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| 10:09 Uhr

Stand 2018
Passagierrechte bei Flugverspätungen

Bei Flugverspätung oder Überbuchung finanzielle Entschädigung beanspruchen.
Bei Flugverspätung oder Überbuchung finanzielle Entschädigung beanspruchen. FOTO: fietzfotos / pixabay
Im Fall einer Verspätung Ihres Fluges steht Ihnen eine finanzielle Entschädigung zu. Informieren Sie sich über Ihre rechtmäßigen Ansprüche und beachten Sie einzuhaltende Fristen.

Wenn sich der gebuchte Flug um mehr als drei Stunden verspätet, dann haben die Passagiere einen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung für entstandene Kosten und die verlorene Zeit. Dieser Anspruch ist auch dann gültig, wenn die betreffende Fluggesellschaft einzelne Reisende nicht befördern kann. Dieser Fall tritt oft dann ein, wenn die Maschine überbucht ist. Dabei richtet sich die Höhe der zu erwartenden Entschädigung nach der tatsächlichen Flugdistanz. Abhängig von der Länge der Strecke beträgt dieser Betrag zwischen 250 bis 600 Euro pro Person. Wenn es sich um Flugverbindungen handelt, die aus Anschlussflügen zusammengesetzt sind, dann zählt die direkte Luftlinie zwischen dem Start und dem Ziel für die Höhe der Entschädigung. Allerdings kann der Reisende diese Rechte nur dann geltend machen, wenn das Flugzeug innerhalb der Europäischen Union startet oder die Fluglinie ihren Sitz in einem EU-Land hat.

Das Eintreffen von außergewöhnlichen Umständen

Eine Ausnahme bezüglich der Ausgleichszahlungen sind die außergewöhnlichen Umstände. Juristisch definiert zählen dazu alle Umstände, die nicht direkt zum Luftverkehr gehören. Diese außergewöhnlichen Umstände beeinträchtigen die ordnungs- und planmäßige Durchführung des Luftverkehrs, im schlimmsten Fall machen diesen den Flug sogar unmöglich. Dazu gehören unter anderem politische Instabilität im Abflugs- oder Ankunftsland, Vogelschlag, unvorhergesehene Wetterbedingungen und Streiks der im Luftverkehr involvierten Mitarbeiter. Allerdings berufen sich viele Fluggesellschaften oft auf diese außergewöhnlichen Umstände, selbst wenn der vorliegende Fall nicht dazu gehört. Auf diese Weise lässt sich die Zahlung von fälligen Entschädigungen umgehen. Deshalb sollten sich Passagiere stets gut über ihre Rechte informieren. Beispielsweise zählt nur ein Schneefall in einer unüblichen Gegend zu den Wetterbedingungen. Bei Flügen aus bergigen Regionen ist im Winter stets mit Schneefall zu rechnen, sodass die Fluggesellschaften entsprechende Maßnahmen ergreifen müssen, um einen pünktlichen und zuverlässigen Flugverkehr zu garantieren.

Flugverspätung: Entschädigung, Erstattung und Schadensersatz

Die Fluggastrechteverordnung der EU räumt betroffenen Passagieren gesetzlich festgelegte Ausgleichsleistungen ein. Allerdings versuchen die Fluggesellschaften oft diese Leistungen zu umgehen. Die meisten Privatpersonen sind sich ihrer Rechte nicht bewusst oder können ihre rechtmäßigen Ansprüche nicht selber bei der jeweiligen Fluglinie durchsetzen. In diesem Fall ist die Hilfe von spezialisierten Dienstleistern der Schlüssel zum Erfolg. Diese setzen sich für das Anliegen auf ganzer Linie ein, zur Not auch mit einer Klage vor Gericht. An erster Stelle erfolgt eine kostenlose Überprüfung, ob der Anspruch wirklich gerechtfertigt ist oder ob außergewöhnliche Umstände gelten. Nach dieser Prüfung versucht sich der Anbieter zunächst außergerichtlich mit der Fluglinie zu einigen. Wenn diese weiterhin eine Ausgleichsleistung verweigert, dann werden Anwälte mit der gerichtlichen Verfolgung des Falles beauftragt. Bei einer erfolgreichen Durchführung bekommt der Kunde seine Entschädigung, abzüglich einer vorher festgelegten Provision.

Wichtige Fristen und Regelungen

Passagiere müssen bestimmte Fristen beachten, um sich die finanzielle Entschädigung bei Flugverspätungen zu sichern. Ab Ende des Jahres, in dem der Flug stattgefunden hat, gelten noch drei Jahre, um den Anspruch bei der Fluggesellschaft zu deklarieren. Bis Ende 2018 können dergestalt noch Entschädigungen für Flüge aus dem Jahr 2015 verlangt werden. Darüber hinaus haben Reisende noch Ansprüche auf einen Schadensersatz für entstandene Folgekosten. Dazu gehört die Ersatzbeförderung, Unterkunft und Verpflegung, aber auch die Rechtsanwaltskosten und Ausgleichsleistungen bei verpassten Terminen.