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| 14:55 Uhr

Lebensmittel
Lebensmittellügen ? Welche es gibt und wie sie zu erkennen sind

FOTO: StockPhotoPro - stock.adobe.com / StockPhotoPro
Der Spruch "Der Kunde ist König" trifft in vielen Fällen nur bedingt zu. Selbst wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Supermärkten noch so nett und hilfsbereit sein mögen, werden Verbraucher von den Produkten, die sie kaufen, oftmals für dumm verkauft.

So erliegen sie Irrtümern auf Verpackungen oder Abbildungen und interpretieren Werbung mitunter auf eine bestimmte Art und Weise, wodurch sich ihr Konsumverhalten ändert. Dahinter stecken einige Hersteller von Lebensmitteln, die ganz bewusst mit legalen Schlupflöchern arbeiten und sich diverser Tricks bedienen, um ihre Produkte attraktiver zu machen und ihren Umsatz zu steigern. Konsumenten sollten sich im Klaren darüber sein, dass nicht alle Produkte halten, was sie auf den ersten Blick versprechen und dass die Lebensmittelindustrie nicht unbedingt eine weiße Weste hat.

Regional ist oft nicht regional

Was Produkte behaupten (dürfen)

Nachhaltigkeit, Bio, Regionalität - all das liegt zurzeit im Trend und eigentlich handelt es sich dabei tatsächlich auch um einen positiven Trend. Denn gegen hochqualitative Produkte aus der Region, die unter fairen Bedingungen für alle Beteiligten produziert werden, ist absolut nichts einzuwenden. Im Gegenteil, wer solche Produkte tatsächlich zu kaufen bekommt, investiert in die eigene Gesundheit und in die Umwelt und eine faire Wirtschaft an der richtigen Stelle. Das Problem ist nur: Vor allem der Regionalitätsbegriff ist für Lebensmittel extrem dehnbar. Denn er ist, abgesehen von geschützten Ursprungsbezeichnungen wie etwa beim Parmaschinken, gesetzlich nicht geschützt und somit frei interpretierbar.

Im Klartext bedeutet das, dass Urlauber an der Nord- oder Ostsee beispielsweise, die sich über eine schöne Büsumer Krabbensuppe oder über Sylter Vollkornbrot freuen, nicht das bekommen, was sie erwarten - geschmacklich vielleicht, im eigentlichen Sinne aber nicht. Denn die Krabben müssen nichts mit Büsum zu tun haben und auch das Getreide für das Brot muss nicht unbedingt auf den Äcker Sylts gewachsen sein.

Um die ansprechenden Bezeichnungen verwenden zu können, berufen sich Hersteller darauf, dass es sich bei den Bezeichnungen um "Rezepturen" handelt. Diese dürfen auf der Packung beworben werden, dürften in der Regel vom Konsumenten aber wohl eher als Herkunftsangabe interpretiert werden. Das wiederum ist ganz im Sinne der Hersteller, denn ein bestimmter Ort oder eine Landschaft setzen mitunter Kaufanreize oder wecken bestimmte Gefühle beim Verbraucher.

Wie sich die wirkliche Herkunft erkennen lässt

Es ist also festzuhalten: Der Markenname oder der Slogan eines Produktes sagen erst einmal nichts über die Herkunft dieses Produktes aus. Und auch der Sitz des Lebensmittelherstellers sagt nichts über die Herkunft des Lebensmittels aus. Der Honig des Herstellers X mit Sitz in der Lüneburger Heide beispielsweise kann unter Umständen aus Mexiko oder aus sonst einem weit entfernten Land kommen. Auf dem Etikett steht das dann aber oftmals nicht. Stattdessen finden sich derlei Angaben etwa auf dem Deckel, wo kein Verbraucher so genau hinschaut.

Wer also erkennen will, woher sein Produkt wirklich stammt, muss genau hinschauen. Die Herkunftsangabe ist meist gesondert vermerkt; oftmals weist auch nur ein Kürzel im Identifikationsstempel auf den Herstellungsort hin. Findet sich gar keine Information zur Herkunft auf dem Etikett, kann meist davon ausgegangen werden, dass es sich bei der Angabe auf der Vorderseite um ein leeres Versprechen handelt.

