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| 14:42 Uhr

Urlaub an der Ostsee
Beim Silo-Klettern auf Fehmarn geht es hoch hinaus

 Die Silo-Climbing Anlage in Burg auf Fehmarn ist mit ihrer 40 Meter Route Europas höchste Top-Rope gesicherte Kletteranalage. Foto: Markus Scholz/dpa
Die Silo-Climbing Anlage in Burg auf Fehmarn ist mit ihrer 40 Meter Route Europas höchste Top-Rope gesicherte Kletteranalage. Foto: Markus Scholz/dpa
Fehmarn. Der sechsjährige Jakob Melzer hat sein Ziel fest im Auge. „Da will ich rauf“, sagt er und blickt an dem Getreidesilo im Hafen von Burgstaaken empor. Er überprüft noch einmal sein Sicherungsgeschirr, dann packt er beherzt den ersten Klettergriff und beginnt mit dem Aufstieg. Von Eva-Maria Mester, dpa

„Bisher bin ich nur in der Halle geklettert, aber das hier ist viel cooler“, sagt Jakob begeistert. Denn beim „Silo Climbing“ auf der Ostseeinsel Fehmarn geht es an der Außenseite des Silos steil nach oben.

„Oft ist es umgekehrt - viele Hallenkletterer tun sich beim Klettern unter freiem Himmel anfangs etwas schwer“, sagt Roland Hain. Der 54-Jährige betreibt seit 1997 die Kletteranlage „Silo Climbing Fehmarn“, die sich zu einem Anziehungspunkt vor allem für Urlauberfamilien entwickelt hat.

Silo war anfangs nur Werbefläche

Die Idee dazu hatte Hain, der früher einen Surfshop in Burgstaaken betrieb, Mitte der 1990-er Jahre. „Es gab damals sieben Surfshops auf der Insel und ich wollte eine besondere Werbung für mein Geschäft machen“, sagt er. Zunächst habe er die Außenfläche des Silos als eine Art riesige Litfaßsäule nutzen wollen.

„Da aber viele Surfer auch gerne klettern, entstand die Idee, für Kunden meines Ladens zwei kurze Zehn-Meter-Routen anzubieten“, erinnert er sich. Daraus wurde schließlich eine Anlage mit 14 verschiedenen Routen, die im Juni 1997 eröffnet wurde. Die höchste Route ist 40 Meter hoch.

Höchste künstliche Kletteranlage Europas

„Nach unserer Kenntnis ist das die höchste künstliche Kletteranlage Europas“, heißt es aus der Pressestelle des Deutschen Alpenvereins (DAV) in München. Normalerweise sind künstliche Kletterwände nach Angaben des DAV maximal 20 Meter hoch. Der Verein, der auch selbst 220 der bundesweit rund 500 Kletterhallen betreibt, schätzt, dass es bundesweit mehr 500.000 Sportkletterer gibt.

Wie viele Besucher Hain auf seiner Kletteranlage in der Saison hat, will er nicht sagen. Die Zahlen schwankten zu stark, je nach Wochentag und Wetter, sagt er.

Zu seinem anfänglichen Erstaunen fühlen sich nicht nur Surfer von dem Kletterangebot angesprochen, sondern auch Kinder mit ihren Eltern. „Heute sind etwa 80 Prozent meiner Kunden Kinder“, sagt er. Sie dürfen ab einer Körpergröße von 1,10 Metern den Parcours benutzen, für die ganz Kleinen gibt es zwei separate Mini-Routen.

Klettern auch bei schlechtem Wetter

Doch auch Erwachsene wie Josua Scheffler zieht es auf das Silo. „Das ist meine zweite Klettertour. Die Anlage ist ein tolles Angebot, gerade wenn das Wetter mal nicht so gut ist“, sagt der 28-Jährige aus Karlsruhe, der seinen Urlaub auf Fehmarn verbringt. Er hat sich für die 40-Meter-Route entschieden. „Wenn schon, denn schon“ sagt Scheffler.

Besonders stolz ist Hain darauf, dass sich in all den Jahren auf der Anlage noch kein Unfall ereignet hat. „Die Kletterer sind ja immer durch einen Partner am Boden gesichert, da kann nichts passieren“, versichert er.

Er selbst komme aus Zeitgründen kaum noch zum Klettern, bedauert er. „Aber die Wintermonate verbringen meine Partnerin Daniela und ich immer in Mexiko. Dort werden wir uns im nächsten Winter einen schönen Naturfelsen zum Klettern suchen“, sagt Hain.

Silo Climbing Fehmarn

Deutscher Alpenverein zum Klettersport

 Ein Junge klettert auf der Aussenwand eines Getreidesilos. Foto: Markus Scholz/dpa
Ein Junge klettert auf der Aussenwand eines Getreidesilos. Foto: Markus Scholz/dpa FOTO: Markus Scholz
 Eine Mutter sichert den Aufstieg ihres Sohns. Foto: Markus Scholz/dpa
Eine Mutter sichert den Aufstieg ihres Sohns. Foto: Markus Scholz/dpa FOTO: Markus Scholz
 Der Betreiber Roland Hain. Foto: Markus Scholz/dpa
Der Betreiber Roland Hain. Foto: Markus Scholz/dpa FOTO: Markus Scholz
 Laut dem Betreiber Roland Hain gab es auf der Anlage noch keinen Unfall. Foto: Markus Scholz/dpa
Laut dem Betreiber Roland Hain gab es auf der Anlage noch keinen Unfall. Foto: Markus Scholz/dpa FOTO: Markus Scholz