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| 04:59 Uhr

Urlaub auf Bora Bora
Hai-Schnorcheln und Regenwald in Französisch-Polynesien

 Willkommen in der Südsee: Bora Bora gehört zu den Gesellschaftsinseln in Französisch-Polynesien. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn
Willkommen in der Südsee: Bora Bora gehört zu den Gesellschaftsinseln in Französisch-Polynesien. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn
Vaitape. Im klaren Wasser des Ozeans tauchen plötzlich dunkle Flossen auf. Schwarzspitzenriffhaie schwimmen um das Ausflugsboot. Rein ins Wasser oder nicht? Kein Problem, versichern die Einheimischen. Von Philipp Laage, dpa

Jetzt heißt es mutig sein, runter vom Boot - und schnorcheln inmitten von Haien! Nervenkitzel in der Südsee. Niemand muss in seinem Leben die Lagune von Bora Bora gesehen haben. Aber es braucht auch niemand eine Hermes Birkin Bag oder einen Porsche 911 Carrera.

Beides gilt dennoch als begehrlich, ob aus ästhetischen Motiven oder Statusgründen. Oder aus beidem. Französisch-Polynesien ist quasi die Designerhandtasche oder der Luxus-Sportwagen unter den Sehnsuchtsreisezielen.

Sehr hohe Hotelkosten

Das französische Überseegebiet im Südpazifik besteht aus mehreren Inselgruppen. Die Gesellschaftsinseln mit Tahiti sind am bekanntesten. Der Name stammt von Seefahrer James Cook, der die Inseln zu Ehren der Geographic Society in London so taufte.

Wer dieser Tage mit einem Kreuzfahrtschiff anreist, ist zwar mit Sicherheit kein bedürftiger Mensch, spart sich aber absurde Hotelkosten an Land von teils mehr als 1000 Euro pro Nacht. Und lernt dennoch, dass die tropische Inselwelt auf der anderen Seite des Globus vielfältiger ist, als die Postkartenmotive vermuten lassen.

Bora Bora: Schnorcheln mit Haien

Der Name ist eine Verheißung: Bora Bora. Tony Marshall formulierte schon 1978 die Erwartungshaltung und trällerte: „Mein Paradies im Sommerwind, wo alle Menschen glücklich sind.“ 30 Jahre später wurde der Schlagersänger Ehrenbürger von Bora Bora.

Das weltberühmte Atoll wird vom 727 Meter hohen Mount Otenanu überragt, ein von Hibiskus überzogener, erloschener Vulkan. Der Korallenring ist von Palmeninseln besetzt, in Polynesien Motus genannt, und umschließt eine türkis schillernde Lagune. Jenseits der Gischtkante strahlt der Ozean kobaltblau. Wie Bora Bora aussieht, so würde ein Kind wahrscheinlich die Südsee malen.

Weil diese archetypische Landschaftsform, die Charles Darwin genau beschrieb, aus der Luft besonders zur Geltung kommt, werden auch Helikopter-Rundflüge angeboten. Faszinierender ist die Natur aber aus der Nähe, zum Beispiel bei einem Ausflug in der Lagune.

Stachelrochen und Schwarzspitzenriffhaie

Beim Anleger in Vaitape besteigen die Landausflügler ein Boot, das von einem Polynesier mit Blumenhemd gesteuert wird, der zwar wenig redet, aber häufig zur Mini-Gitarre greift und heitere Lieder anstimmt. Vielleicht ein alter Freund von Tony Marshall?

Der Schnorchel-Halt ist ein besonderes Erlebnis: Stachelrochen schweben inmitten der Touristenbeine durchs klare Wasser, angefüttert von den Bootsführern. Manchmal streift eine Flosse eine Wade.

Außerhalb der flachen Lagune, hinter der Riffkante, wird es noch spektakulärer: Der Bootsführer lockt mit Fischabfällen die Schwarzspitzenriffhaie an.

Raiatea: Polynesische Kultstätten

Raiatea, das sich mit der Nachbarinsel Tahaa ein Korallenriff teilt, erinnert weniger an das Klischeebild der Südsee. Das gebirgige Eiland fällt in zerklüfteten Hängen steil zum Ozean hin ab.

Bei der Anfahrt mit dem Schiff verhüllen schwere Wolken die Berge, als grollten sie den Besuchern. Auf der Insel liegt eine der bedeutendsten Kultstätten Polynesiens: Marae Taputapuatea, ein Unesco-Welterbe.