Wenn der Biobegriff schwammig wird

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Seit einigen Jahren boomt ebenfalls der Markt mit Bio-Lebensmitteln. Diese sind heute nicht mehr nur etwa in Reformhäusern und in Naturkostläden zu haben wie das früher der Fall war, sondern finden sich auch in ganz normalen Supermärkten und Discountern. Und die meisten Kunden schenken den verschiedenen Bio-Siegeln so viel Vertrauen, wie wohl keinem anderen Label für Lebensmittel. Und der Trend hält an: 2017 etwa wurden mit Bioprodukten erstmals über 10 Milliarden Euro umgesetzt. Das sind 5,9 ?Prozent mehr, als noch im Vorjahr 2016.

Doch auch der Biobegriff hält heute leider nicht mehr immer, was er verspricht: Dass nämlich das Lebensmittel gesünder ist, weil es etwa weniger gespritzt wurde, dass die Tiere artgerechter gehalten werden und dass die Umwelt insgesamt geschont wird.

Denn mit der Expansion der Bio-Produkte in den Massenmarkt müssen natürlich auch mehr Lebensmittel geliefert werden und zur Verfügung stehen. Damit das gewährleistet werden kann, müssen die hohen Qualitätsstandards und Ansprüche an die Erzeuger biologischer Lebensmittel quasi zwangsweise erodieren. Selbst manches Bio-Gemüse wird mit Kupfer bespritzt, damit es schöner glänzt und Bio-Fleisch stammt nicht immer aus wirklich artgerechter Haltung, unter der keines der Tiere leidet.

Außerdem wird der Bio-Markt immer internationaler. Viele in Deutschland erhältliche Produkte stammen aus dem fernen Ausland. Dort müssen nicht zwangsweise deutsche Bio-Standards eigehalten oder deren Einhaltung kann nicht immer kontrolliert werden. Den Etikettenschwindel zu enttarnen fällt deutschen Lebensmittelkontrolleuren daher heute immer schwerer.

Die einzige Möglichkeit für Konsumenten beim Kauf von Bio-Lebensmitteln auch die Sicherheit zu haben, Bioware zu bekommen, besteht darin, nur den offiziell eingeführten und anerkannten Bio-Siegeln zu vertrauen. Es ist immer auch auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten. Weiterhin lohnt es sich, saisonales Obst und Gemüse zu kaufen, da dies lange Transortwege vermeidet, Energie bei der Kühlung und Lagerung spart und gut für die Öko-Bilanz ist.

Die Chance wirkliche Bio-Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft und Tierhaltung zu finden ist in kleinen Naturkostläden, Hofläden oder Bio-Supermärkten immer noch etwas höher, als bei konventionellen Lebensmittelketten und Discountern. Vielerorts besteht auch die Möglichkeit, sich eine Bio-Kiste mit Obst, Gemüse und zum Beispiel Eiern direkt nach Hause liefern zu lassen.

Die angeblich zahlreichen Unverträglichkeiten

Der "Unverträglichkeiten-Trend"

Erst seit wenigen Jahren sind viele Lebensmittel in Supermarktregalen mit den Zusätzen "laktosefrei" und "glutenfrei" versehen. Früher waren solche Hinweise fast nirgends zu finden, obwohl es Nahrungsmittelunverträglichkeiten schon immer gab. Die Frage lautet, ob die zahlreichen vermeintlichen Unverträglichkeiten tatsächlich ein modernes Gesundheitsproblem darstellen und ob sie zunehmen oder ob die Zunahme der für Betroffene gekennzeichneten Lebensmittel damit zu erklären ist, dass die Lebensmittelindustrie den "Trend" als Motor für die Absatzsteigerung nutzt, indem sie sich der Ängste der Konsumenten bedient.

Um es kurz zu machen: Entzündliche Darmerkrankungen, Allergien und Unverträglichkeiten nahmen in den letzten Jahren tatsächlich ein wenig zu - vorwiegend bei Menschen zwischen 20 und 30 Jahren. Erklären lässt sich dieser Umstand neben einer genetischen Disposition vor allem mit der modernen Lebensweise, bestimmten Umweltfaktoren sowie zunehmendem Stress und einem hektischer werdenden Alltag. Häufige Wohnortwechsel, mit denen eine Änderung oder Anpassung des Ernährungsstils einhergeht, wirken sich ebenfalls auf die Darmflora und die Entstehung von Erkrankungen aus.

