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Verbraucherrecht
Verbraucher sollten genau prüfen - Widerruf bei aktuellen Immobiliendarlehen

Rechtstipp von FRANK RENNERT zum Thema VERBRAUCHERRECHT

In einer Entscheidung vom 22. November 2016 (Az. XI ZR 434/15) hat der 11. Bankensenat des BGH festgestellt, dass Kreditnehmern mit Neuverträgen ab dem 11. Juni 2010 für die Bank zuständige Aufsichtsbehörde (BaFin) informiert wird, ein Widerrufsrecht zustehen kann.

Die Sparkasse hatte es nämlich versäumt im Rahmen des Kreditvertrages die zuständige Aufsichtsbehörde mit deren Anschrift auch tatsächlich zu benennen, so dass nach der zutreffenden Auffassung des BGH dieWiderrufsfrist nicht zu laufen begann.Verbraucher sollten nun genau prüfen, ob die in der Widerrufsinformation ihres speziellen Kreditvertrages beispielhaft genannten Pflichtangaben, insbesondere jene zur Aufsichtsbehörde, sich auch tatsächlich in ihrem Vertrag wieder finden. Andernfalls können diese Kreditverträge auch zum jetzigen Zeitpunkt noch widerrufen werden. Tatsächlich geht es hierbei um viel Geld. Der so genannte „Widerrufsjoker“ wird beispielsweise besonders gern genutzt, um die aktuell niedrigen Zinsen imWege einer Umschuldung zu nutzen.

Rechtsanwalt Frank Rennert
Tätigkeitsschwerpunkte:
Handels- und Gesellschaftsrecht
Kapitalanlegerecht