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Nike Air Max? ein Kultschuh feiert Geburtstag

Grell und bunt oder schlicht mit Akzenten, den Nike Air Max gibt es in unzähligen Farben und Varianten.
Grell und bunt oder schlicht mit Akzenten, den Nike Air Max gibt es in unzähligen Farben und Varianten. FOTO: Diana Indiana / Shutterstock.com / Quelle: Diana Indiana ? 350891102 / Shutterstock.com
In diesem Jahr feiert der Kult-Sneaker schlechthin sein 30-jähriges Jubiläum. Der Nike Air Max gehört als Aushängeschild zu Nike wie kaum ein zweiter Schuh aus der US-amerikanischen Sportartikelfirma. Natürlich lässt es sich Nike nicht nehmen, den Geburtstag mit einem Sondermodell zu feiern. Aber im Kampf um die Vorherrschaft auf dem Sportartikelmarkt kann sich das Unternehmen nicht nur auf den allgegenwärtigen Sneaker verlassen. Adidas holt mächtig auf, so dass das Duell der beiden Marken so spannend ist wie nie zuvor. Auch mit innovativen Trikots will Nike dafür sorgen, den Spitzenplatz nicht zu verlieren.

Ob zum Sport, für den Spaziergang oder auch beim festlichen Abendessen - Nike-Air-Max-Schuhe sind allgegenwärtig und stoßen fast überall auf Gegenliebe. Sogar auf Hochzeiten sollen sie schon gesehen worden sein. T inker Hatfield, Schuh-Designer bei Nike, hat mit diesem Erfolg bei seinem ersten Entwurf des Air Max im Jahr 1987 wahrscheinlich nicht gerechnet.

Neben dem Kultschuh hat Hatfield das Schuhdesign für zahlreiche Modelle von Nike übernommen, unter anderem entwarf er folgende Treter:

· Nike Air Max 1 (1987)

· Nike Air Trainer 1 (1987)

· Nike Air Jordan III (1988) und zahlreiche Folgemodelle

· Nike Air Max 90 (1990)

· Nike Air Flight Huarache (1992)

· Nike Air Oscillate (1996)

· Nike Zoom Talaria (1997)

· Nike Air Zoom Generation LeBron 1 (2003)

Trotz des großen Erfolgs der Air Jordan hat natürlich nur der Air Max derartige gesellschaftliche Auswirkungen, weil er neben der sportlichen Nutzung auch alltagstauglich ist. Um den Klassiker weiter im Gespräch und natürlich auch im aktuellen Sortiment zu halten, gibt es regelmäßig Sondereditionen des kultigen Allrounders.

Zum 30-jährigen Jubiläum erschien im März 2017 nur folgerichtig die "Nike Air Max 1 Anniversary"-Edition in limitierter Auflage. Bis zum Status "ausverkauft" hat es nicht lange gedauert, auch wenn der Sneaker für Außenstehende nichts Besonderes darstellt: weißer Sneaker mit markanten roten Akzenten - die Originalfarbgebung des ursprünglichen Modells. Fans des Schuhs freuen sich über einen Re-Release des Jubiläumsschuhs. Aber im Kampf gegen Adidas fährt Nike noch ganz andere Geschütze auf und setzt auf innovative Neurungen bei den Trikots.

Trikot 4.0 für NBA-Fans

Ab dieser Saison (2017/2018) löst Nike den deutschen Sportartikelhersteller Adidas als Ausrüster der NBA-Teams ab. Das ist natürlich ein Markt mit erheblichem Umsatz, der auch über die USA hinaus relevant ist. Die neuen Nike-Trikots der NBA-Teams sind dabei nicht mehr bloßes Kleidungsstück, sie sind ausgestattet mit Funkchips. Dadurch sind die Kunden noch näher am Hersteller, können aber auch selbst profitieren.

Die im Trikot integrierten Chips können per Smartphone angesteuert und gescannt werden. Bei dem Chip handelt es sich um einen NFC-Chip (Near Field Connection), der für eine Verbindung nur mit dem Smartphone berührt werden muss. Daraufhin bekommt der "Konsument" dank der NikeConnect-App Zugang zu exklusivem Material zur NBA oder zu Statistiken und Neuigkeiten über den Sportler, dessen Name auf dem Trikot prangt. Oder man erhält die Spotify-Playlist seines Lieblingsspielers. Die Möglichkeiten werden in der Zukunft wahrscheinlich noch zunehmen.

Wichtig für Nike wird es sein, wie das Unternehmen diese Technik nutzen will, um den Fan zum Kauf neuer Produkte anzuregen. Das könnte zum Beispiel in Form von Preisvorteilen im Vergleich zu "normalen Kunden" oder Gutscheinen sein. Solange die App nicht mit Werbung während einer Partie stört, könnten die Kunden einen Mehrwert erkennen und die digitalisierten Trikots akzeptieren. Weltweit verfügbar sollen die neuen Jerseys ab dem 29. September sein.

Adidas holt vor allem in Nordamerika auf

Nur drei Tage vorher, am 26. September, veröffentlicht Nike seine neuen Quartalsergebnisse. Die Zahlen werden nicht nur von Anlegern mit Spannung erwartet, verliert der US-amerikanische Hersteller gegenüber Adidas doch etwas an Boden. Das zeigt sich beispielsweise auch in der Kursentwicklung der beiden Aktien. Während Nike seit dem Abschluss des Geschäftsjahres im März 2017 fast 20 % verloren hat, konnte Adidas im gleichen Zeitraum gut 25 % gewinnen. Auch kurz vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen schwächelt die Nike-Aktie.

Vor allem beim Schuhverkauf in Nordamerika musste Nike Federn lassen. 2016 wurden hier weniger Nike-Schuhe verkauft als in den Jahren zuvor. Adidas hingegen rechnet für das Kalenderjahr 2017 in Nordamerika mit einem Umsatzwachstum von etwa 17 - 19 %. Nur die schwächelnde Tochter Reebok bremst die Euphorie beim Hersteller aus Herzogenaurach. Die Konsumlust der Nordamerikaner war zuletzt jedoch deutlich schwächer, was Sportartikel angeht. Foot Locker, ein wichtiger Vertriebspartner von Nike, macht dafür folgende Punkte verantwortlich:

· Veränderung des Kundengeschmacks

· Geringere Nachfrage für bestimmte Artikel (vor allem bei der Marke Nike Jordan)

· Zu wenige Innovationen der großen Marken

Beim letzten Kritikpunkt setzt Nike nun trotz der Jubiläumsversion des Air Max mit den Trikots an. Diese wirken sich aber erst auf die nächsten Quartalszahlen aus. In diesem Quartal konnten ohnehin schon erste Erfolge mit neuen Designs und Technologien gefeiert werden, allen voran bei dem neuen Dämpfungssystem Air VaporMax und dem Laufschuh Zoom Vaporfly.

Adidas versucht derweil, seine Marktanteile auf dem US-amerikanischen Markt auszubauen. Noch macht Nike etwa vier Mal so viel Umsatz in den USA wie Adidas. Doch Adidas hat in den letzten Jahren deutlich aufgeholt, auch weil der Chef von Adidas, Kasper Rorsted, Amerika als wichtigsten Markt ansieht: "Wir bewegen uns in die richtige Richtung, sind aber noch lange nicht da, wo wir hinwollen."

Eine Ansage, die Nike nicht unbedingt kalt lassen dürfte. Aber für die Zukunft sind sie zumindest im sehr wichtigen Basketball-Segment sehr stark aufgestellt. Laut dem Weltbasketballverband FIBA spielen etwa 450 Millionen Menschen Basketball. Für diese potentiellen Käufer wurden neben der Integration der NFC-Chips die Trikotvarianten auf fünf je Team aufgestockt.

Darüber hinaus hat der neue NBA-Ausrüster neue Socken mit besonderer Dämpfung entwickelt. Auch die Air-Jordan-Reihe wird weiterhin eine tragende Säule des Umsatzes von Nike bilden, so dass der Kult-Sneaker Air Max nicht die ganze Last alleine tragen muss.

Beim weltweiten Umsatz hat Nike die Nase vorne. Alleine in Nordamerika setzt Nike Waren im Wert von rund 15 Milliarden Euro ab, Adidas kommt in der wichtigen Region nur auf 3,5 Milliarden.
Beim weltweiten Umsatz hat Nike die Nase vorne. Alleine in Nordamerika setzt Nike Waren im Wert von rund 15 Milliarden Euro ab, Adidas kommt in der wichtigen Region nur auf 3,5 Milliarden. FOTO: Diana Indiana / Shutterstock.com / Quelle: Diana Indiana ? 350891102 / Shutterstock.com