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| 15:42 Uhr

Trendiger Mythos: Boxspringbetten

Sie stehen in den besten Hotels der Welt, in den Suiten so mancher Luxus-Liner und wohl auch in vielen Schlafzimmer der High Society: Boxspringbetten – seit mehr als 100 Jahren Schlafstätten von untadeligem Ruf. Ihre Heimat liegt in den USA, aber der Siegeszug in alle Welt hat längst begonnen.

Gerade in Europa erfreut sich das System zunehmender Beliebtheit. Neben dem eigentlichen Schlafkomfort ist dieser Trend wohl noch einem anderen Fakt geschuldet: Dank Online-Handel sind die einst für viele unerschwinglichen Boxspringbetten inzwischen erstaunlich günstig zu haben.

Was ist ein Boxspringbett

Viele USA- oder Skandinavien-Reisende werden schon in einem Boxspringbett geschlafen haben, ohne sich dessen bewusst gewesen zu sein oder den etwas eigentümlichen Namen vernommen zu haben. Daher stellt sich die Frage: Was zeichnet ein Boxspringbett, oft auch als "Amerikanisches Bett" bezeichnet, eigentlich aus? Da es an einer verbindlichen Definition mangelt, hilft hier am besten der Vergleich:

Während die in Europa üblichen Betten meist aus einer Kombination aus Bettgestell, Lattenrost und Matratze bestehen, setzt sich das Boxspringbett aus kurzen Füßen, einem Kasten mit Federn - also der eigentlichen Box - und einer oder zwei Matratzen zusammen. Bei der US-Version kommt meist nur eine, dafür aber sehr dicke Matratze zum Einsatz. Bei "skandinavischen" Boxspringbetten wird dagegen mit zwei übereinander gelagerten Matratzen gearbeitet. Die obere Matratze, die maximal eine Höhe von zehn Zentimetern erreicht, wird dabei als Topper bezeichnet.

Die Entstehung der Boxspringbetten hat einen genauso einfachen wie einleuchtenden Grund: Zum Ende des 19. Jahrhunderts machte man sich Gedanken um Hygiene und Schlafkomfort und versuchte so, die Matratzen erhöht zu lagern. Neben dem Trick, zwei Matratzen übereinander zu legen erwies sich dabei auch die schützende und zusätzlich federnde "Box" als Vorteil.

Was sollte man beim Kauf beachten

Boxspringbetten gibt es in einer Preisskala von unter 200 bis über 50.000 Euro. Die Bandbreite ist also groß, ebenso wie die Qualitätsunterschiede. Es ist daher wichtig zu verstehen, dass es nie um den absoluten Preis, sondern immer nur um das beste Preis-Leistungsverhältnis gehen kann. Ganz grundsätzlich sind dafür zwei Kriterien maßgeblich: die verwendeten Materialien und deren Verarbeitung.

Da der Begriff Boxspringbett keinen Markenschutz genießt, ist beim Kauf Vorsicht geboten. Gerade im Preissegment unter 1.000 Euro für das Doppelbett tummeln sich neben seriösen Anbietern auch schwarze Schafe, die zwar Betten in vergleichbarer Optik, aber ohne den gewünschten Schlafkomfort anbieten. Wer sich hier auf das falsche Schnäppchen einlässt, bezahlt am Ende womöglich mit seiner Gesundheit.

Boxspring (Box)

Beim Erwerb eines Boxspringbettes sollte zunächst darauf geachtet werden, dass der Boxspring im Aufbau tatsächlich der ursprünglichen Intention des Bettes entspricht. Es sollte daher weder der normale Lattenrost Verwendung finden, noch eine dünne Schaumstoffeinlage den Federkern ersetzen.

Boxspringmatratze

Empfohlen werden hochwertige Taschenfederkernmatratzen mit dem gewünschten Härtegrad, die punktuelle Belastungen über eine Vielzahl von Federn optimal abfangen können. Im Zusammenspiel mit dem im Boxspring verwendeten Bonell-Federkern ergibt sich so zugleich das typische, leicht federnde Liegegefühl, das dieses Bettensystem auszeichnet.
Auch die Verwendung guter Kaltschaummatratzen ist möglich. Die notwendige Elastizität bleibt so erhalten, allerdings leidet die Federung. Nur wer - trotz Entscheidung für ein Boxspringbett-System - eine geringere Federung bevorzugt, sollte sich daher für die Kaltschaumvariante entscheiden. Wenig sinnvoll ist die Nutzung einer Bonell-Federkernmatratze, da diese bereits im Boxspring selbst Verwendung findet.

