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| 11:14 Uhr

Bei Spargelbauern herrscht Hochbetrieb
Beim Spargelanbau ist Geduld gefragt

Ulf Merting an seinem heimischen Spargelbeet. Dank der sonnigen Witterung wird er in den kommenden Tagen wieder ernten und seine Familie mit dem beliebten Gemüse aus eigenem Anbau erfreuen können.   Foto: Daniela Kühn
Ulf Merting an seinem heimischen Spargelbeet. Dank der sonnigen Witterung wird er in den kommenden Tagen wieder ernten und seine Familie mit dem beliebten Gemüse aus eigenem Anbau erfreuen können. Foto: Daniela Kühn FOTO: Daniela Kuehn
Mit der wärmenden Frühlingssonne heißt es: ran an den Spargel (Asparagus)! Auf den Lausitzer Feldern der Spargelbauern herrscht Hochbetrieb. Doch auch, wer das Edelgemüse im eigenen Garten zieht, darf nun ernten.

Anders als bei den mehrere Hektar umfassenden Anbauflächen großer Betriebe wird auf dem heimischen Beet meist ohne Folien gearbeitet. So dauert das Wachstum zwar ein bisschen länger, aber „uns macht es nichts aus, wenn wir den ersten Spargel zwei Wochen später essen“, sagt Ulf Merting aus Sellessen (Spree-Neiße). Mitte der 1980er-Jahre entschloss er sich, gemeinsam mit seinem Nachbarn ein  anliegendes Brachland für den privaten Anbau des beliebten Gemüses urbar zu machen.

Dass dies mit mühseliger Arbeit verbunden sein würde, war ihm klar. „Als Kind habe ich auf dem Bauernhof meines Großvaters und im elterlichen Garten beim Pflanzen, Pflegen und Ernten von Obst- und Gemüsesorten mitgeholfen und gelernt: Spargel ist nichts für Ungeduldige.“ Aber wer warten kann, wird belohnt. Drei Jahre braucht es, bis die Pflanze erste erntefähige Stangen hervorbringt. Das macht sie dann aber zuverlässig für die nächsten zehn bis zwölf Jahre.

Gemüse mit

Ansprüchen

Zahlreiche Anleitungen und Tipps zum privaten Spargelanbau finden sich in Büchern und Zeitschriften, im Internet und bei Fachbetrieben. „Ich bin kein Experte“, sagt der Hobbygärtner Ulf Merting, der sonst als Steuerberater tätig ist. Er setzt auf das Wissen seiner Eltern und Großeltern und auf die eigene Erfahrung. Heute bewirtschaftet die Familie noch eine 15 Meter lange Reihe mit der Sorte „Eros“, die als weißer und grüner Spargel genutzt werden kann. Bis zu 60 Kilo pro Saison wandern so vom Garten in den Kochtopf. Früher waren es 13 Reihen „und dementsprechend viel mehr Arbeit, die ohne die Hilfe meiner Frau und unserer Kinder nicht zu schaffen gewesen wäre.“

Der Anbau will vorbereitet sein. Im Spätherbst muss der Boden aufgelockert und ein Graben ausgehoben werden. Dort hinein kommt Stalldung. „Mist von Rindern, die natürlich gehalten und ohne künstliche Zusätze ernährt werden, ist ideal“, ergänzt Ulf Merting. „Ebenfalls im Herbst sollten die ein- oder zweijährigen Pflanzen im Fachhandel bestellt werden.“ Im Folgefrühjahr, wenn es frostfrei ist, sollten sie mit den Triebansätzen nach oben in die Rinne eingesetzt und mit Mutterboden bedeckt werden.

Im Herbst wird der Pflanzgraben dann  mit Erde aufgefüllt, so dass er ebenerdig ist. Das trockene Spargelkraut muss über dem Boden abgeschnitten und vernichtet werden. „Wer es einfach nur auf den Kompost nebenan wirft, riskiert, dass sich Pilzkrankheiten und andere Schädlinge auf die Spargelpflanze übertragen.“

Ohne Pflege kein Genuss

Zu Beginn des dritten Jahres bekommt die Pflanzreihe einen kniehohen Erdwall. „Und wenn die ersten Spargelköpfe aus dem Boden ragen, beginnt die langersehnte Erntezeit.“ Damit sich die Pflanze entwickeln und Kräfte sammeln kann, sollte wirklich nur bis zum Johannistag, dem 24. Juni, geerntet werden. „Wir hören meist schon zwei Wochen vorher auf und werden im Jahr darauf mit einer ertragreichen Ernte belohnt“, so Ulf Merting. Aufmerksamkeit und Pflege braucht Spargel immer. Unkraut ziehen, nach der Ernte Mist einbringen, im Herbst das Spargelkraut abschneiden – diese Arbeiten wiederholen sich das gesamte Pflanzenleben lang. „Trotzdem ist es schön, den eigenen Spargel genießen zu können.“

Wer weder Platz noch Muße dazu hat, das Edelgemüse selbst anzubauen, kann in der Lausitz dennoch reichlich Spargel essen. Die frischen Stangen gibt’s an vielen Verkaufsständen oder direkt an den Spargelhöfen – die regionale Köstlichkeit hat Hochsaison. Also guten Appetit!

Weisser weißer Bund Spargel weiß weiss Gemüse Freisteller freigestellt isoliert vor einem weissen Hintergrund
Weisser weißer Bund Spargel weiß weiss Gemüse Freisteller freigestellt isoliert vor einem weissen Hintergrund FOTO: Markus Mainka - stock.adobe.com / fotolia