Muschelkalk und Lavasteine

Die Marae waren einmal wichtige Landmarken, Orte der Macht und ein Ausdruck der gesellschaftlichen Hierarchie mit zahlreichen Herrschergeschlechtern. Hier hielten die Polynesier einst Zeremonien ab, riefen ihre Ahnen an und ehrten den Schöpfergott Oro. Und manchmal brachten sie auch Menschenopfer dar.

Das Archaische ist heutzutage weit weg. Der Besucher spaziert in der restaurierten Kultstätte zwischen Muschelkalk und verwitterten Lavasteinen, die wie stumme Zeugen auf einer Wiese herumliegen.

Moorea: Dusche im Regenwald

Moorea ist wie alle Gesellschaftsinseln ein Vulkaneiland, das durch einen Hotspot unter der Pazifischen Platte entstanden ist: Magma drang dort durch die Erdkruste nach oben. Die Jurassic-Park-artige Dschungelinsel mit ihrem gewaltigen V-förmigen Gebirgszug könnte als letzter Zufluchtsort der Dinosaurier durchgehen.

Die gut 16.000 Einwohner sprechen jedoch gegen Urzeittiere. Sie finden auf der Insel eine brauchbare Infrastruktur vor: Post, Bank, Arzt, Apotheke, Ambulanz, Gendarmerie, Schule.

An der Küste im Norden und Nordwesten mit den schönsten Stränden liegen einige Luxushotels. Früher wurde einmal Kaffee angebaut, heute sind es Ananas und die edle Tahiti-Vanille, ein beliebtes Souvenir.

Tolle Aussichten im Bergwald

„Es gibt keine giftigen Pflanzen, es ist sehr friedlich“, sagt Hiro Damide, 46, über die Wanderung durch die Wildnis von Moorea. Der einheimische Guide führt eine kleine Gruppe an Touristen in den Bergwald, der nicht von Dinos, aber vielen Mücken bewohnt wird.

Bereits vom Aussichtspunkt Belvedere bietet sich ein großartiger Blick über den Norden der Insel mit der Cook's Bay. Doch sogleich verschwindet die Gruppe im Tropenwald.

Was aussieht wie Jahrtausende alte Wildnis, ist trotz verworrener Vegetation stark durch den Menschen geprägt. Die Polynesier brachten auf ihrer Expansion in Richtung Osten viele Arten mit, die auf den Inseln zuvor nicht heimisch waren.

Regenwaldduschen - in echt

So geht es vorbei an mächtigen Banyan-Feigenbäumen und meterhohem Bambus, der auf Moorea als Arbeitsmaterial und auch zum Kochen verwendet wird.

Der Wind bläst die Wolken von der See hinein ins Gebirge. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Regen einsetzt. Ausgerechnet am höchsten Aussichtspunkt, das muss an diesem Tag wohl so sein. Den gesamten Rückweg über schüttet es - eine echte Regenwalddusche.

Reisehinweise für Frankreich mit Informationen zu Französisch-Polynesien (Auswärtiges Amt)

Französisch-Polynesien

Reiseziel: Französisch-Polynesien ist ein Überseegebiet Frankreichs im Pazifischen Ozean. Es besteht aus den Gesellschaftsinseln, dem Tuamotu-Archipel, den Marquesas, den Austral- und den Gambierinseln.

Die von James Cook so benannten Gesellschaftsinseln teilen sich wiederum auf in die Inseln über dem Wind (u.a. Tahiti und Moorea) und die Inseln unter dem Wind (u.a. Bora Bora und Raiatea).

Anreise: Die teure Anreise erfolgt über den internationalen Flughafen von Tahiti in Papeete oder per Kreuzfahrtschiff. Air France fliegt von Paris über Los Angeles nach Tahiti. Zudem gibt es Verbindungen zum Beispiel über Sydney und Auckland. Von Papeete aus mit dem Flugzeug weiter auf die einzelnen Inseln.

Einreise: Deutsche Staatsangehörige benötigen einen gültigen Reisepass. Zwar ist die Einreise theoretisch auch mit einem Personalausweis möglich, doch üblicherweise wird für den Zwischenstopp in einem Drittland ein Pass nötig.

Geld: Die Währung ist der Pazifische Franc. 1 Euro sind rund 120 CFP-Franc. Euro werden jedoch oft ebenfalls akzeptiert.

Gesundheit: Französisch-Polynesien gilt als malariafrei. Als Reiseimpfung wird Hepatitis A empfohlen.

Informationen: Tahiti Tourisme Germany, c/o Eyes2Market GmbH
Fasanenstr. 2, 25462 Rellingen, Tel.: 04101/696 88 02, E-Mail: info@tahititourisme.de.

