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| 16:49 Uhr

Kinesio-Tapes
Das verbirgt sich hinter den bunten Klebebändern

FOTO: pixabay.com / C3Pio
Zugegeben, wer sie zum ersten Mal sieht, der ist vielleicht etwas irritiert ob der bunten Klebestreifen, die sich am Körper Dritter befinden und - je nachdem wo sie kleben - mehr oder weniger sichtbar sind.

Die Rede ist von sogenannten Kinesio-Tapes, die beispielsweise von Fachhändlern wie der Trusetaler Verbandstoffwerke GmbH im Online-Shop unter https://shop.tshs.eu/ bezogen werden können. Was sich hinter den bunten Tapes verbirgt, was sie nützen und worauf ihre Wirkung gründet, verrät dieser Beitrag.

Kinesio-Tapes sind eigentlich ein alter Hut

Ein Chiropraktiker aus China, Kenzo Kase, soll der Urvater des Kineso-Tapes sein. Er erfand vor rund drei Jahrzehnten ein Tape, das die Konsistenz einer zweiten Haut haben sollte. Anderen Überlieferungen zufolge soll bereits in den 70er Jahren in Korea und Japan getapet worden sein; eine klare historische Zuordnung lässt sich also nicht ausmachen. Wissenschaftlich belegbar ist die Wirkung der Tapes ebenfalls nicht, dafür sprechen jedoch zahlreiche Erfahrungsberichte über die positive Wirkung der Tapes. Drei Grundprinzipien muss ein Kinesio-Tape erfüllen, um helfen zu können. Es muss hautfreundlich, atmungsaktiv und so elastisch sein, dass es die natürliche Bewegung des Menschen keinesfalls einschränkt. Aufgebracht auf Knochen, Muskeln oder Sehnen soll es eben dort Schmerzen lindern und den Stoffwechsel anregen.

Die mangelnde wissenschaftliche Basis machen prominente Fans wieder wett. Einst ließ kein geringerer als David Beckham unterm Trikot seiner Mannschaft Real Madrid das Kinesio-Tape hervorblitzen. Bekannte Spitzensportler und unbekannte Hobbysportler wurden so auf die Taping-Option aufmerksam. Die Wirkung der Tapes ist in erster Linie durchaus an das Pflaster angelegt, das beispielsweise Halt bietet, allerdings sind die Nachteile einer starren Fixierung mit den bunten Tapes buchstäblich zunichte gemacht worden. Grund genug die Tapes nach dem griechischen Wort für Bewegung zu bezeichnen. Das heißt nämlich "kinesis".

Kinesio-Tapes dürfen auf Sehnen, Muskeln und Knochen geklebt werden

Eine ganze Reihe an Verletzungen können mit einem Kinesio-Tape gelindert werden: Bei einem Muskelfaserriss, einem Tennis- oder Golferarm, bei Verspannungen im Nacken und im Rücken sowie bei Schmerzen im Knie, im Sprunggelenk und im Schultergelenk können Kinesio-Tapes für Schmerzlinderung sorgen.

Wer die schmerzlindernden Tapes auf dem Körper aufbringen darf, dafür gibt es durchaus unterschiedliche Ideen. Während die einen darauf schwören, Kinesio-Tapes nur von Profis aufbringen zu lassen (meist passiert dies im Rahmen einer Krankengymnastik-Anwendung), gibt es immer mehr überzeugte Anhänger, die bei sich selbst die Tapes aufbringen.

Anwendung finden Kinesio-Tapes in der Orthopädie, der Osteopathie, der Neurologie, der Ergotherapie, der Physiotherapie und der Sportphysiotherapie. Viele Nutzer gehen davon aus, dass nicht nur das Klebeverfahren, sondern auch die Farbgebung einen Einfluss auf die Wirkung haben könnte.

Profis unterscheiden vier verschiedene Optionen, wie die Kinesio-Tapes angebracht werden können:

· Als Korrekturanlage. Soll mithilfe der Tapes eine Fehlstellung nivelliert werden, ist die Rede von der Korrekturanlage. Diese Methode findet häufig bei Fehlstellungen im Knie Anwendung, aber auch bei Fehlhaltungen im Nackenbereich und Schmerzen im Rücken, die sich auf eine Fehlhaltung zurückführen lassen.
· Als Ligamentanlage. Darunter versteht man eine Unterstützung der Gelenke, die immer dann Anwendung findet, wenn eine Blockade vorliegt.
· Als Lymphanlage. Bei einem Lymphstau, bei Hämatomen und bei Blutergüssen wird die Lymphanlage praktiziert, die den Druck im Gewebe reduzieren soll und damit zur Schmerzlinderung und zum Rückgang des Hämatoms führen soll.
· Als Muskelanlage. Dabei verfolgt das Taping das Ziel, eine Muskelfunktion wiederherzustellen. Durch das Taping werden Spannungen aufgebaut oder gelöst.

FOTO: pixabay.com / FotoEmotions

Grundregeln zum Tapen in Eigenregie

Wer die Tapes in Do-it-yourself-Eigenregie aufbringen möchte, muss ein paar grundlegende Regeln zum Tapen kennen.

1.) Damit die Tapes gut halten können und sich auch schmerzfrei wieder entfernen lassen, wenn sie erst ihren Dienst getan haben, ist es sinnvoll, die Körperstellen zu enthaaren, auf denen das Kinesio-Tape später angebracht werden soll.

2.) Wer zu Beginn nur ein Stü c kchen der Schutzfolie löst, kann dieses Stück für Stück verkleben und nach unten abziehen. Darüber zu streichen, lässt die Tapes gut haften. Nach etwa ein er Woche dürfen die Tapes wieder ab. Wenn sie das nicht von sich aus tun, hilft Öl, um den Kleber von der Haut zu lösen.

3.) Grundsätzlich gilt: Der gedehnte Muskel wird mit einem sanften Zug überklebt; der Schmerzpunkt hingegen mit einem kräftigen Zug. Zu viel oder zu wenig Zug kann jeder schnell erspüren, denn dann zwickt und ziept das Tape unangenehm auf der Haut. Unangenehm ist auch, wenn Patienten allergisch auf das Tape reagieren. Das äußert sich in Hautrötungen und Juckreiz.

4.) Ein kleiner Effekt sollte sich schnell nach dem ersten Tapen zeigen. Ist dies nicht der Fall, sollte doch besser ein Arzt sich die Beschwerden ansehen oder ein Physiotherapeut die Kinesio-Tapes anbringen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in Form einer Bildgalerie hält die Redaktion von FitForFun online unter https://www.fitforfun.de vor.