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| 15:43 Uhr

Winterurlaub
Skipisten, Wasserfälle und heiße Freibäder in Island

Umrahmt von glitzernden Eiszapfen: Rauschende Wasserfälle wie der Godafoss stürzen sich auf Island in die Tiefe. Foto: Visit North Iceland
Umrahmt von glitzernden Eiszapfen: Rauschende Wasserfälle wie der Godafoss stürzen sich auf Island in die Tiefe. Foto: Visit North Iceland FOTO: Visit North Iceland
Reykjavik. Die Temperatur ist wieder um ein paar Grad gesunken. Acht Grad unter null zeigt das Thermometer an. Unsere Schritte haben tiefe Spuren im Schnee hinterlassen, der Atem hinterlässt kleine Nebelschwaden in der Luft. Von Alexandra Frank, dpa

Von all dem lässt sich das Kind nicht beirren. Mit nichts als einer Kappe und einer Badehose bekleidet nimmt die Fünfjährige Anlauf und platscht ins Wasser. „Siehst du, Mama“, ruft ihre neunjährige Schwester, „jetzt machen wir sogar Badeurlaub.“ In Island . Mitten im Winter.

Abfahrt vom Gipfel der Berge bis zum Ozean

Zwar ist selbst das größte Skigebiet, Hlídarfjall bei Akureyri, mit 14,9 Kilometern Pisten recht überschaubar, dafür können geübte Wintersportler an vielen Stellen vom Gipfel der Berge bis zum Ozean abfahren.

Dort liegen wir auch im knapp 40 Grad warmen Wasser der „Mývatn Nature Baths“, der kleinen Schwester der berühmten Blauen Lagune, nur am anderen Ende des Landes gelegen und blau-grünlich schimmernd. Die isländische Natur schmückt sich im Winter nur mit wenigen Farben, doch die leuchten in der klaren Luft umso intensiver.

Die Landschaft rund um den Mývatn-See ist besonders abwechslungsreich. Bizarre Lavasteinformationen mit Schneehäubchen säumen wie Türmchen das Gewässer. Rauschende Wasserfälle stürzen sich in die Tiefe, umrahmt von glitzernden Eiszapfen. Und in Höhlen und Felsspalten brodelt kochendes Wasser. „Alles vulkanischen Ursprungs“, sagt Halldór Ingvason, der nach diesen drei Worten die Aufmerksamkeit meiner Tochter hat, für die Vulkane gerade das ganz große Thema sind.

Mit dem Snowmobile auf den See

Während sie wie gebannt an seinen Lippen hängt, äugt ihre kleine Schwester neugierig zu den Fahrzeugen rüber, die Halldór gemeinsam mit seinen beiden Kollegen am Straßenrand geparkt hat: Schwarze Snowmobile. Sie sind jeweils drei Meter lang und 300 Kilogramm schwer. Damit will Halldór, ein bäriger Typ mit rotem Bart und freundlichen Augen, sich mit uns auf den See bewegen. „Die coolste Art im Winter von A nach B zu kommen“, finden der Outdoor-Guide - und unsere Fünfjährige.

Juchzend sitzt sie hinter mir auf dem beheizten Sitz, gut geschützt mit Rückenlehne, Helm und dicken Skisachen. Vorsichtig gebe ich Gas - und bremse sofort wieder, als das Gefährt nach vorne schießt. Zum Unmut meiner Tochter. „Schneller“, feuert sie mich bei jedem Hubbel an, bei dem ich das Tempo drossele.

Islandpferde, Wale und Hochseeangeln

Überall in der Landschaft stoßen wir auf Schafe, riesige Wollkugeln, die sich bereitwillig streicheln lassen. Auch Islandpferde stehen im Winter draußen, mit dichtem, staubigem Fell. Bei einer Reitstunde lernen die Kinder zu tölten. Bei dieser für Isländer typischen Gangart sitzt man locker schaukelnd auf dem schwingenden Rücken der Tiere, statt im Trab durchgeschüttelt zu werden.

Und schließlich begegnen wir auf einer Walbeobachtungs- und Hochseeangeltour den grauen Riesen, die sich vor der Küste tummeln. Von Hauganes aus, einem Fischerort rund 30 Kilometer nördlich von Islands zweitgrößter Stadt, Akureyri, stechen wir in See. Während die Große im Fjord Eyjafjördur nach Buckelwalen und Delfinen Ausschau hält, wirft die Kleine zusammen mit ihrem Vater eine Angel ins Wasser - und fängt prompt einen armlangen Kabeljau, den wir später zum Abendessen verspeisen.

Nördlichstes Skigebiet Skardsdalur

Outdoor-Guide Beda Mörgeli führt uns am nächsten Tag zunächst nach Skardsdalur, dem nördlichsten Skigebiet des Landes. Die Kinder sausen die Anfängerpiste hinab, mein Mann erkundigt sich nach Cross-Country-Touren. Später schnallen wir uns Schneeschuhe an und folgen Beda weiter den Berg hinauf. Zwei Meter ist die Schneedecke hier dick, wir laufen zwischen den Wipfeln von Kiefern, Lärchen und vereinzelten Birken. Plötzlich lichtet sich der Blick, und wir schauen über den Fjord in die endlose Weite.

