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| 10:45 Uhr

Camping-Boom
Camping-Boom: Camper entdecken Großstädte und Luxus für sich

FOTO: pixabay/MAKY_OREL
Berlin. Der Camping-Boom in Deutschland hält ungebrochen an. So stieg zuletzt die Zahl der zugelassenen Campingfahrzeuge. Inzwischen zieht es Camper nicht mehr nur in die Natur und Abgeschiedenheit, sondern auch in die Großstädte der Bundesrepublik. Sogar in der mehr als 3,5 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Berlin finden sich inzwischen Stellplätze für Wohnmobile.

Der Camping-Boom drückt sich am stärksten in den Zulassungszahlen von Wohnmobilen und Caravans aus: Der Caravaning Industrie Verband (CIVD) hat erst kürzlich in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass 2018 neue Allzeit-Bestwerte erreicht wurden: Demnach stieg die Zahl der Neuzulassungen bei Freizeitfahrzeugen um mehr als 12 Prozent an. In der Summe macht das rund 47.000 neu zugelassene Wohnmobile und über 24.000 neu zugelassene Caravans. Die Zahlen stimmen Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des CIVD, auch für 2019 optimistisch: "Caravaning verbindet selbstbestimmtes Reisen mit vielfältigen Möglichkeiten der individuellen Freizeitgestaltung. Das Reisen mit Caravan oder Reisemobil ist daher für immer mehr Deutsche eine sehr attraktive Form des Urlaubs. Wir rechnen daher auch für 2019 mit einer erneuten Steigerung der Nachfrage".

Glamping und Großstadt-Camping machen den Urlaub im Wohnmobil vielfältiger

Das könnte auch daran liegen, dass Camping sein altbackenes Image abgelegt hat: Statt an Klappstühle und Bratwurst denkt man heute eher an Freiheit und flexibles Reisen. So verwundert es auch nicht, dass der Urlaub mit dem Wohnmobil seine Grenzen ausweitet. Inzwischen geht es nicht mehr nur auf klassische Stellplätze in der Natur, sondern auch in den Großstadtdschungel. Vor allem Berlin ist zum Ziel und Ausgangspunkt vieler Campingreisen geworden: Während man über das Portal tuicamper.com und vergleichbare Plattformen Campingfahrzeuge zum Mieten findet, listet stellplatz.info inzwischen 10 Wohnmobilstellplätze in Berlin auf. Einer davon, die "Wohnmobil-Oase-Berlin", liegt sogar mitten in der City. Umgeben von Wohnsiedlungen und dem Humboldthain liegt dieser Stellplatz in unmittelbarer Nähe zum U- und S-Bahnhof Gesundbrunnen. Von dort aus sind Urlauber mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell in Mitte oder im Regierungsviertel - oder sie erkunden den Wedding zu Fuß. Denn von dem 14.000 Quadratmeter großen Stellplatz, der laut Berliner Morgenpost seit 2016 Platz für 100 Wohnmobile bietet, ist man in wenigen Gehminuten mitten in den belebten Straßen des Multikulti-Stadtteils mit seinen unzähligen Cafés, türkischen Supermärkten und Restaurants. Mit einem solchen Stellplatz ist Berlin alles andere als allein: In vielen anderen Städten entstehen solche zentral gelegenen Stellplätze. So gibt es beispielsweise auch in Cottbus einen innerstädtischen Wohnmobilstellplatz direkt am Nordring - perfekt, um von dort aus die Altstadt zu erkunden. Ein zweiter Trend neben dem Großstadt-Camping ist das sogenannte Glamping: Bei diesem "glamourösen Campen" geht es zwar in die Natur, jedoch ohne auf Annehmlichkeiten, wie man sie aus einem Hotel kennt, verzichten zu müssen. So bauen viele Campingplätze inzwischen ihr Angebot aus und setzen auf Pool-Anlagen, Rezeption oder außergewöhnliche Unterkünfte. Wie n-tv.de berichtet, können beide Trends auch ineinander übergehen: So kann man inzwischen in Berlin-Neukölln in alten Hinterhoffabriken campen. Man übernachtet dort in kleinen Hütten oder Retro-Wohnwagen, die sogar die Berliner selbst gerne besuchen, um den eigenen Kiez mal mit anderen Augen zu sehen. Im Mietwohnmobil flexibel fremde Länder und Städte erkunden oder mit dem eigenen Fahrzeug auf Erkundungstour gehen, in Großstädten campen oder in luxuriösen Camping-Resorts Natur und Komfort gleichzeitig genießen - die Beispiele zeigen, dass Camping ungeheuer vielfältig geworden ist.