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| 11:52 Uhr

Müdigkeit, Schwindel und blasse Haut
Blutarmut muss behandelt werden

Müdigkeit, Schwindel und eine blasse Haut können Anzeichen für eine Blutarmut (Anämie) sein. Dabei mangelt es im Blut an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder dem rotem Blutfarbstoff Hämoglobin, was langfristig zu Erschöpfungserscheinungen und einer erhöhten Infektanfälligkeit führt. Wir stellen die Ursachen, Symptome und möglichen Behandlungen von Blutarmut vor.

Was ist Blutarmut?

Eine Blutarmut wird im Normalfall durch einen Mangel an roten Blutkörperchen ausgelöst. Diese enthalten den wichtigen Blutfarbstoff Hämoglobin, der die Aufgabe hat, Sauerstoff zu den einzelnen Zellen zu transportieren. Zu wenig rote Blutkörperchen und ein damit verbundener verringerter Hämoglobinwert können daher eine Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff bewirken und verschiedene Symptome hervorrufen. Man spricht in diesem Fall von einer Blutarmut.

Die Ursachen von Blutarmut

Die Blutarmut kann viele Ursachen haben. Um diese richtig behandeln zu können, ist es wichtig, den richtigen Auslöser zu finden. Eine gründliche Diagnose im Labor zeigt, um welche Form der Anämie es sich handelt. Die zahlreichen möglichen Ursachen für Blutarmut werden in zwei Kategorien unterteilt:

1. Störung der Blutbildung als Ursache einer Blutarmut

Die Neubildung der roten Blutkörperchen wird in diesem Fall durch Krankheiten oder Vitamin- beziehungsweise Mineralstoffmangel behindert. Die folgenden Mangelerscheinungen zählen zu den häufigen Ursachen einer Blutbildungsstörung:

· Vitamin-B12-Mangel: Vitamin B12 wird für die Zellbildung benötigt. Ein Mangel entsteht entweder durch die fehlende Zufuhr des Vitamins über die Nahrung oder die Unfähigkeit des Körpers, Vitamin B12 aufzunehmen. Da das lebenswichtige Vitamin hauptsächlich in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch und Eiern vorkommt, leiden vor allem Veganer und Vegetarier schnell an einem Mangel. Wer ein erhöhtes Risiko für einen Mangel hat, sollte Vitamin B12 subsituieren.

· Eisenmangel: Eisen wird zur Bildung der roten Blutkörperchen benötigt. Besonders anfällig für eine Mangelerscheinung sind Vegetarier, Frauen, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Ernährungsstörungen.

· Folsäuremangel: Folsäure ist ein wichtiger Bestandteil bei der Zellteilung. Ein Mangel behindert die Bildung roter Blutkörperchen. Reichlich Folsäure ist zum Beispiel in Brokkoli und grünem Blattgemüse enthalten.

Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und Mikronährstoffen ist also sehr wichtig, um der Mangelerscheinung als Ursache von Blutarmut entgegenzuwirken. Neben dem Mangel an verschiedenen Vitaminen oder Mineralstoffen können aber auch einige schwerwiegende Erkrankungen und angeborene Defekte eine Anämie begünstigen. Darunter fallen zum Beispiel eine Funktionsstörung des Knochenmarks, eine chronische Nierenerkrankung oder auch ein Nierenschaden, die die Konzentration von voll funktionsfähigen Erythrozyten oder Hämoglobin im Blut unter Umständen stark beeinträchtigen. Leukämie, Entzündungen, Virusinfekte oder Autoimmunerkrankungen zählen ebenfalls zu den möglichen Ursachen von Blutarmut.

2. Starker Abbau oder Verlust von roten Blutkörperchen begünstigen Anämie

Nicht nur eine Störung der Blutbildung kann für eine Blutarmut verantwortlich sein. Selbst wenn dieser Vorgang ohne Probleme verläuft, kann es durch einen erhöhten Abbau oder starken Blutverlust zu einer Anämie kommen. Diese Gefahr besteht insbesondere bei großen Blutungen zum Beispiel infolge eines Unfalls.

Die Milz, die für den Abbau defekter und abgestorbener roter Blutkörperchen verantwortlich ist, kann ebenfalls zum Auslöser einer Blutarmut werden: Bei einer Milzvergrößerung ist das Risiko hoch, dass zu viele rote Blutkörperchen abgebaut werden und eine Anämie hervorgerufen wird.

Auch eine verkürzte Lebenszeit der Erythrozyten ist eine mögliche Ursache für Blutarmut. So sorgen unter anderem verschiedene Medikamente, Vergiftungen, Verbrennungen oder auch bestimmte Infektionskrankheiten dafür, dass die roten Blutkörperchen schneller absterben.

Müdigkeit, Blässe und mehr: Die Symptome der Blutarmut

Die typischen Symptome von Blutarmut sind vor allem ein Energie- und Leistungsabfall. Die Betroffenen klagen über Müdigkeit, Schwindel und Konzentrationsschwäche. Häufig wird auch die Haut blass. Bei stark ausgeprägter Blutarmut steigt der Herzschlag an und es kann zu Kurzatmigkeit kommen. Je nach Ursache der Anämie sind weitere Symptome möglich.

Ist ein Vitamin-B12 Mangel die Ursache, treten als Symptome der Blutarmut möglicherweise auch Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle oder Gedächtnisstörungen auf. Ist ein Eisenmangel schuld, macht sich das unter anderem an brüchigen Nägeln, Entzündungen an den Schleimhäuten und eingerissenen Mundwinkeln bemerkbar. Der Arzt beachtet bei der Diagnose auch diese Beschwerden, um die Ursache der Blutarmut richtig zu behandeln.

Diagnose und Behandlung von Blutarmut

Die Behandlung einer Blutarmut muss immer auf die Ursache abzielen. Zunächst wird das Blut im Labor untersucht, um die Schwere der Anämie zu diagnostizieren. Diese Untersuchung gibt auch Hinweise auf die Ursache.

Die Einteilung des Schweregrades einer Blutarmut wird aufgrund der folgenden Werte vorgenommen:

· Leichte Blutarmut: Hämoglobinwert (Hb) zwischen 9,5-13,0 Gramm pro Deziliter

· Mittelgradige Blutarmut: Hämoglobinwert (Hb) zwischen 8,0-9,5 Gramm pro Deziliter

· Schwere Blutarmut: Hämoglobinwert (Hb) bei weniger als 8,0 Gramm pro Deziliter

Wird diagnostiziert, dass Mangelerscheinungen die Ursache sind, besteht die Behandlung der Blutarmut vor allem aus einer Umstellung der Ernährung und einer Anpassung der Lebensweise. Falls eine Ernährungsumstellung auf Lebensmittel mit ausreichend Folsäure, Eisen und Vitamin-B12 nicht ausreicht, können diese Mikronährstoffe auch in Form von Tabletten oder einer Spritze aufgenommen werden. Die Therapie von Blutarmut als Folge einer Erkrankung oder eines genetischen Defekts muss individuell auf den Patienten abgestimmt werden.