Am Abend liegen wir wieder im Wasser, in einem kreisrunden Hotpool, der sich auf der Terrasse unserer Ferienunterkunft befindet. „Bunte Wolken!“, ruft unsere Kleine plötzlich und zeigt nach oben. „Polarlichter“, erklärt mein Mann. Kurz überlege ich aufzuspringen, um die Kamera zu holen, aber dann lehne ich mich doch zurück und genieße den Blick auf die blau-grünen Lichter am Himmel.

Island

Anreise: Der Flug von Deutschland nach Island dauert rund drei Stunden. Mit dem Mietwagen fährt man rund fünf bis sechs Stunden in den Norden des Landes. Inlandsflüge von Reykjavik nach Akureyri starten vom stadtnahen Inlandsflughafen, nicht vom internationalen Airport in Keflavik.

Reisezeit: In den nordisländischen Skigebieten liegt meist von November bis April oder Mai Schnee. Eine gute Reisezeit sind März und April, wenn die Tage länger hell sind.

Skifahren: Der 5x5-Skipass gilt fünf Tage lang für alle fünf Skigebiete des Nordens (Erwachsene 140 Euro, Kinder 45 Euro). Tourengeher sind auf der Tröllaskagi-Halbinsel gut aufgehoben. Spektakulär, aber nicht gerade preiswert sind Helikopter-Ski-Touren, die Wintersportler auf die Gipfel bringen.

Auf dem Rücken der Pferde: Islandpferde stehen auch im Winter im Freien. Auch Ausritte sind möglich. Foto: Alexandra Frank
Auf dem Rücken der Pferde: Islandpferde stehen auch im Winter im Freien. Auch Ausritte sind möglich. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
Riesige Wollkugeln: Schafe prägen vielerorts das Landschaftsbild von Island. Foto: Alexandra Frank
Riesige Wollkugeln: Schafe prägen vielerorts das Landschaftsbild von Island. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
Die kleine Schwester der Blauen Lagune: Die „Mývatn Nature Baths“ bieten knapp 40 Grad warmes Wasser. Foto: Alexandra Frank
Die kleine Schwester der Blauen Lagune: Die „Mývatn Nature Baths“ bieten knapp 40 Grad warmes Wasser. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
„Bunte Wolken“: Polarlichter sind auf Island im Winter keine Seltenheit. Foto: Promote Iceland
„Bunte Wolken“: Polarlichter sind auf Island im Winter keine Seltenheit. Foto: Promote Iceland FOTO: Promote Iceland
Skardsdalur ist das nördlichste Skigebiet Islands: Ein gutes halbes Dutzend weitere Areale gibt es im Norden der Insel. Foto: Alexandra Frank
Skardsdalur ist das nördlichste Skigebiet Islands: Ein gutes halbes Dutzend weitere Areale gibt es im Norden der Insel. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
Abfahren bis zum Fjord: Hlídarfjall bei Akureyri ist das größte Skigebiet des Landes. Foto: Alexandra Frank
Abfahren bis zum Fjord: Hlídarfjall bei Akureyri ist das größte Skigebiet des Landes. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
Abtauchen ins Leben früherer Zeiten: Glaumbær ist eine Art Museumsdorf. Foto: Alexandra Frank
Abtauchen ins Leben früherer Zeiten: Glaumbær ist eine Art Museumsdorf. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
PS-starker Ausflug: Mit Schneemobilen geht es über zugefrorene Seen und durch verschneite Landschaften. Foto: Alexandra Frank
PS-starker Ausflug: Mit Schneemobilen geht es über zugefrorene Seen und durch verschneite Landschaften. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
Halldór Ingvason führt die Urlauber mit Schneemobilen durch die verschneite Landschaft. Foto: Alexandra Frank
Halldór Ingvason führt die Urlauber mit Schneemobilen durch die verschneite Landschaft. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
Es zischt, es dampft, es faucht: Rund um dem Námafjall wird der vulkanische Ursprung der Insel deutlich. Foto: Alexandra Frank
Es zischt, es dampft, es faucht: Rund um dem Námafjall wird der vulkanische Ursprung der Insel deutlich. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
Heiße Schlammpfützen brodeln rund um den Námafjall vor sich hin. Foto: Alexandra Frank
Heiße Schlammpfützen brodeln rund um den Námafjall vor sich hin. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
Bizarre Winterlandschaft: Die Eisschollen sind gleichzeitig ein interessanter Spielplatz für die kleinen Urlauber. Foto: Alexandra Frank
Bizarre Winterlandschaft: Die Eisschollen sind gleichzeitig ein interessanter Spielplatz für die kleinen Urlauber. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank
Mit Outdoor-Guide Beda Mörgeli geht es auf Schneeschuhen durch die verschneite Landschaft. Foto: Alexandra Frank
Mit Outdoor-Guide Beda Mörgeli geht es auf Schneeschuhen durch die verschneite Landschaft. Foto: Alexandra Frank FOTO: Alexandra Frank