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| 16:52 Uhr

Recht auf Reisen
Was Sie bei Flugverspätungen tun können

Nichts ist ärgerlicher, als zu Beginn oder Ende des Urlaubs stundenlang auf dem Flughafen sitzen zu müssen. Dabei haben Flugreisende bei Verspätungen einen Anspruch auf Ausgleichszahlung. Wie eine aktuelle Studie herausgefunden hat, zahlen die Airlines nur fünf Prozent der Entschädigungen aus. Wie gehen Reisende bei Flugverspätungen vor?

Bei Verspätungen über zwei Stunden besteht ein Recht auf Entschädigung

Wenn die Fluggesellschaft für die Verspätung verantwortlich ist, können Passagiere ihr Recht auf Ausgleichszahlungen geltend machen. Die Ansprüche von Flugreisenden sind in der Verordnung EG 261/2004 der Europäischen Union geregelt. Diese Verordnung gilt für alle Flüge, die in der Europäischen Union starten oder deren Gesellschaft dort einen Sitz hat und die aus dem Ausland zu einem EU- Flughafen unterwegs sind. Demnach müssen Reisende bis zu drei Stunden Verspätung hinnehmen. Danach muss die Airline pauschale Ausgleichszahlungen leisten, die sich nach der jeweiligen Flugdistanz richten. So gibt es 250 Euro bei allen Flügen zu Zielen, die bis 1500 km entfernt sind, 400 Euro bei Flugzielen in 1501 bis 3500 km Entfernung und 600 Euro auf allen Langstrecken darüber. Die Airline ist zudem verpflichtet, die Passagiere mit Getränken und Mahlzeiten zu versorgen. Ist die Verspätung so groß, dass ein neuer Flug frühestens am nächsten Tag angetreten werden kann, muss die Fluggesellschaft zudem für eine Hotelübernachtung sorgen. Außerdem muss Passagieren die Möglichkeit gegeben werden, zu telefonieren und E-Mails zu versenden. Werden die Passagiere versorgt, entbindet das die Fluggesellschaft trotzdem nicht von weiteren finanziellen Ersatzleistungen. Die Entschädigung für die Verspätung steht dabei immer dem Reisenden selbst zu. Selbst dann, wenn der Chef das Ticket für eine Dienstreise gezahlt hat.

Die Ausgleichszahlungen sind unabhängig vom Ticketpreis

Bei populären Reisezielen gibt es oft mehrere Flüge pro Tag. Manchmal bietet eine Gesellschaft an, die Passagiere umzubuchen. Die Verspätung wird so etwas geringer, doch unter Umständen können Fluggäste noch die Hälfte ihrer Ausgleichsansprüche geltend machen. Das ist der Fall, wenn ein Flugziel unter 1500 km Entfernung letztendlich mit weniger als zwei Stunden Verspätung erreicht wird. Bei einer Distanz zwischen 1501 und 3500 km greift diese Regelung bei einer Verspätung von weniger als drei Stunden und über 3500 km bei unter vier Stunden. Diese Ausgleichszahlungen werden unabhängig vom Ticketpreis geleistet. Auch wer mit dem Billigflieger unterwegs ist, darf Ansprüche geltend machen - selbst dann, wenn die Entschädigung den Reisepreis um ein Vielfaches übersteigt. Flüge, die nicht unter die EG-Verordnung fallen, werden gemäß dem Montrealer Abkommen behandelt. Hier muss der Fluggast dann die konkreten Schäden nachweisen, die ihm durch die Verspätung entstanden sind. So muss zum Beispiel die Taxiquittung eingereicht werden, wenn aufgrund der Verspätung keine U-Bahn mehr nach Hause fährt. In solchen Fällen greifen die Airlines immer wieder zu Tricks, um keine Zahlungen leisten zu müssen. Laien haben jedoch keinen Zugriff auf Flugdatenbanken, um ihre Ausgleichsansprüche bis ins Detail überprüfen zu können. In diesem Fall empfiehlt sich, einen Dienstleister wie Flightright mit der Durchsetzung der Fluggastrechte zu beauftragen.

Passagiere sollten Belege sammeln

Betroffene Passagiere sollten schon am Reisetag aktiv werden, um später ihre Ansprüche geltend zu machen. Viele Airlines halten ein Formular bereit, auf dem ein Mitarbeiter Datum, Uhrzeit, Höhe und Verspätungsgrund bestätigt. Falls nicht, sollten Reisende diese Angaben selbst zusammenstellen. Auch Fotos können als Beweis dienen. Entstehen Auslagen für Essen, Übernachtungen oder Taxifahrten, sind die Belege zu sammeln. Die Adressdaten von Mitreisenden helfen, sich später über die Reaktionen der Fluggesellschaft auf die jeweiligen Forderungen zu informieren. Denn manchmal reagieren Fluggesellschaften nicht oder bieten Gutscheine an, die jedoch deutlich niedriger sind als die dem Passagier zustehende Entschädigung. Wer akzeptiert, verliert damit alle weiteren Ansprüche. Ausgleichszahlungen können nicht geltend gemacht werden, wenn die Verspätung aufgrund von Umständen eintritt, die außerhalb des Verantwortungsbereichs der Fluggesellschaft liegen. Blitzeis, Sturm oder schlechte Wetterbedingungen zählen dazu. Auch bei Streiks von Piloten oder Bodenpersonal gibt es keine Entschädigung. Manchmal nennt eine Airline jedoch nicht die Gründe für eine Verspätung. In diesem Fall sollten Passagiere unbedingt ihre Ansprüche auf eine Ausgleichszahlung geltend machen.

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