ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:48 Uhr

Tiergesundheit
Sommer 2018: Achtung vor Pferdebremsen beim Hundespaziergang

FOTO: pixabay.com / JamesDeMers
Der Sommer verwöhnt uns in diesem Jahr besonders. Sonne satt – da zieht es viele ins Freie. Eine Abkühlung im Badesee, Grillen unterm Pavillon oder ein abendlicher Spaziergang mit dem Hund sind bei diesen Temperaturen beliebte Freizeitaktivitäten.

Doch nicht nur wir Menschen mögen dieses heiß-schwüle Wetter, sondern auch Wespen und Bremsen. Ihre Stiche sind nicht nur unangenehm – Pferdebremsen können wie Zecken Borreliose übertragen. Und zwar nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar geringer, aber die Gefahr besteht dennoch.

Natürliche Hausmittel als Schutz

Bei einem Hundespaziergang sollten Sie daher achtsam sein. Meiden Sie Gebiete mit vielen Bremsen wie beispielsweise Pferdekoppeln oder sorgen Sie vor: Erwiesenermaßen reduziert sich das Risiko eines Stichs, wenn die Haut mit Kokosöl eingerieben wurde. Es hilft wegen der Laurinsäure auch gegen Läuse und Milben. Sie hält Zecken & Co. mehrere Stunden vom menschlichen Körper fern. Die Insekten setzen sich zwar auf die Haut, verschwinden aber sofort wieder. Ein positiver Nebeneffekt: Kokosöl macht weiche Hände.

Pferdebesitzer schwören als Schutz vor Bremsen auf ein weiteres Hausmittel: Schwarzkümmelöl. Hier ist es der Geruch, der Ungeziefer fernhält. Zudem macht Schwarzkümmelöl das Fell seidig glänzend. Und was den Pferden gut tut, schadet Hunden nicht. Andere Mittel mit ätherischen Ölen wie beispielsweise Lavendelöl sind ebenfalls empfehlenswert und riechen definitiv besser als Autan & Co.

Nicht immer droht eine Borreliose

Natürliche Hausmittel eignen sich also gut als Schutz vor Bremsen, Mücken und Zecken. Eine hundertprozentige Sicherheit vor Bissen oder Stichen sind sie allerdings nicht. Ob Bremse oder Zecke, die natürlich immer sofort entfernt werden sollte – sie müssen nicht immer zum Ausbruch einer Krankheit wie FSME oder (Lyme-)Borreliose führen, möglich ist das aber dennoch. Fünf bis 20 Prozent aller Hunde in Deutschland haben Abwehrstoffe gegen Borrelien im Blut, weil sie bereits infiziert waren

Gegen die weit verbreiteten Borreliose-Erreger Borrelia burgdorferi sensu stricto, Borrelia afzelii und Borrelia garinii können Sie Ihren Hund impfen lassen. Einige Tierkrankenversicherungen übernehmen die Kosten zumindest teilweise. Beachten Sie jedoch, dass nach Abschluss der Versicherung oftmals eine Wartezeit von drei Monaten besteht, bevor Leistungen gezahlt werden. Eine Impfung ist ab einem Hundealter von zwölf Wochen möglich und umfasst zwei Grundimmunisierungen und zwei Auffrischungen. Sie sollte jährlich wiederholt werden.

Auf Symptome wie Fieber achten

Hat sich Ihr Hund trotz aller Vorsichtsmaßnahmen trotzdem infiziert, sind nach etwa vier bis sechs Wochen Symptome wie Appetitlosigkeit und Fieber feststellbar. Viele Menschen denken hierbei zunächst nicht an Borreliose, weil die bei uns typische ringförmige Wanderröte fehlt oder durch das Fell nicht sichtbar ist. Deswegen wird die Krankheit oft erst beim zweiten Krankheitsschub richtig diagnostiziert, wenn schmerzhafte Entzündungen der Gelenke hinzukommen und der Hund lahmt.

Wer dann nicht handelt, riskiert Schäden an Herz und Nieren des Hundes. Also lieber schon frühzeitig zum Tierarzt gehen und einen Schnelltest machen lassen. Im Falle einer Infektion mit Borreliose bekommt das Tier anschließend einige Wochen ein Antibiotikum verabreicht. Auch hier unterstützt Sie eine Tierkrankenversicherung bei den Kosten. In der Regel müssen Sie nur eine geringe Selbstbeteiligung zahlen.

Gefahr auch für den Menschen

Natürlich sollten Sie nicht nur auf Ihren Hund achten, sondern auch auf sich selbst. In Brandenburg wurden im ersten Halbjahr 2018 mehr als 600 Borreliosefälle bei Menschen gemeldet – rund 100 mehr als im Vorjahreszeitraum. Also Vorsicht in Büschen und Gräsern und bei einer kreisrunden Rötung nach einem Zeckenbiss sofort zum Arzt. Die Diagnose und Behandlung ist ähnlich der beim Hund und kann schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Lähmungen und Sehstörungen verhindern.