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| 09:42 Uhr

Grapefruits an der Themse
Europas außergewöhnliche Gärten

 Vorne kunstvoll angeordnete Pflanzen, hinten der Atlantik und die Stadt Funchal: Naheliegend, dass das Parterre des Jardim Botânico da Madeira ein besonders beliebtes Fotomotiv ist. Foto: Daniela David
Vorne kunstvoll angeordnete Pflanzen, hinten der Atlantik und die Stadt Funchal: Naheliegend, dass das Parterre des Jardim Botânico da Madeira ein besonders beliebtes Fotomotiv ist. Foto: Daniela David
London. Botanische Gärten haben nicht alle Urlauber bei ihren Reisen auf dem Zettel. Zu Unrecht, denn ein Besuch in einigen der schönsten Gärten Europas zeigt: Es warten wunderbare Ausblicke, echte Exoten und manchmal auch geradezu malerische Eindrücke. Von Daniela David, dpa

Royale Gärten mit Weltruhm - die Kew Gardens in London

Ein Muss, nicht nur für Pflanzenliebhaber: Der Kew Garden im Londoner Stadtteil Richmond ist mit seinen weitläufigen 80 Hektar Fläche einer der bedeutendsten botanischen Gärten überhaupt - mit Pflanzenarten aus der ganzen Welt. In der Forschung haben die royalen botanischen Gärten mit ihrer riesigen Pflanzensamenbank Weltruhm erlangt. „Viele unserer Pflanzen sind bereits vom Aussterben bedroht“, erzählt Scott Taylor, der hier Leiter des Gartenbaus ist. „Deshalb versuchen wir, die Samen von so vielen Arten wie möglich zu sichern.“

Informationen: 0044 20 8332 5655; www.kew.org/kew-gardens

Versteckt im Wohnviertel - der Chelsea Physic Garden in London

Neben Kew mutet der Chelsea Physic Garden, Londons ältester botanischer Garten, winzig an. Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt er im feinen Stadtteil Chelsea. Wegen seiner Nähe zur Themse und der schützenden Mauern herrscht hier ein mildes Mikroklima. Eine gute Voraussetzung für Zitrusgewächse aus südlicheren Gefilden wie Grapefruit, Zitrone und Bergamotte. Ein idyllischer Garten mit mediterranem Touch mitten in London.

Informationen: 0044 20 7352 5646; www.chelseaphysicgarden.co.uk

Wo die Magnolien wachsen - der Parco Botanico Eisenhut im Tessin

Der Botanische Garten Eisenhut am Monte Gambarogno mit Blick auf den Lago Maggiore ist vor allem für eine Pflanze bekannt: die Magnolie. „Mit 600 Arten gilt unsere Magnoliensammlung als größte der Welt“, meint der Eigentümer Rito Eisenhut.

Im sonnenverwöhnten Kanton Tessin auf der Südseite der Schweizer Alpen ist es warm genug für diese Ziergehölze mit den beeindruckenden Blütenblättern. Einige der Magnolien messen mehr als zehn Meter Höhe.

Informationen: 0041 91795 1867; www.eisenhut.ch

Farbige Geometrie im Jardim Botânico da Madeira in Funchal

Eine Seilbahn führt von der Altstadt Funchals zu dem 300 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Jardim Botânico da Madeira in Portugal. Beim Anblick der Parterre zücken die meisten Besucher die Kamera. Dort bilden auf einem Plateau Pflanzen in kontrastreichen Farben geometrische Muster - mit dem Atlantik als Hintergrund.

„Bei uns gedeihen exotische Pflanzen“, erklärt die Fremdenführerin Amélia Carvalho und zeigt auf riesige Strelitzien, einen markanten Drachenbaum und tropische Palmfarne (Cycadales). Diese Urzeitpflanzen sehen aus wie Palmen mit Farnblättern. Es gibt aber auch einheimische Gewächse in dem Garten zu sehen, etwa den speziellen Madeira-Lorbeer. „Ursprünglich war das ganze Eiland mit Lorbeerwald bedeckt.“

Informationen: https://ifcn.madeira.gov.pt

Mohnblumen wie ein Gemälde - der Jardin des Plantes in Paris

In einer schier unendlich langen Rabatte wogt im Jardin des Plantes im Herzen von Paris eine Welle aus bunten Mohnblumen. Die zarten Blütenblätter erinnern an Tupfen auf impressionistischen Gemälden. Touristen fotografieren sich unter den rosa blühenden, japanischen Kirschbäumen. Und das Seine-Ufer ist in diesem botanischen Garten, der zum Museum für Naturgeschichte gehört, ganz nah.

Informationen: 0033 1 40 79 5601/5479; www.jardindesplantesdeparis.fr/fr

Lindenvielfalt in den Jardins de Coursiana in Frankreichs Südwesten

In La Romieu im Südwesten Frankreichs liegen die Jardins de Coursiana. „Wir betonen es gar nicht, dass wir ein botanischer Garten sind“, erzählt die Besitzerin des Parks, Véronique Delannoy. „Sonst denken die Leute vielleicht, bei uns sei es langweilig.“ 700 seltene Bäume und Gehölze aus fünf Kontinenten stehen hier, darunter 60 verschiedene Arten von Linden.

Informationen: 0033 5 6268 2280; www.jardinsdecoursiana.com

Asiatische Flora im ältesten botanischen Garten der Niederlande

Seit mehr als 400 Jahren gibt es den botanischen Garten in Leiden, zwischen Den Haag und Amsterdam gelegen. „Er ist der älteste in den Niederlanden“, erklärt Paul Keßler, der deutsche Direktor des Hortus Botanicus. „Er wurde bereits im Jahr 1590 als akademischer Garten der Universität angelegt.“ Die holländische Ostindien-Kompanie brachte seltene Pflanzen aus den Tropen mit nach Hause - der Anfang einer großen Sammlung von südostasiatischer Flora in Leiden.

Kunst zwischen Blätterwerk - der Real Jardin Botanico in Madrid

Ein schmiedeeiserner Zaun umfasst den Real Jardin Botanico, den Königlichen Botanischen Garten, in Madrid. Er liegt gleich neben dem berühmten Prado-Museum. Und auch zwischen dem Blätterwerk ist Kunst zu sehen, hier ragen mannshohe Statuen spanischer Botaniker heraus.

Rot wie Feuer leuchten die Blüten des Granatapfels aus Asien und die weichen zylinderförmigen Quasten des Pfeifenputzerstrauchs. Stachlig wirkt die Cardo de Huerta, eine Art spanischer Artischocke.

Informationen: 0034 91 4203 017; www.rjb.csic.es

Gut zu wissen: Die Gärten sind nicht alle ganzjährig geöffnet und kosten zumeist Eintritt. Als Reisezeit bieten sich oft das Frühjahr und der Sommer an - dann blüht besonders viel.

 Die Londoner Kew Gardens sind berühmt für ihre Pflanzensamenbank. Besucher lockt aber eher das weitläufige Areal mit 80 Hektar Fläche an. Foto: Daniela David
Die Londoner Kew Gardens sind berühmt für ihre Pflanzensamenbank. Besucher lockt aber eher das weitläufige Areal mit 80 Hektar Fläche an. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt der Chelsea Physic Garden in London. Hier herrscht ein mildes Mikroklima, in dem etwa Grapefruits gut gedeihen. Foto: Daniela David
Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt der Chelsea Physic Garden in London. Hier herrscht ein mildes Mikroklima, in dem etwa Grapefruits gut gedeihen. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Akkurat angelegte Beete, gepflegter Rasen und riesige Gewächshäuser: So präsentieren sich die Kew Gardens in London. Foto: Daniela David
Akkurat angelegte Beete, gepflegter Rasen und riesige Gewächshäuser: So präsentieren sich die Kew Gardens in London. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Große Vielfalt: Die Jardins de Coursiana im Südwesten Frankreichs sind als Park von besonderem botanischen Interesse klassifiziert. Foto: Daniela David
Große Vielfalt: Die Jardins de Coursiana im Südwesten Frankreichs sind als Park von besonderem botanischen Interesse klassifiziert. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Die Jardins de Coursiana in La Romieu in Frankreichs Südwesten warten mit einer Fülle blühender Pflanzen auf. Foto: Daniela David
Die Jardins de Coursiana in La Romieu in Frankreichs Südwesten warten mit einer Fülle blühender Pflanzen auf. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Véronique Delannoy ist Besitzerin der Jardins de Coursiana im Südwesten Frankreichs. Foto: Daniela David
Véronique Delannoy ist Besitzerin der Jardins de Coursiana im Südwesten Frankreichs. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Der botanische Garten in Leiden ist der älteste in den Niederlanden. Foto: Daniela David
Der botanische Garten in Leiden ist der älteste in den Niederlanden. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Amélia Carvalho arbeitet als Fremdenführerin auf Madeira. Foto: Daniela David
Amélia Carvalho arbeitet als Fremdenführerin auf Madeira. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Im Jardim Botânico da Madeira gedeihen auch exotische Pflanzen wie diese tropischen Palmfarne. Foto: Daniela David
Im Jardim Botânico da Madeira gedeihen auch exotische Pflanzen wie diese tropischen Palmfarne. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Zwischen all dem Grün stehen im Real Jardin Botanico von Madrid mehrere Statuen spanischer Botaniker. Foto: Daniela David
Zwischen all dem Grün stehen im Real Jardin Botanico von Madrid mehrere Statuen spanischer Botaniker. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Im Sommer erstrahlen die Pfeiffenputzersträuche im Real Jardin Botanico von Madrid in einem satten Rot. Foto: Daniela David
Im Sommer erstrahlen die Pfeiffenputzersträuche im Real Jardin Botanico von Madrid in einem satten Rot. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Wie Tupfen auf einem impressionistischen Gemälde: So wirken im Frühjahr die malerischen Mohnblumenbeete im Jardin des Plantes von Paris. Foto: Daniela David
Wie Tupfen auf einem impressionistischen Gemälde: So wirken im Frühjahr die malerischen Mohnblumenbeete im Jardin des Plantes von Paris. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Auszeit vom Großstadttrubel: Der Jardin des Plantes liegt im Herzen von Paris. Foto: Daniela David
Auszeit vom Großstadttrubel: Der Jardin des Plantes liegt im Herzen von Paris. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Die Pflanzen, die Alpen, der Lago Maggiore. Diesen Ausblick haben Besucher im Botanischen Garten Eisenhut im Tessin. Foto: Daniela David
Die Pflanzen, die Alpen, der Lago Maggiore. Diesen Ausblick haben Besucher im Botanischen Garten Eisenhut im Tessin. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David
 Rito Eisenhut ist Eigentümer des gleichnamigen botanischen Gartens im Tessin. Foto: Daniela David
Rito Eisenhut ist Eigentümer des gleichnamigen botanischen Gartens im Tessin. Foto: Daniela David FOTO: Daniela David