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| 04:55 Uhr

Raus aus den Hotels!
Wo „DomRep“-Gäste unberührter Natur begegnen

 Abseits der Bettenburgen: Samaná lockt mit teils noch menschenleeren Stränden. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Abseits der Bettenburgen: Samaná lockt mit teils noch menschenleeren Stränden. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer
Puerto Plata. Der Ausflug auf den Loma Isabel de Torres an der Nordküste der Dominikanischen Republik beginnt recht skurril. Mit der einzigen Seilbahn der Karibik geht es dicht über dem Regenwald steil hinauf auf den 800 Meter hohen Hausberg von Puerto Plata. Von Manuel Meyer, dpa

Oben erwartet eine Miniaturversion der Christusstatue aus Rio de Janeiro die Besucher. Im Inneren des Baus können sie furchtbar kitschige Souvenirs kaufen, aus Lautsprechern klingen karibische Rhythmen.

Die meisten Touristen kommen eigentlich nur auf diesen Berg, um den Panoramablick auf die Bernsteinküste und Puerto Plata mit seinen bunten Kolonialbauten zu genießen. Elmar Mai interessiert sich aber mehr für die Entstehung der Insel und für die vielen Bernsteinfunde, die der Küste ihren Namen gaben. Der Biologe war schon Dutzende Male hier oben und kann es kaum abwarten, sich ins Grüne zu stürzen.

Botanischer Garten

Der Botanische Garten, vor allem aber das fast 22 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet dahinter seien ein „wirkliches Naturschauspiel“, sagt er. „Hier oben gibt es bis zu 70 verschiedene Ökosysteme“, erklärt Mai, den viele als Filmemacher und ZDF-Moderator wegen seiner Gartentipps aus Sendungen wie „Volle Kanne“ oder von seinen Natur- und Tierfilmen aus „Die Sendung mit der Maus“ kennen.

Bromelien, Orchideen, Flechten und Baumfarnen finden sich hier. Viele sind endemisch, wachsen also nirgendwo sonst. Die Passatwinde und klimatischen Bedingungen haben verschiedene Wälder entstehen lassen: Tieflandwälder, Elfenwälder, Küstenregenwald und Küstennebelwald. Obwohl die Tropensonne vom Himmel brennt, kommt man fast in Weihnachtsstimmung, wenn man neben einem mannshohen Weihnachtsstern steht. Und wenn Elmar Mai über das „Naturparadies Dominikanische Republik“ spricht, begeistern sich selbst Pflanzen-Ignoranten.

Von immergrünen Regenwäldern bis Dornbuschsteppen

Mit der Seilbahn geht es wieder an die Küste nach Puerto Plata. „Die da unten am Strand wissen gar nicht, was sie verpassen. Sie tun mir fast ein wenig leid“, sagt Mai. Natürlich seien die Strände ein Traum und ein perfekter Ort, um unter Palmen beim Kokosnüsse-Schlürfen zu entspannen. „Aber die wenigsten wissen überhaupt, was ihnen für ein Naturparadies entgeht, wenn sie nicht aus ihren Hotelburgen herauskommen.“ Dabei sei es so einfach, die Insel zu erkunden. In zwei bis drei Autostunden könne man alle Extreme erleben: von immergrünen Regenwäldern im Norden bis hin zu Dornbuschsteppen und Wüstenlandschaften im geologisch getrennten Süden der Insel.

Hispaniola, nach Kuba die zweitgrößte Insel der Karibik, ist die gebirgigste aller Antilleninseln, durchzogen von tiefen Bruchfalten und unterschiedlichsten Klima- und Vegetationszonen. Die Südwestküste bei Barahona und Pedernales lockt mit dem Lago Enriquillo. Er ist nicht nur der größte Binnensee der Karibik, sondern mit rund 40 Meter unter dem Meeresspiegel auch ihr tiefster Landpunkt, Heimat für Krokodile, Flamingos und echte Exoten wie den endemischen Hispaniola-Wirtelschwanzleguan mit seinen roten Augen.

Nationalpark Los Haitises

Im Nordosten auf der Halbinsel Samaná begeistert der Nationalpark Los Haitises mit seinen Mangrovenwäldern, Korallenkalk-Hügeln und bis zu 5000 Buckelwalen, die sich hier jedes Jahr von Januar bis März zum Paaren treffen oder ihre Jungen zur Welt bringen. Zwischen Schlingpflanzen und Korallenbergen kann man per Boot die ausgedehnten Höhlensysteme besuchen, in denen einst die Taino-Indianer lebten.

