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Gesunder Schlaf
Wie sich Allergien auf unser Schlafverhalten auswirken

Schlaflose Nächte sind nicht schön, doch wenn sie vereinzelt vorkommen, kann unser Körper das verkraften. Diverse Arten von Allergien halten jedoch viele Menschen Nacht für Nacht vom Schlafen ab und stellen damit ein echtes Gesundheitsrisiko dar. Eine Allergie muss jedoch nicht bedeuten, dass das Schlafverhalten für immer beeinträchtigt ist.

Bei einer Allergie werden Antikörper gegen einen bestimmten Stoff in übermäßigem Maß produziert, was sich in ganz bestimmten körperlichen Reaktionen äußert. Typische Allergiesymptome sind- häufiges
-Niesen und Hustenreiz
- juckende, tränende Augen
- eine laufende Nase
- eine verstopfte Nase und Schnarchen, da durch den Mund geatmet wird

In schweren Fällen können auch Kopf- und Halsschmerzen oder gar Atemnot auftreten. Diese Bilanz lässt bereits vermuten: Allergische Reaktionen, die vom Schlafen abhalten, sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Auswirkungen allergischer Reaktionen auf den Schlaf

Wer jede Nacht aufs Neue nicht genug Schlaf bekommt, spürt schnell die Auswirkungen auf körperliche und geistige Gesundheit. Denn in der Tiefschlafphase regenerieren die Organe, während im Gehirn die Erlebnisse des Tages verarbeitet werden. Wird der Schlaf dauerhaft gestört, können diese Vorgänge nicht stattfinden.
Die Folgen sind neben Gereiztheit und Schlappheit am nächsten Tag langfristig auch Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie allgemein weniger Energie. Je länger sich der Schlafentzug hinzieht, desto wahrscheinlicher wird eine psychische oder physische Erkrankung. Problematisch ist dabei unter anderem die Tatsache, dass jede schlaflose Nacht zu noch mehr Resignation führt. Man geht mit der Erwartung ins Bett, ohnehin wieder wach zu liegen und hat damit bereits geringere Chancen auf erholsame Nachtruhe.
Schlafmangel durch allergische Reaktionen kann auch zu Schlafapnoe führen. Bei diesem Phänomen erschlaffen die Muskeln und die Atemwege werden verengt. Es kommt zu kurzen Atemaussetzern und der Körper wird nicht mit Sauerstoff versorgt. So steigt das Risiko für Herzkrankheiten oder Schlaganfälle. Eine weitere langfristige Folge ist eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut bzw. der Nasennebenhöhlen.

Diese Allergieauslöser gibt es

Den Auslöser der allergischen Reaktionen festzustellen, ist nicht immer leicht. Schließlich gibt es über 20.000 potenzielle Stoffe, die Allergien hervorrufen können. Wovon die störenden Körperreaktionen wirklich ausgelöst werden, sollte von einem Allergologen oder HNO-Arzt festgestellt werden. Die gängigsten Auslöser sind:

- Der Kot von Hausstaubmilben
- Pollen
- Tierhaare
- Das Füllmaterial von Bettwaren

Milben sind kleine Spinnentierchen, die sowohl das Schlafzimmer als auch unsere Umwelt allgemein bevölkern. Besonders wohl fühlen sie sich aber im Bett, da sie sich dort von Hautschuppen ernähren und im oft warmen, feuchten Bettklima bestens gedeihen können. Problematisch sind dabei nicht die Tiere selbst, sondern vielmehr ihr Kot, der sich in winzige Teile zersetzt und vom Schlafenden eingeatmet wird. Erst dadurch entstehen allergische Reaktionen.
Ein weiterer Klassiker ist die Pollenallergie. Hier kommt es stark auf die Jahreszeit an, sodass mitten im Winter die allergischen Reaktionen meist ausbleiben. Tierhaare und Bettwaren-Materialien wie synthetisches Latex können ebenfalls Allergiereaktionen auslösen.

Besser schlafen trotz Hausstaubmilbenallergie

Die lästigen, winzigen Milben zu hundert Prozent aus dem Bett fernzuhalten, ist zwar nahezu unmöglich. Man kann ihnen jedoch den Lebensraum nehmen undHausstaub vorbeugen, sodass der Kot der Tierchen keine Störquelle mehr darstellt.
Das A und O bei Hausstaubmilbenallergie ist ein trockenes Bettklima. Je atmungsaktiver und feuchtigkeitsregulierender Bett, Matratze und Bettwäsche sind, desto weniger Lebensgrundlage haben Milben. Aus diesem Grund eignen sich natürliche Qualitätsmöbel aus Vollholz im Schlafzimmer besonders gut für Allergiker, denn Massivholz, Naturlatex etc. belüften sehr gut, sodass nächtlicher Schweiß schnell ausgeglichen wird.

Empfehlenswert ist es außerdem, auf engmaschige Bezüge zu setzen, wie sie zum Beispiel bei hochwertigen Daunen-Bettwaren für Allergiker verwendet werden. Denn so können Staub und Milben nicht in die Matratze bzw. Decke und Kissen hineingelangen. Das Bettzeug sollte aber trotzdem alle 2-3 Wochen gewechselt werden, damit abgestorbene Hautschuppen entfernt werden, von denen die Milben leben.
Neben trockenem Bettklima und dem richtigen Bezugsmaterial ist es wichtig, Staubfänger zu vermeiden. Dazu zählen Teppiche, flauschige Kissen oder auch schwere Vorhänge. Auch gründliches Stoßlüften sowie eine Luftfeuchtigkeit von maximal 50 Prozent hält Staub und damit Milben fern.

Ein letzter Tipp: Die Bettdecke sollte möglichst jeden Tag an der frischen Luft aufgeschüttelt und dann nicht zusammengelegt werden. Denn in den Zwischenräumen entsteht feuchte, warme Luft – und damit der liebste Lebensraum von Milben.

Besser schlafen trotz Pollenallergie
Den natürlichen Pollenflug kann man zwar nicht aufhalten, man kann ihm jedoch zumindest einigermaßen entgehen. Dazu wird am Fenster ein spezielles Pollengitter angebracht, sodass das Lüften kein Problem mehr darstellt. Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle: Pollenallergiker in der Stadt lüften idealerweise morgens, auf dem Land hingegen ist die Pollenbelastung abends am schwächsten.

Zudem können natürliche Einschlafmittel von verschiedenen Heilpflanzen den „Pollenkoller“ ebenfalls etwas abschwächen. Außerdem sollte man sich bei Pollenallergie vor dem Schlafengehen duschen, um die Pollen von Haaren und Haut zu entfernen. Da trotzdem Pollen ins Bett gelangen können, sollte in diesem Fall ebenfalls die Bettwäsche oft gewechselt werden. Und: Haustiere mit Fell haben im Schlafzimmer nichts zu suchen, denn in ihrer Körperbehaarung können umso mehr Pollen hängenbleiben.

Leider lässt sich nicht jede allergische Reaktion, die den Schlaf raubt, mit den oben genannten Mitteln verhindern. Um möglichst effizient gegen die Allergie vorzugehen und so bald wie möglich wieder gut schlafen zu können, sollte man daher ärztliche Hilfe suchen. Denn jede Nacht mit gutem Schlaf ist kostbar – warum also die wertvolle Ruhezeit verschenken?