Insgesamt betrachtet allerdings, davon kann man zumindest ausgehen, kaufen deutlich mehr Menschen bewusst Lebensmittel mit "frei von-Kennzeichnung", als sie eigentlich müssten. Denn mit der TK-Ernährungsstudie aus dem Jahr 2017, an der 1.200 Männer und Frauen ab 18 Jahren teilnahmen, konnte festgestellt werden, dass die wenigsten Deutschen tatsächlich eine Unverträglichkeit oder gar eine Allergie gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln haben.

Sowohl für diejenigen, die wirklich betroffen sind, als auch für jene, die einen Verdacht haben, lohnt es sich, die wichtigsten Unverträglichkeiten abseits jener, die in der medialen Aufmerksamkeit stehen, und deren echten Warnzeichen zu kennen. Für die einen, um ihre Gesundheit zu schützen, für die anderen, um Geld zu sparen und panikfrei zu herkömmlichen Lebensmitteln greifen zu können.

Wichtige Unverträglichkeiten und echte Warnzeichen

Zöliakie

Die Zöliakie, auch Glutenintoleranz, ist die am häufigsten in den Medien kursierende Nahrungsmittelunverträglichkeit der letzten Jahre. Wer unter Zöliakie leidet, sollte diese Erkrankung ernst nehmen, da das Immunsystem der Betroffenen auf Gluten in negativer Weise enorm stark reagiert. Zöliakie ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung und dabei eine Autoimmunerkrankung, bei welcher die Einnahme von Gluten zu zahlreichen Beschwerden wie etwa chronischen Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen, aber etwa auch zu Untergewicht, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Gelenkbeschwerden und Müdigkeit führen kann.

Die Anti-Gluten-Bewegung der letzten Jahre jedoch, die sich fast schon als Trend bezeichnet lässt, wird durchaus kritisch betrachtet. Sie dient als Beispiel für eine sich selbstverständigende unbegründete Phobie, die Lebensmittelkonzerne gerne ausnutzen, um Produkte teurer zu verkaufen. Wer Angst hat, kann sich auf Zöliakie testen lassen. Ohne ernsthafte Symptome zu verspüren allerdings einfach auf Gluten zu verzichten, schadet nicht nur dem Portemonnaie, sondern letztlich vielleicht sogar der Gesundheit.

Laktose-Intoleranz

Die Intoleranz unter der die Betroffenen tatsächlich am häufigsten leiden ist die Laktose-Intoleranz. Insgesamt sind es sogar 15 Prozent der Bevölkerung, die unter der auch als Milchzucker-Unverträglichkeit bekannten Erkrankung leiden. Sie wird durch einen Mangel an Laktase, ein Enzym, welches für die Aufspaltung des Milchzuckers im Dünndarm zuständig ist, hervorgerufen. Ein Körper, in welchem ein Mangel an Laktase herrscht, behält den Milchzucker im Darm. Dieser beginnt dort zu gären, was letztlich zu Durchfall und Blähungen führen kann.

Eine Störung der Laktoseverwertung bedeutet jedoch nicht immer, dass vollkommen alle Milchprodukte verzichtet werden muss. Häufig werden kleine Mengen von Milch gut vertragen. Wer bei sich Symptome nach dem Milchkonsum bemerkt, kann beispielsweise versuchen, erst einmal auf Trinkmilch zu verzichten, aber Käse weiter zu sich zu nehmen. Viele Sorten sind hier ohnehin von Natur aus laktosefrei.

Fruktose-Malabsorption

Wer Probleme hat, Obst in welcher Form auch immer zu konsumieren, weil er danach unter Durchfall, Blähungen, Verstopfung oder allgemeiner Übelkeit leidet, könnte eventuell unter Fruktose-Malabsorption oder Fruchtzucker-Unverträglichkeit leiden. Eine Störung des Fruchtzuckertransports im Dünndarm führt zu dieser Unverträglichkeit: Der Fruchtzucker wird dabei nicht vollständig in die Blutbahn abtransportiert, sondern bleibt stattdessen im Dünndarm und wird dort abgebaut.

Wer tatsächlich unter Fruktose-Unverträglichkeit leidet, sollte auf große Mengen Obst und Obstsäfte vollkomme verzichten. Auch Sorbit als Zuckerersatzstoff sollte nicht konsumiert werden.

