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In diesen europäischen Ländern werden Sie alt

In diesen europäischen Ländern werden Sie alt.
In diesen europäischen Ländern werden Sie alt. FOTO: unsplash.com - Peter Hershey
Gesundheit. Was ist es, was uns Menschen alt werden lässt? Ist es die genetische Veranlagung, eine gesunde Lebensführung oder gibt es ihn etwa doch - den Ort, der ein langes Leben verheißt? Eine Studie aus Portugal, in denen Demografen genau dieser Frage nachgegangen sind, hat nun Erstaunliches zu Tage gebracht.

Die Lebenserwartung statistisch erfassen
Innerhalb ihrer Forschungsarbeit am Institut für Gesundheitswesen der " University of Porto " in Portugal gelang es Ana Isabel Ribeiro mathematisch zu berechnen, in welchen europäischen Städten Menschen zwischen 75 und 84 Jahren im Durchschnitt weitere zehn Jahre leben. Dabei stellte sie fest: Die Annahme vom langen Leben im reichen Norden und von einer im Vergleich eher kurzen Lebenserwartung in den ärmeren südlichen Ländern des Kontinents sei völlig falsch. Im Gegenteil: Eine lange Lebenserwartung im Süden Frankreichs liege mit der im Norden Spaniens und im Nordosten von Italien gleich auf. Dabei würden vor allem Frauen in der Umgebung von Madrid besonders lange leben. Während Männer insbesondere im Süden besonders alt werden. Ribeiro hebt in diesem Zusammenhang insbesondere die Bergdörfern in den Cevennen, aber auch die Pyrenäen positiv hervor.

Entwicklung der Überlebenschancen
Ribeiro hat das Statistische Bundesamt aus den einzelnen europäischen Ländern dazu aufgefordert, demografische Angaben selbst für die kleinsten Kreise und Gemeinden zu liefern. Auf diese Weise konnte sie genau die Entwicklung der Lebenserwartung der älteren Menschen zwischen 1991 und 2001 sowie zwischen 2001 und 2011 analysieren. Kleiner Wermutstropfen: Deutschland, Irland, Griechenland, aber auch die EU-Staaten aus Osteuropa konnten die Daten nicht liefern, weswegen Ribeiro über sie keine Erhebungen treffen konnte. Doch immerhin weiß sie über die Lebensqualität der anderen 18 EU-Staaten zu berichten.

Überlebensraten seien abhängig von Umweltfaktoren
Bei der Auswertung der Datensätze erhob Ribeiro zwar keine systematischen Analysen über die soziale und wirtschaftliche Situation der einzelnen Kommunen sowie der Gesundheitsversorgung vor Ort. Dennoch konnte sie für die Überlebensraten im Alter vor allem eine Abhängigkeit zu den Umweltfaktoren feststellen. Dabei vermutete sie, dass das milde Klima, die frische Bergluft, aber auch die rund ums Mittelmeer übliche Ernährungsweise sowie die Ausstattung der Krankenhäuser vor allem in den nördlichen Ländern ausschlaggebend seien für ein langes Leben.

Überleben noch vor dem Altern sichern
Aber, so ist sich Ribeiro ebenso sicher, hängt die Lebenserwartung auch damit zusammen, ob eine Person schon in jungen Jahren gesundheitsbewusst gelebt hat. Sicherlich spielt hier das Rauchverhalten eine Rolle. Doch auch der Umstand, ob jemand ein aktives soziales Umfeld hat, darf nicht außer Acht gelassen werden. Rembrandt Scholz, ein Demograf aus Rostock, bestätigt, dass diejenigen, die ein gutes Leben geführt haben, auch bessere Chancen hätten, sehr alt zu werden. Auch der Entwicklungspsychologe an der Humboldt-Universität in Berlin versichert, dass die Chancen alt zu werden von jenen Menschen steigen, welche ein eigenständiges Leben führen und in ihrer Gemeinde sozial eingebunden sind.

Wo sollte man leben?
Ribeiros Studie lässt den Schluss zu, dass sich der Ort, an dem eine Person alt wird, auch auf die Lebenserwartung auswirke. Dazu gehört dann auch das direkte Umfeld der Person. Faktoren wie die Erreichbarkeit von kompetenten medizinischen Personal, die Qualität des Essens, aber auch der Umstand, ob man noch lange in den eigenen vier Wänden wohnen kann, seien da wohl ausschlaggebend. Insbesondere der Aspekt der langen Selbstständigkeit und der aktiven Anteilnahme am Leben seien da besonders wichtig. Dazu gehört dann wohl leider auch, sich mit zunehmenden Alter mit dem eigenen Todesfall zu beschäftigen. Für weitere Informationen rund um die Bestattungsvorsorge gehen Sie zur Webseite mymoria.de/de. Auch wenn dieses Thema wohl nicht so erfreulich sein mag, ist es doch ein gutes Gefühl noch zu Lebzeiten seine Sachen geregelt zu haben. Schließlich entlastet dies ungemein und trägt wiederum zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Sollte man nun umziehen? - Das Fazit aus der Studie
Übertrieben sei es nun jedoch direkt einen Umzug nach Südfrankreich, Nordspanien oder in den Nordosten Italiens zu planen. Zwar können sich einzelne Ortschaften mit ihrer sauberen Luft tatsächlich förderlich auf die Überlebenschancen auswirken, doch dazu gibt es bislang noch keine umfassenden Studien. Ein Umzug, um seine Lebenserwartung zu erhöhen, ist also vorerst noch mehr als unangebracht, so Ribeiro.