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Impfschutz auf Reisen und im Alltag

FOTO: Olaf Wandruschka
Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen – zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen. Welcher Impfschutz für die ganze Familie in Urlaub und Alltag notwendig und sinnvoll ist, dazu beraten die Experten am Lesertelefon.

Lesertelefon mit Reisemedizinern
Donnerstag, 7. Mai 2015, 10 bis 17 Uhr
Kostenfreie Rufnummer 0800 - 2 811 811

57 Prozent der Bundesbürger haben im vergangenen Jahr eine Reise unternommen. Und auch in diesem Jahr zieht es die Reiseweltmeister massenhaft in die Ferne. Ebenso unverändert ist das Risiko, sich im Urlaub eine Infektionskrankheit als Souvenir einzuhandeln: Hepatitis A und B zählen nach wie vor zu den häufigsten Reisekrankheiten. Eine Impfung kann einer ernsthaften Erkrankung vorbeugen. Doch nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause besteht Ansteckungsgefahr. Gerade hier offenbaren sich hierzulande bei Erwachsenen Impflücken, die zum Beispiel das Risiko einer Pneumokokken-Infektion oder einer Ansteckung mit Masern und Keuchhusten erhöhen.

Infektionsrisiken auf Reisen…

Ob Pauschalreise in die Türkei, Spontanurlaub an der Costa Brava oder Erlebnistrip in Mexiko - Reisen stehen bei den Deutschen hoch im Kurs. Nicht allen Globetrottern ist dabei klar, dass sie sich am Urlaubsort mit unterschiedlichen Krankheitserregern anstecken können. Beispiel Hepatitis-A: Ein Drittel der in Deutschland registrierten Fälle geht auf eine Infektion während einer Reise zurück. Und die hat man sich schneller eingehandelt, als man denkt. Ungeschältes Obst, ein Eistee oder ein Muschelessen sind häufige Infektionsquellen. Beträchtlich ist auch die Gefahr, sich über Körperflüssigkeiten oder kleinste Mengen Blut mit Hepatitis-B anzustecken. Der immer beliebter werdende Besuch im Tattoo-Studio kann im Ausland so zu einer chronischen Lebererkrankung führen. Sicheren Schutz vor einer Infektion bietet eine Impfung - und das gilt für eine ganze Reihe von Reisekrankheiten: Je nach Reiseziel ist die Impfung gegen die Hirnhautentzündung durch Meningokokken, gegen Hepatitis A und B, Gelbfieber, Typhus, Cholera oder Diphtherie empfohlen. Doch auch wer innerhalb Deutschlands verreist, sollte in seinen Impfpass schauen. Mit der immer weiteren Verbreitung von Zecken wächst das Risiko einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). FSME kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Jeder zweite der schwer an FSME erkrankten Patienten leidet unter dauerhaften Folgeschäden wie Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche.

…und im Alltag

Die Ansteckungsgefahr mit FSME zeigt, wie unmittelbar Infektionsrisiken mit unserem täglichen Leben verbunden sind. Je nach Wohnort kann man sich einen Zeckenbiss schon bei der Gartenarbeit oder einem Spaziergang zuziehen. Überhaupt scheint nur wenigen bewusst, welche Ansteckungsgefahr der Alltag mit sich bringt. Besonders leichtes Spiel haben Erreger beispielsweise bei Menschen, deren Immunsystem durch eine Erkrankung oder altersbedingt geschwächt ist. So steigt etwa nach einer Grippe das Risiko, sich mit Pneumokokken zu infizieren und an einer bakteriellen Lungenentzündung zu erkranken. Die Folgen können gravierend sein: Jährlich sterben weltweit etwa 1,6 Millionen Menschen infolge einer Pneumokokken-Infektion. Andere Infektionskrankheiten halten viele Menschen für besiegt und "ausgestorben", etwa den Wundstarrkrampf, auch bekannt als Tetanus. Doch Tetanus-Bakterien sind weit verbreitet, zum Beispiel in Gartenerde. Über kleine Wunden können sie bei der Gartenarbeit in den Körper gelangen und dort einen Giftstoff freisetzen, der bis in Gehirn und Rückenmark gelangt. Auch hier gilt: Einer Ansteckung vorbeugen kann eine Impfung.

Impfschutz individuell abstimmen

Ob auf Reisen oder im Alltag - welcher Impfschutz notwendig und sinnvoll ist, hängt von einer Reihe individueller Faktoren ab und sollte mit dem Hausarzt besprochen werden. Eine Impfpflicht besteht in Deutschland nicht, doch die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut gibt jährlich aktualisierte Impfempfehlungen heraus. Vor einer Urlaubsreise verschafft der rechtzeitige Besuch bei einem Reisemediziner Klarheit, welche vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden sollten. Unabhängig davon sollte der Impfpass regelmäßig gecheckt werden: Ist der Impfschutz komplett? Sind Auffrischimpfungen notwendig? Erfordert der Gesundheitszustand zusätzliche Impfungen?

Experten am Lesertelefon - zum Nulltarif

Brauche ich für eine Spanienreise einen Hepatitis-Schutz? Bis wann ist eine Hepatitis-Impfung vor der Abreise möglich? Wo erfahre ich, welche Infektionsrisiken am Urlaubsziel bestehen? Für wen wird die Pneumokokken-Impfung empfohlen? Wo ist die Gefahr für Zeckenbisse besonders hoch? Wie finde ich ohne Impfpass heraus, welchen Impfschutz ich habe? Wer trägt die Kosten für eine Impfung? Diese und alle weiteren Fragen rund ums Thema beantworten die Experten am Lesertelefon:

PD Dr. med. Karl-Heinz Herbinger; Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, Ludwig-Maximilians Universität MünchenDr. med. Stephan Lupp; Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Reise- und Tropenmedizin, Gelbfieberimpfstelle, BruchsalDr. med. Burkhard Rieke; Niedergelassener Facharzt für Innere Medizin, Tropenmedizin, Infektiologie und Reisemedizin, 1. Stv. Vorsitzender der Deutschen Fachgesellschaft Reisemedizin, Gelbfieberimpfstelle des Landes NRW, DüsseldorfDr. med. Albrecht von Schrader-Beielstein; Allgemeinarzt und Arzt für Naturheilverfahren, Praxis für Reise- und Tropenmedizin, Wörthsee bei MünchenRufen Sie an! Am Donnerstag, den 7. Mai zwischen 10 und 17 Uhr.
Der Anruf unter 0800 - 2 811 811 ist gebührenfrei.