 Von wegen Südsee-Bonbonfarben: Die Wanderung durch die Wildnis von Moorea ist nichts für Schönwetter-Urlauber. Foto: Philipp Laage
Von wegen Südsee-Bonbonfarben: Die Wanderung durch die Wildnis von Moorea ist nichts für Schönwetter-Urlauber. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Motus heißen in Polynesien die kleinen Inseln auf den Saumriffen - hier ein Palmeneiland auf Bora Bora. Foto: Philipp Laage
Motus heißen in Polynesien die kleinen Inseln auf den Saumriffen - hier ein Palmeneiland auf Bora Bora. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Beim Lunch auf einem der Motus umschwimmen Fische die Füße der Gäste - der Tisch steht im flachen Wasser. Foto: Philipp Laage
Beim Lunch auf einem der Motus umschwimmen Fische die Füße der Gäste - der Tisch steht im flachen Wasser. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Schnorcheln in der Lagune von Bora Bora. In dem Gewässer gibt es zum Beispiel auch Stachelrochen zu sehen. Foto: Philipp Laage
Schnorcheln in der Lagune von Bora Bora. In dem Gewässer gibt es zum Beispiel auch Stachelrochen zu sehen. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Im Meer kann man auf Tuchfühlung mit Stachelrochen gehen. Foto: Tahiti Tourisme/dpa-tmn
Im Meer kann man auf Tuchfühlung mit Stachelrochen gehen. Foto: Tahiti Tourisme/dpa-tmn FOTO: Tahiti Tourisme
 Schnorchelausflug: Schwarzspitzenriffhai im Ozean hinter der Riffkante auf Bora Bora. Foto: Philipp Laage
Schnorchelausflug: Schwarzspitzenriffhai im Ozean hinter der Riffkante auf Bora Bora. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Mystisch: Blick vom Aussichtspunkt Belvedere über die Dschungelinsel Moorea. Foto: Philipp Laage
Mystisch: Blick vom Aussichtspunkt Belvedere über die Dschungelinsel Moorea. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Trip durch die grüne Wildnis: Die Insel Moorea ist von Dschungel bedeckt. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn
Trip durch die grüne Wildnis: Die Insel Moorea ist von Dschungel bedeckt. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn FOTO: Grégoire Le Bacon
 Die polynesische Kultstätte Marae Taputapuatea auf Raiatea zählt zum Weltkulturerbe der Unesco. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn
Die polynesische Kultstätte Marae Taputapuatea auf Raiatea zählt zum Weltkulturerbe der Unesco. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn FOTO: Grégoire Le Bacon
 Hiro Damide ist Touristenführer auf Moorea - und kann zum Beispiel vorführen, wie man Wasser zum Trinken aus den Bäumen bekommt. Foto: Philipp Laage
Hiro Damide ist Touristenführer auf Moorea - und kann zum Beispiel vorführen, wie man Wasser zum Trinken aus den Bäumen bekommt. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Bora Bora wird vom Mount Otenanu überragt. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn
Bora Bora wird vom Mount Otenanu überragt. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn FOTO: Grégoire Le Bacon
 Sündhaft teure Hotels: Diese Überwasser-Villen gehören zu einem luxuriösen Resort auf Bora Bora. Foto: Philipp Laage
Sündhaft teure Hotels: Diese Überwasser-Villen gehören zu einem luxuriösen Resort auf Bora Bora. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Moorea erscheint wie eine Insel aus „Jurassic Park“. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn
Moorea erscheint wie eine Insel aus „Jurassic Park“. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn FOTO: Grégoire Le Bacon
 „Wo alle Menschen glücklich sind“ - musikalischer Bootsführer beim Tagesausflug auf Bora Bora. Foto: Philipp Laage
„Wo alle Menschen glücklich sind“ - musikalischer Bootsführer beim Tagesausflug auf Bora Bora. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Spuren des alten Polynesiens: Kultstätte Marae Taputapuatea auf der Insel Raiatea. Foto: Philipp Laage
Spuren des alten Polynesiens: Kultstätte Marae Taputapuatea auf der Insel Raiatea. Foto: Philipp Laage FOTO: Philipp Laage
 Lange Strände, türkisblaues Wasser: Bora Bora ist für viele ein Traumziel. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn
Lange Strände, türkisblaues Wasser: Bora Bora ist für viele ein Traumziel. Foto: Grégoire Le Bacon/Tahiti Tourisme/dpa-tmn FOTO: Grégoire Le Bacon