Mit Unverträglichkeiten richtig umgehen

Prophylaktisch irgendwelche Lebensmittel zu meiden, weil man sich vor vermeintlich gefährlichen Inhaltsstoffen fürchtet ist nicht nur eine sinnfreie, sondern auch meist eine teure Taktik, da beispielsweise Lebensmittel ohne Gluten in der Regel aufwändiger zu produzieren und somit auch teurer sind, als herkömmliche Zutaten.

Wer allerdings etwa zwei bis drei Monate lang unter Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen leidet, sollte sich von einem Allergologen auf Unverträglichkeiten testen lassen. Alternativ kann auch eine "Eliminationsdiät" durchgeführt werden, bei der eine Zeit lang auf ein Lebensmittel oder eine Lebensmittelgruppe verzichtet und geschaut und protokolliert wird, wie die Verdauung sich verändert.

Von Screening-Tests oder dem sogenannten IgG4-Test raten selbst Experten ab, da ein bei ihnen festgestellter positiver Wert noch lange keine Rückschlüsse auf eine Pathologie erlauben. Dies wurde In den meisten Fällen verunsichern derlei Tests die Patienten eher, was wiederum zu weiterer fragwürdiger Diagnostik und zu teuren Therapieversuchen führen kann. Für die klinische Diagnostik hat im Übrigen auch eine Bestimmung der Zusammensetzung und Diversität der Darmflora derzeit keine wirkliche Relevanz.

Vitaminpräparate für die Gesundheit

Vitaminpräparate und Mineralzusatzstoffe gehören zur Gruppe der "Lebensmittel", die viele Menschen freiwillig und sehr gerne konsumieren. Einerseits glauben viele, die industrielle Landwirtschaft produziere immer vitaminärmeres Obst und Gemüse, andererseits sind viele der Meinung, sie ernähren sich nicht vielseitig genug und müssten Defizite daher über Präparate ausgleichen.

Ohne ausreichendes Hintergrundwissen über die genaue Wirkung und sinnvolle Dosierung im individuellen Fall ist die Einnahme von Vitaminpräparaten jedoch nicht unbedingt zielführend und kann sogar schaden.

Durch eine ausgewogene Ernährung bekommt der Körper grundsätzlich alle Mineralstoffe und Vitamine, die er benötigt. Zu viel Vitamine dagegen, die eben beispielsweise künstlich zugefügt werden, können unter Umständen krankmachen. Problematisch ist zudem, dass viele Vitaminpräparate die Nährstoffe künstlich nachbilden. Diese können vom Körper oft schlechter aufgenommen und verstoffwechselt werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die sogenannten bioaktiven Pflanzenstoffe, die in natürlichen Lebensmitteln ebenfalls enthalten sind.

Manche Vitamine können zudem vom Körper selbst gebildet werden, wie etwa das Vitamin D, wofür die Hilfe der Sonne notwendig ist. Wer regelmäßig an der frischen Luft unterwegs ist, wird hier keine Defizite aufweisen. Lediglich in den düsteren Wintermonaten kann ein zusätzliches Präparat notwendig werden.

Es ist nicht immer drin, was außen drauf ist

Wenn Cranberrys "umgefruchtet" werden

Dass mit Früchten ebenfalls viel Geld gemacht werden kann ist nichts Neues. Über exotische Früchte wie getrocknete Gojibeeren und Granatapfelkerne, die als Superfood gelten, haben wir erst kürzlich berichtet. Ein ganz anderes Thema sind Cranberrys. Hier unterliegen viele Konsumenten im Grunde einem noch viel größeren Schwindel und werden letztlich systematisch reingelegt.

Denn die Cranberry, auf Deutsch auch Moosbeere oder Kranbeere, ist eine echte Verwandlungskünstlerin in der Lebensmittelindustrie. So wird sie beliebig gefärbt und mit den Aromen unterschiedlichster Früchte ausgestattet, um einmal zur Erdbeere, einmal zur Himbeere und besonders gerne auch zur Kirsche zu werden. In der Fachsprache nennt man diese Transformation dann schönfärberisch "Umfruchten", was letztlich nichts Anderes meint, als den Ersatz teurerer Früchte durch billige Cranberrys.

