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| 11:15 Uhr

Welt-Morbus-Bechterew-Tag
Welt-Morbus-Bechterew-Tag am 5. Mai 2018

FOTO: unsplash Annie Spratt / Annie Spratt
Rund 40 Prozent der Deutschen haben regelmäßig ihr Kreuz mit dem Kreuz:

Rückenschmerzen sind ein Volksleiden, Fehlhaltungen und Übergewicht die häufigsten Ursachen für Schmerzen an der Wirbelsäule. In manchen Fällen steckt jedoch eine schwerwiegende Erkrankung dahinter: Morbus Bechterew. An der auch Spondylitis ankylosans genannten chronischen Krankheit leiden etwa 350.000 Menschen in Deutschland. Der Welt-Morbus-Bechterew-Tag soll über die Krankheit aufklären, damit sie möglichst frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Morbus Bechterew: Eine tückische Krankheit

Bei den ersten Symptomen denken Betroffene nicht sofort an eine ernsthafte Erkrankung. Insbesondere morgens nach dem Aufstehen fühlen sie sich steif und unbeweglich. Es treten starke Schmerzen im unteren Rücken auf, die sich bei Bewegung bessern.Hinter diesen Anzeichen kann sich die Autoimmunkrankheit Morbus Bechterew verbergen. Die rheumatisch-entzündliche Erkrankung ist nicht heilbar. Die chronischen Schmerzen werden durch eine Fehlfunktion der körpereigenen Abwehrkräfte ausgelöst. Das Immunsystem greift Muskeln, Sehnen und Gelenke an. Das führt langfristig zu einer Versteifung der Wirbelsäule, in schlimmen Fällen kommt es zu einem Rundrücken.

Damit die Betroffenen ohne Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ihren Alltag meistern können, ist ein frühzeitiger Therapiebeginn unerlässlich. Ludwig Hammel, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB), weiß aber: „Das Problem ist dabei, dass die Erkrankung häufig erst mit erheblicher Verzögerung diagnostiziert wird.“

Aktionstag für mehr Aufmerksamkeit

Der Welt-Morbus-Bechterew-Tag wurde ins Leben gerufen, um die Krankheit bekannt zu machen, Ärzte und Öffentlichkeit zu sensibilisieren und so Betroffenen schnellstmöglich zu einer geeigneten Therapie zu verhelfen. Obwohl Morbus Bechterew nicht heilbar ist, verschafft die konsequente Behandlung Linderung der Schmerzen und beugt der Versteifung der Wirbel vor. Gezielte Krankengymnastik und Bewegungstraining stellen einen wichtigen Teil der Therapie dar. Zusätzlich erfolgt eine medikamentöse Behandlung: Kortisonfreie Antirheumatika wirken gegen Schmerzen und Entzündungen. Helfen diese Medikamente nicht ausreichend, kann der behandelnde Arzt Biologika mit Wirkstoffen wie Secukinumab verschreiben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Welt-Morbus-Bechterew-Tag 2012 ins Leben gerufen. Seitdem finden alljährlich am ersten Samstag nach dem 1. Mai weltweit Veranstaltungen und Aktionstage rund um die Krankheit statt. Der DVMB-Landesverband Niedersachsen beispielsweise richtet anlässlich des diesjährigen Morbus-Bechterew-Tags am 5. Mai 2018 ein Rheumasymposium in Bad Pyrmont mit zahlreichen Vorträgen renommierter Experten und Workshops aus.