Topper-Matratze

Die meisten Topper bestehen aus hochwertigem Kaltschaum, Viscoseschaum oder Latex. Alle drei Materialien sind geeignet, ihren Beitrag zur Feuchtigkeitsregulierung zu leisten. Seltener kommen auch Naturfasern zum Einsatz zum Beispiel aus Kokos oder bei sehr hochwertigen Betten auch Rosshaar, wiederum in unterschiedlichen Qualitäten. Da der Topper am engsten mit dem Schlafenden in Berührung kommt - meist nur geschützt von einem Spannbettlaken - sollte der Bezug waschbar sein.

Besucherritze im Doppelbett

Da die Topper-Matratze, so diese Anwendung findet, fast immer über die gesamte Fläche des Bettes reicht, taucht das Problem der ungeliebten "Besucherritze" im Regelfall nicht auf. Die Entscheidung, ob man sich für eine durchgängige oder zwei einzelne Boxspringmatratzen entscheidet, hängt damit lediglich vom individuell gewünschten Härtegrad ab. Als Faustregel gilt: Je unterschiedlicher das Gewicht der Schläfer, umso mehr lohnen sich getrennte Matratzen. Bei ähnlichem Gewicht und ähnlichen Vorlieben beim Härtegrad wird die Wahl meist auf eine durchgängige Matratze fallen.

Bettfüße nicht unterschätzen

Sie sind kaum 20 Zentimeter hoch - oft sogar noch weit weniger - doch ohne die Füße wäre das Boxspringbett auf Dauer nicht nutzbar. Die Füße, die im Design auf das Bett abgestimmt und direkt mit dem Rahmen des Boxsprings verbunden sein sollten, garantieren die notwendige Luftzirkulation.

Bei den Füßen ist darauf zu achten, dass ein sicherer Stand gewährleistet wird. Umso größer die Aufstellfläche, umso stabiler ist die Konstruktion - auch optisch.

Kopfteil - mehr als nur Schönheit

Auch dem Kopfteil kommt mehr Bedeutung zu, als einen erhabenen optischen Gesamteindruck zu erzeugen. So dient es einerseits dazu, Kälte von Außenwänden fernzuhalten und wird andererseits als breite und komfortable Lehne genutzt. Gerade wer im Sitzen liest, sollte der Qualität des Kopfteils Aufmerksamkeit schenken. Kaum etwas ist ärgerlicher, als wenn dieses zu stark nachgibt und wenig belastbar scheint. Auch der Bezug sollte einer Dauerbelastung standhalten können und leicht zu reinigen sein. Manche Hersteller bieten Kopfteile mit bequemen, integrierten Kissen an.

Das Material

Die Frage des Materials ist eine Frage des Preises, aber nicht nur. So gibt es in fast allen Preisklassen Baumwollbezüge mit günstigen klimatischen Eigenschaften. Zusätzlich wartet gerade das untere Preissegment mit Kunstfaser- und Kunstlederbezügen auf. Meist sind diese Materialien in ihrer Schönheit kurzlebig, zudem luftundurchlässig und damit nicht empfehlenswert.

Wer sein Bett als "Anschaffung fürs Leben" sieht, kann auch aus einer breiten Palette hochwertiger Leder wählen. Ebenfalls von Vorteil sind alle Bezüge des Boxspringbettes, die sich abnehmen und reinigen lassen.

Neben den sichtbaren Materialien sollte auch auf die verwendeten Füllungen geachtet werden, gerade für das beanspruchte Kopfteil. Synthetische Füllungen können das Wohlfühlgefühl beeinflussen, Materialien wie Wolle haben sich dagegen sehr bewährt.

Fazit

Die Zeiten, in denen Boxspringbetten der "Upper Class" vorbehalten waren sind vorbei. Mittlerweile kann man sehr hochwertige Systeme für relativ kleines Geld erwerben, gerade im Online-Handel. Aufgrund der gravierenden Qualitätsunterschiede lohnt es sich jedoch, sich zuvor eingehend mit den unterschiedlichen Liegeeigenschaften und Materialien zu beschäftigen. Denn wer das richtige Bett kauft, hat daran viele Jahrzehnte Freude - jede Nacht.