. Ein üblicher Kontrollgang beinhaltet:

Wischblätter auf den Scheiben: Schmieren die Wischer, deutet das auf poröse Gummilippen hin. Die Wischer sollten dann ausgetauscht werden.Flüssigkeitenstände: Bremsflüssigkeit, Motoröl, Kühlerwasser und Scheibenwasser müssen eventuell aufgefüllt werden.Schläuche: Sitzen alle Schläuche fest, sind dicht und nicht porös?Lampen: Funktionieren alle Lampen (Bremslicht, Fahr- und Aufblendlicht, Rücklicht, Blinker) und Kontrollleuchten?Bremsen: Anfängliche Schleifgeräusche nach einer langen Standpause sind normal. Verschwinden sie aber nicht nach den ersten Bremsvorgängen, sollte man eine Werkstatt aufsuchen.Reifen: Die Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern, empfohlen werden jedoch 3 Millimeter. Zudem sollten alle Reifen auf Dellen oder poröse Stellen kontrolliert werden. Auch der richtige Reifendruck ist notwendig, um sicher zu fahren.Casettentoilette: Ist die Dichtung noch geruchsdicht?Fenster und Türen: Lassen sich alle Fenster und Türen öffnen und schließen? Sind die Dichtungen intakt, sodass keine Feuchtigkeit eindringt?Funktionstests im Innenraum:

KühlschrankKochfeldHeizungBordbatterieSpezialanforderungen bei einem Wohnwagen

Wer statt eines Wohnmobils einen Wohnwagen nutzt, der muss zusätzlich die Anhängerkupplung des Autos überprüfen. Entdeckt man an dieser viel Rost oder andere Schäden, muss sie ausgetauscht werden. Wer dafür nicht über das technische und handwerkliche Know-how verfügt, sollte den Austausch von Anbietern wie Bertelshofer oder vergleichbaren Spezialisten vornehmen lassen. Auch die Auflaufbremse muss getestet werden. Denn läuft der Wohnwagen zu weit auf, muss man die Einrichtung nachstellen.