Elmar Mai will den Besuchern noch den Ébano Verde Nationalpark zeigen. Der Ébano Verde ist eine endemische Magnolie. Stundenlang geht es durch den Nationalpark, es duftet und summt, unberührte Natur. „So sah es hier schon zu Kolumbus Zeiten aus“, sagt Mai. „Ein Paradies, von dem nur die wenigsten Inselbesucher überhaupt wissen.“

Dominikanisches Fremdenverkehrsamt

Dominikanische Republik

Anreise: Santo Domingo, Puerto Plata und Punta Cana werden zum Beispiel von Tuifly, Condor, Eurowings, Edelweiss, Air France und Iberia angeflogen. Zur Einreise braucht man einen mindestens sechs Monate gültigen Reisepass sowie eine zehn Euro teure Touristenkarte.

Reisezeit: ganzjährig, beste Reisezeit ist Dezember bis April.

Impfungen: Neben den üblichen Impfungen empfiehlt das Auswärtige Amt Schutz gegen Hepatitis A sowie bei Langzeitaufenthalt auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Cholera.

Sicherheit: Die Kriminalitätsrate im Land ist laut Auswärtigem Amt sehr hoch: Sowohl in Santo Domingo als auch in den Touristengebieten im Norden gebe es einen spürbaren Anstieg der Gewaltkriminalität.

Informationen: Dominikanisches Fremdenverkehrsamt, Hochstraße 17, 60313 Frankfurt, Tel.: 069/91 39 78 78)

 Labyrinth aus Mangrovenwäldern, Korallenkalk-Hügeln und Höhlen: Los Haitises ist einer der Nationalparks der Insel. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Labyrinth aus Mangrovenwäldern, Korallenkalk-Hügeln und Höhlen: Los Haitises ist einer der Nationalparks der Insel. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer
 Urlauber können auf der Halbinsel Samaná die ausgedehnten Höhlensysteme besuchen. Foto: Dominican Republic Ministry of Tourism/dpa-tmn
Urlauber können auf der Halbinsel Samaná die ausgedehnten Höhlensysteme besuchen. Foto: Dominican Republic Ministry of Tourism/dpa-tmn FOTO: Ministry of Tourism
 Die Karibikinsel hat eine enorme Vielfalt an Tieren zu bieten. Foto: Dominican Republic Ministry of Tourism/dpa-tmn
Die Karibikinsel hat eine enorme Vielfalt an Tieren zu bieten. Foto: Dominican Republic Ministry of Tourism/dpa-tmn FOTO: Ministry of Tourism
 Auf dem Loma Isabel de Torres steht eine Miniaturversion der berühmten Christusstatue von Rio. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Auf dem Loma Isabel de Torres steht eine Miniaturversion der berühmten Christusstatue von Rio. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer
 Schutz vor Piraten: Schon im 16. Jahrhundert errichteten die Spanier die Festung San Felipe. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Schutz vor Piraten: Schon im 16. Jahrhundert errichteten die Spanier die Festung San Felipe. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer
 Am Saltos Aguas Blancas stürzt das Wasser 83 Meter in die Tiefe. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Am Saltos Aguas Blancas stürzt das Wasser 83 Meter in die Tiefe. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer
 Vor allem Produkte aus der Region landen in der Markthalle von Constanza. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Vor allem Produkte aus der Region landen in der Markthalle von Constanza. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer
 Bis zu 5000 Buckelwale treffen sich jedes Jahr im Winter an der Halbinsel Samaná zur Paarung. Foto: Dominican Republic Ministry of Tourism/dpa-tmn
Bis zu 5000 Buckelwale treffen sich jedes Jahr im Winter an der Halbinsel Samaná zur Paarung. Foto: Dominican Republic Ministry of Tourism/dpa-tmn FOTO: Ministry of Tourism
 Unzählige Wasserfälle in der Dominikanischen Republik laden zu Canyoning-Touren ein. Foto: Dominican Republic Ministry of Tourism/dpa-tmn
Unzählige Wasserfälle in der Dominikanischen Republik laden zu Canyoning-Touren ein. Foto: Dominican Republic Ministry of Tourism/dpa-tmn FOTO: Ministry of Tourism
 Bunte Kolonialhäuser stehen in Puerto Plata. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Bunte Kolonialhäuser stehen in Puerto Plata. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer
 Zweite Heimat: Der Filmemacher Elmar Mai ist begeistert von der Tier- und Pflanzenwelt der Dominikanischen Republik. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Zweite Heimat: Der Filmemacher Elmar Mai ist begeistert von der Tier- und Pflanzenwelt der Dominikanischen Republik. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer
 Auf Puerto Platas Hausberg Loma Isabel de Torres führt die einzige Seilbahn der Karibik. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Auf Puerto Platas Hausberg Loma Isabel de Torres führt die einzige Seilbahn der Karibik. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer
 Outdoor-Zentrum der Insel: Die Umgebung von Jarabacoa eignet sich zum Beispiel zum Wildwasser-Rafting. foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Outdoor-Zentrum der Insel: Die Umgebung von Jarabacoa eignet sich zum Beispiel zum Wildwasser-Rafting. foto: Manuel Meyer/dpa-tmn FOTO: Manuel Meyer