Diese landen dann, in Form einer Trockenfrucht, etwa getarnt als leckere Himbeere, im Müsli oder in Fruchtriegeln. Auf der Packung dagegen strahlen dem Kunden in erster Linie die Himbeeren ins Auge und erst ein Blick auf die Zutatenliste verrät, dass an vorderster Stelle die Cranberrys stehen. Das bedeutet, dass diese de höchsten Gewichtsanteil am Gesamtprodukt haben. Pur lassen jene Cranberrys sich übrigens nicht einmal genießen. Denn sie schmecken sauer bis bitter und sind somit nichts für Fruchtzucker-Genießer.

Schöne Fotos auf Verpackungen

Oft ist sogar in den wenigsten Fällen das im Lebensmittel zu finden, was das Bild auf der Verpackung verspricht. Und selbst wenn das Lebensmittel durch die Verpackung zu sehen ist, handelt es sich beim tatsächlichen Lebensmittel nicht immer um das, was man vermutet. Was soll dies nun bedeuten?

1. Zum einen lachen einem beispielsweise auf der Verpackung eines Himbeerjoghurts fünf frische und saftige Himbeeren entgegen. Und auf der Packung der Nudelsuppe mit Entenfleisch prangt ein Schlegel einer zartbraunen Ente. Doch in diversen Praxistests stellt sich häufig heraus, dass im Joghurt zum Beispiel nur wenige Teile einer Himbeere enthalten sind und auch die Entensuppe fast vollkommen ohne Ente auskommt. Die meisten Gemüsebrühen enthalten ebenfalls meist mehr Salz als Gemüse.

2. Zum anderen sieht vielleicht auch verpacktes Frischfleisch aus dem Supermarkt von außen durch die Plastikverpackung so aus, wie frisches Fleisch eben aussehen soll - nämlich rosig und saftig. Allerdings trügt der Schein in vielen Fällen. Denn damit das Fleisch so aussieht und diese Optik sich auch noch mehrere Tage hält, wird nicht selten Sauerstoff in die Packung gepumpt. Dass das Fleisch dann oftmals innen schon zäh und grau ist, ahnt keiner der Konsumenten.

Produktnamen

Ähnlich verhält es sich mit Produktnamen oder beschönigenden Bezeichnungen. Auch von diesen lassen sich Käufer in ihrem Gutglauben häufig täuschen. So klingt ein Produkt, auf dem sich die Bezeichnung "Crispy Chicken" findet, natürlich ansprechender, als "zusammengefügtes und paniertes Hähnchenbrustfleisch". Bei ersterem denken Kunden an krosse, knusprige Hähnchenschenkel, bei letzterem wohl eher an den Drang, ein anderes Produkt zu kaufen.

Dabei meint das eine genau dasselbe, wie das andere. Allerdings müssen die sogenannten "Verkehrsbezeichnungen" Verbraucher genau darüber informieren, welche charakteristischen Eigenschaften sich hinter einem Lebensmittel verstecken. Natürlich finden sich diese Informationen meistens nur kleingedruckt irgendwo auf der Rückseite des entsprechenden Produktes. Auf diese ist also, wenn Zweifel bestehen, immer ein Blick zu werfen. Vor allem Bezeichnungen wie "Mit Hühnchengeschmack" oder "Mit Erdbeergeschmack" sollten aufhorchen lassen. Dann kann oft davon ausgegangen werden, dass es sich lediglich um entsprechende Aromen handelt, die dem Lebensmittel zugefügt wurden.

Versteckter Alkohol

Jeder, der sich dazu entschieden hat, nur wenig Alkohol zu konsumieren oder diesen ganz zu meiden, wird sich über Folgendes wohl am meisten ärgern: In zahlreichen Lebensmitteln ist Alkohol enthalten, obwohl dieser nicht direkt auf der Zutatenliste aufgeführt ist. Egal ob es sich um ein Lachsfilet, ein Salatdressing oder Erdbeermarmelade handelt, in den unterschiedlichen Produkten können sich kleinste Alkoholmengen finden.

Sie werden in kleinsten Mengen deklariert als "Trägerstoffe", "Lösungsmittel für Aromen" oder auch einfach als "Aromen". Betrunken wird man von diesen kleinsten Mengen natürlich nicht. Für Kinder oder auch trockene Alkoholiker, die vollkommen auf Alkohol verzichten müssen, könnten allerdings selbst diese kleinsten Mengen ein Problem darstellen. Wer sich also bei einer Bezeichnung unsicher ist, sollte vorsichtshalber beim Hersteller nachfragen. Ansonsten gilt eben auch hier: Genau hinschauen und kritisch sein, bevor zugegriffen wird!