| 17:07 Uhr

Volkskrankheit Herzschwäche: Die Überlebenschancen steigen

Das Herz schlägt und pumpt. Tagein, tagaus, ein Leben lang. Doch irgendwann lässt die Kraft nach – und das kann bedrohliche Auswirkungen haben: Herzschwäche zählt zu den häufigsten Todesursachen überhaupt, die Zahl der Patienten steigt immer weiter an. Gleichzeitig steigen dank Fortschritten bei der Behandlung aber auch die Überlebenschancen für ältere Patienten.

Schwacher Lebensmotor: Wenn die Leistung nicht mehr ausreicht

Herzschwäche ist eine Volkskrankheit, die im Medizinerjargon Herzinsuffizienz heißt. Das schwache Herz schafft es nicht mehr, ausreichend Blut durch die Adern in den Körper und zu den Organen zu pumpen. Knapp zwei Millionen Menschen in Deutschland sind von chronischer Herzinsuffizienz betroffen.

Während sich die Menschen im Alter häufig vor Alzheimer oder Krebs fürchtet, sterben tatsächlich die meisten Patienten an einem schwachen Herzen. Herzinsuffizienz ist die häufigste Einzeldiagnose in deutschen Krankenhäusern. Hauptauslöser für eine chronische Herzinsuffizienz sind Bluthochdruck und die koronare Herzkrankheit (Arterienverkalkung).

Herzinsuffizienz ist bei Männern anders ausgeprägt als bei Frauen

Wie die Deutsche Herzstiftung in ihrem im Januar 2017 veröffentlichten Herzbericht bekanntgibt, steigt die Zahl der Herzinsuffizienz-Erkrankungen zwar weiter an - die Sterberate geht aber zurück. Männer erkranken dreimal häufiger an Herzschwäche als Frauen. Frauen haben dafür ein signifikant höheres Sterberisiko. Ein Grund dafür ist die schwierigere Diagnose: Bei Frauen sind die Symptome wie Atemnot und Müdigkeit oft nicht so stark ausgeprägt wie bei Männern.

Außerdem unterscheidet sich die Krankheitsform:

Männer haben eher eine systolische Herzinsuffizienz - die allgemeine Pumpleistung des Herzens ist schlechter (bessere Behandlungsmöglichkeiten).Frauen haben häufiger eine diastolische Herzinsuffizienz - ihre linke Herzkammer dehnt sich schlechter aus (schlechtere Behandlungsmöglichkeiten).Neue Therapieformen für Herzinsuffizienz-Patienten

Die gute Nachricht für Betroffene beiderlei Geschlechts: Patienten mit einer chronischen Herzschwäche haben immer bessere Überlebenschancen - auch im hohen Alter. Verantwortlich dafür sind vor allem Fortschritte in der Behandlung. So stellt beispielsweise die Wirkstoffkombination Sacubitril/Valsartan die größte Innovation bei der medikamentösen Therapie von chronischer Herzinsuffizienz seit 20 Jahren dar.

Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zu einer Erkrankung des Herzens kommt. Wer nicht raucht, wenig Alkohol trinkt, sich ausgewogen ernährt, Stress vermeidet und sich viel bewegt, schafft beste Voraussetzungen für ein langes, gesundes Leben - und senkt sein Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz.