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| 12:12 Uhr

Pollenallergie
Pollen-Mastjahr macht Allergikern zu schaffen

FOTO: Flickr Bjørkepollen / Per Harald Olsen/NTNU
In Deutschland leidet im Schnitt jeder Fünfte unter einer Pollenallergie. Während diese bei den meisten Menschen mit unangenehmen, erkältungsähnlichen Symptomen einhergeht, kann eine Allergie in schweren Fällen sogar lebensbedrohliches Asthma auslösen.

Nicht jeder reagiert auf den Blütenstaub aller Pflanzenarten. In diesem Jahr hat es die Birkenpollenallergiker besonders schlimm getroffen. Grund: Ungefähr alle zwei Jahre hat der Baum ein sogenanntes "Mastjahr" und setzt besonders viele seiner Pollen frei. Nicht nur die Menschen in den ländlichen Regionen der Lausitz spüren den Pollenflug in diesem Frühjahr besonders stark. Auch Berlin ist seit Wochen eingehüllt in gelben und weißen Blütenstaub, der selbst für Menschen ohne Allergie und auch für einige Hunde spürbar ist. Von allen Pflanzen ist die Birke, deren Hauptblütezeit im April liegt, mitunter am aggressivsten, gefolgt von Pappel, Haselnuss und Ambrosia. Aufgrund des besonders kalten und langanhaltenden Winters hat sich die Blüte in diesem Jahr zeitlich nach hinten verschoben. Durch den sehr warmen April, gefolgt vom sommerlichen Mai mit viel Wind und wenig Niederschlag, ist diese vor allem in der Lausitzer Region nahezu "explodiert". In diesem Jahr haben Birke und Fichte wieder ein sogenanntes "Mastjahr", in dem die Pollenproduktion bis zu viermal höher ist als sonst. Während es bei der Birke ca. jedes zweite Jahr zu einer stark vermehrten Blütenstaubproduktion kommt, ist dies bei der Fichte lediglich alle sieben Jahre der Fall. Die Fichtenpollen sind für Allergiker allerdings unproblematisch, ganz im Gegensatz zu den Pollen der Birke. Selbst schlechtes Wetter kann dem Pollenleiden nicht immer ein Ende setzen. Während ein starker Regenguss die Luft von Pollen säubern kann und vielen Menschen Erleichterung verschafft, kann er für schwere Allergikern jedoch besonders gefährlich sein. Ihnen droht dann das sogenannte "Gewitter-Asthma". Grund dafür ist, dass kräftiger Regen die Pollen aufwirbelt und durch den starken Druck platzen lässt. Dabei werden winzige Allergene freisetzt, die so klein sind, dass sie eingeatmet werden, dabei tief in die Lunge eindringen und zu einem Asthmaanfall führen können. Nach dem Frühling ist für viele lange noch nicht Schluss mit schniefender Nase und tränenden Augen. Im Frühsommer leiden viele Menschen unter den Pollen diverser Gräsern und Getreidearten, im Hochsommer unter dem Blütenstaub von Kräutern wie Beifuß und Wegerich. Für eine Pollenallergie gibt es kein Allheilmittel, allerdings lassen sich die Symptome mildern. Je stärker man unter den Allergenen leidet, desto wichtiger ist es, den Körper, die Kleidung und die eigenen vier Wände möglichst frei von Blütenstaub zu halten. Ein Luftwäscher kann helfen, die Luft in Innenräumen von Pollen und anderen Verunreinigungen zu säubern. Um nachts beschwerdefrei schlafen zu können, ist es außerdem ratsam, folgende Dinge zu beachten

  • Kleidung sollte nicht im Schlafzimmer gewechselt werden.
  • Betten sollten häufiger frisch bezogen werden.
  • Vor dem Zubettgehen sollten die Haare gewaschen werden, um keine Allergene ins Bett zu tragen.

Gelüftet werden sollte ausschließlich früh morgens und nachts.
Bei verstopfter Nase, häufigem Niesen und tränenden Augen helfen in vielen Fällen auch abschwellende Nasensprays, Anti-Histamin-Tabletten und eine regelmäßige Einnahme von Zink. Abwarten sollte man bei dauerhaft starken allergischen Reaktionen nicht. Bleibt sie unbehandelt, kann sich eine Allergie nämlich stetig verschlimmern und sich im ungünstigsten Fall zum allergischen Asthma entwickeln.

Bildrechte: Flickr Bjørkepollen, birch pollen NTNU, Faculty of Natural Sciences CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten