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| 14:16 Uhr

Sehkraft
Kontaktlinsen im Alter tragen?

Etwa die Hälfte aller Deutschen trägt heute eine Sehhilfe. Von diesen 40 Millionen Menschen tragen nur etwa 5 % Kontaktlinsen. Und die größte Gruppe der Brillenträger bilden mit über 90 % Menschen im Alter von über 60 Jahren.

Allerdings werden im Alter kaum bis gar keine Kontaktlinsen getragen. Das liegt meist an der Unsicherheit, welche Kontaktlinsen die passenden sind und wie man sie handhaben sollte. Mit ein paar Tipps und ein bisschen Übung gelingt der Wechsel zwischen Brille und Kontaktlinsen allerdings ganz leicht.

Das Phänomen Alterssichtigkeit

Alterssichtigkeit, oder auch Presbyopie genannt, ist ein weitverbreiteter Prozess, der mit dem Älter werden einhergeht: Ab dem 35. Lebensjahr lässt die Sehkraft langsam nach und es kommt zu Problemen beim Sehen im Nahbereich. Die Ursache in der Alterssichtigkeit liegt darin begründet, dass das Auge mit der Zeit seine Fähigkeit verliert, sich auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen. Das heißt, in jüngeren Jahren verformt sich das Auge problemlos und stellt sich automatisch auf diverse Distanzen ein. Währenddessen verfestigt sich im Alter speziell die Augenlinse zunehmend. Die umliegenden Muskeln sind nicht mehr in der Lage, die Linse entsprechend zu formen und dann fällt es schwer, aus unterschiedlichen Distanzen gleich gut zu sehen.

Alterssichtigkeit tritt zudem unabhängig von zuvor vorhandenen Fehlsichtigkeiten auf. So kann sie ergänzend zu einer Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung hinzukommen.

Welche Kontaktlinsen sind die richtigen?

Für Menschen, bei denen sich im Laufe der Jahre eine Alterssichtigkeit einstellt und die zuvor keine Probleme mit ihrer Sehkraft hatten, sind Monovisionslinsen eine Option. Mit diesen kann die aufgetretene Weitsichtigkeit korrigiert werden. Bei dieser Methode wird für das eine Auge eine Linse mit Fernsicht und für das andere Auge eine Linse mit Nahsicht verwendet. Das Gehirn kombiniert dann beide Seheindrücke zu einem Gesamtbild.

Kommen mehrere Fehlsichtigkeiten zusammen, ist man mit multifokalen Linsen besser beraten. Ähnlich wie bei einer Gleitsichtbrille integrieren die Linsen verschiedene Dioptrien-Bereiche und bieten einen fließenden Übergang zwischen den einzelnen Zonen. Damit die Kontaktlinse sich im Auge nicht dreht, ist der untere Teil häufig beschwert.

Bei Hornhautverkrümmungen müssen die Augen besonders sorgsam ausgemessen werden, damit die Kontaktlinse entsprechend angepasst werden kann. Es ist allerdings generell nicht ratsam, die Werte aus dem Brillenpass einfach für Kontaktlinsen zu übernehmen. Die Gläser haben schließlich einen gewissen Abstand zum Auge, während die Linsen direkt auf dem Auge liegen.Unabhängig von der zu korrigierenden Fehlsichtigkeit sind Kontaktlinsen als weiche oder harte Linsen wählbar. Die Entscheidung für die eine oder andere Variante ist abhängig von der Beschaffenheit der eigenen Augen und der persönlichen Vorlieben. Weiche Linsen bestehen aus flexiblerem Material und saugen sich am Auge fest, dagegen sind harte Linsen formstabil und schwimmen auf dem Tränenfilm.

Tipps für den Umgang mit Linsen

Es braucht meist ein bisschen Übung, die Linsen ins Auge zu setzen und auch wieder herauszubekommen. Gerade am Anfang mag das komisch sein und viele müssen sich wahrscheinlich erst an das Fremdkörpergefühl im Auge gewöhnen. Kleine Applikatoren können helfen, um die Linsen einzusetzen. Insgesamt können Kontaktlinsen eine gute Alternative oder Ergänzung zur Brille sein, da sie in einigen Lebenslagen, zum Beispiel in der Sauna oder beim Schwimmen mehr Freiheiten als eine Brille gewähren.