Portulak ist auch bekannt als Burzelkraut. Die wilde Art ist inzwischen zu Unkraut auf Äckern verkommen, die Sprossen wachsen liegend und vermehren sich explosionsartig – sehr zum Missfallen der Lausitzer Gärtner. Verzehrt wird heute nur noch die kultivierte, in die Höhe wachsende Gartenpflanze. Da die Blätter als Wasserspeicher dienen, sind sie entsprechend dick und fleischig. Portulak zählt zu den Halbsukkulenten und ist angepasst an Trockenheit und Hitze.

Portulak hieß auch Posteleien

Im Mittelalter und zu Goethes Zeiten schätzte man die schnell wachsende einjährige Pflanze auch unter dem Namen Postelein. Heute erlebt das vergessene Küchenkraut eine kleine Renaissance – im Sog des Rückbesinnens auf naturnahes Leben und regionales Essen. In Holland, Belgien und Frankreich wird Portulak als feines Gemüse öfter zubereitet.

Portulak frisch oder blanchiert

Wer es auch ausprobieren möchte: Die Cottbuser Verbraucherberaterin Diana Marwitz hat einige Empfehlungen zusammengetragen. „Die fleischige Pflanze immer frisch verwenden oder blanchiert oder gedünstet“, rät sie. Ihres Wissens nach gibt es Portulak auch auf Wochenmärkten, es bieten auch Biobauern an. Es schmeckt leicht säuerlich und nussig.

Die Triebspitzen könne man als Pesto zu Nudeln mit Parmesan oder als Kräuterbutter fürs Brot verwenden. Auch in den Quark zu Pellkartoffeln schmecke es gut, sagt die Verbraucherberaterin.

Ernährungsphysiologisch wertvoll

Was manche für Unkraut halten, hat aber jede Menge Vitamine und Mineralstoffe aufzuweisen. Magnesium und Omega3-Fettsäuren, berichtet Diana Marwitz. Und vor allem viel Vitamin C. Verbraucherberaterin Marwitz hat dazu aber recht unterschiedliche Angaben gefunden: von 20 bis 70 mg auf 100 Gramm. Sie geht davon aus, dass sich die hohen Werte auf das rohe Kraut beziehen. Diana Marwitz: Zum Vergleich: die Zitrone enthält etwa 50 mg und Kartoffeln 17 mg.

Auf eines macht die Verbraucherberaterin noch aufmerksam: Portulak ist empfindlich und verdirbt schnell. Es eignet sich gut für die Zucht im Topf. Die Samen sind im Handel oder Internet erhältlich. „Zum Einfrieren oder Trocknen eignet es sich nicht“, sagt Diana Marwitz.

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