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| 14:12 Uhr

Cannabis
Cannabis und die deutsche Politik

Seit März 2017 darf in Deutschland laut Gesetz Cannabis von Ärzten auf Rezept verschrieben werden. Allerdings läuft es nach einem Jahr noch immer nicht ganz Rund, da es immer wieder zu Unstimmigkeiten mit dem Gesetz kommt und auch die Versorgung mit medizinischem Cannabis noch nicht reibungslos funktioniert.

Mit einem von der Grünen-Abgeordneten Nima Pirooznia erstellten Antrag möchten die SPD und die Grünen gemeinsam Druck aufbauen, um besonders die Lieferengpässe bei medizinischem Hanf zu beheben. Hier stelle der Lieferengpass ein großes Problem dar, da besonders Schmerz- und Krebspatienten ihre Leiden nicht mit Hilfe der empfohlenen Therapie mindern könnten, so Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen.

Weiterhin soll die Lizenzvergabe für den kontrollierten Anbau durch den Antrag deutlich beschleunigt werden. So dürfen in Deutschland nur lizensierte Unternehmen unter kontrollierten Bedingungen medizinisches Cannabis anbauen und vertreiben. Da aktuell noch nicht ausreichend Unternehmen lizensiert sind, kann der Bedarf nicht gedeckt werden, was zu den beschriebenen Lieferengpässen und somit zu Wartezeiten für die Patienten führen kann. So kann es laut Klaus Scholz, dem Präsident der Apothekerkammer zu einer Wartezeit von bis zu einer Woche dauern, bis der Patient die Cannabisblüten bei der lokalen Apotheke erhält.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass es auch für Patienten mit einem gültigen Rezept weiterhin verboten bleibt Cannabis selber zu kultivieren. So lassen sich entsprechende Samen aufgrund der Zollunion ohne Probleme aus dem Ausland bestellen, der Anbau selbst wird in Deutschland allerdings weiterhin bestraft.

Weiterhin fordern SPD und Grüne die Krankenkassen stärker in die Pflicht zu nehmen. Es könne nicht sein, dass sich Krankenkassen weigern, die vom Arzt verschriebene Therapie zu bezahlen. Dies schaffe eine große Unsicherheit bei den Patienten, denen die verschriebene Therapie helfen könne, so die Grünen. Besonders direkt nach der Verabschiedung des Gesetzes Anfang letzten Jahres, hatten sich Krankenkassen oft geweigert die Kosten zu übernehmen, wodurch selbst Patienten mit einem gültigen Rezept zunächst die Kosten selber tragen mussten.

Doch auch wenn die Bremer Koalitionspartner mit diesem neuen Antrag einen großen Schritt nach vorne machen und damit frischen Wind in die Diskussion bringen, so werden die Regelungen dennoch auf Bundesebene getroffen. Somit bleibt abzuwarten, ob dieser Vorstoß etwas bewirkt oder der Prozess seinen normalen Gang weiterlaufen wird.