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| 10:15 Uhr

Gesundheit
Bergwandern mit Typ-2-Diabetes? Weniger Gefahr, denn Therapie

Diabetes zählt zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen weltweit. An dieser Wohlstandskrankheit leiden in Deutschland derzeit rund 10 Prozent der Bevölkerung - 90 Prozent von ihnen an Typ-2-Diabetes.

Dabei kann dieser Diabetesform bereits mit genügend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung sehr gut begegnet werden. Gar eine vollständige Heilung ist unter Umständen möglich. Das Bergwandern zum Beispiel bietet sich als Bewegungsform besonders gut an. Wir klären auf, warum dies so ist und was man dabei beachten sollte.

Lange Zeit galt der Diabetes Typ-2 als »Altersdiabetes«. Und auch heute noch sind rund die Hälfte der Erkrankten über 65 Jahre alt. Gleichwohl wird davon berichtet, dass auch immer mehr Jüngere an diesem Diabetestyp erkranken. Die verstärkte Ausbildung der Insulinresistenz wird dabei insbesondere mit kohlehydratreicher Ernährung und damit einhergehend mit Adipositas in Verbindung gebracht, weshalb man beim Typ-2-Diabetes auch oft von einer Zivilisations- bzw. Wohlstandserkrankung spricht. Aber auch genetische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen.

Der Unterschied zwischen Diabetes Typ-1 und Typ-2

Bevor wir auf das Bergwandern und seine Vorzüge im Rahmen einer Diabetes Typ-2-Erkrankung zu sprechen kommen, muss zunächst einmal der Unterschied zum Typ-1-Diabetes herausgestellt werden. Der Typ-1-Diabetes ist wie der Typ-2 ebenfalls im Wesentlichen eine Störung der Blutzuckerstoffwechsels. Allerdings hat man es hierbei nicht mit einer Insulinresistenz, sondern mit einem chronischen Insulinmangel zu tun - ein kleiner, aber bedeutender Unterschied. Beim Typ-1-Diabetes liegt im Grunde eine Autoimmunerkrankung vor; das Immunsystem zerstört die Insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse; der Blutzucker wird nicht mehr abgebaut, das Insulin muss intravenös verabreicht werden. Dagegen ist die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse beim beginnenden Typ-2-Diabetes in der Regel noch intakt, allein die Muskelzellen bzw. die Insulinrezeptoren sprechen immer weniger auf das Hormon an. Auch hier ist ein hoher Blutzuckerspiegel die Folge. Bei der Behandlung kann allerdings beim Typ-2 im Gegensatz zum Typ-1 unter Umständen völlig auf eine medikamentöse Behandlung verzichtet werden. Denn eine Ernährungsumstellung sowie viel Bewegung können dazu beitragen, die Sensibilität der Insulinrezeptoren wieder zu erhöhen und somit den Blutzuckerstoffwechsel wieder zu normalisieren. Bis zu welchem Grad dies gelingt, ist allerdings eine Frage des Stadiums der Erkrankung.

Mit Bergwandern gegen den Typ-2-Diabetes kämpfen

Das buchstäblich Fatale an Typ-2-Diabetes ist, dass man es zumeist zu spät erkennt und die Krankheit sich nur langsam entwickelt (was beim Typ-1 gänzlich anders ist). Typische Symptome sind Müdigkeit, häufiges Wasserlassen und damit einhergehend großer Durst. Dauerhaft hohe Blutzuckerwerte können gar zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Im Verdachtsfall ist es daher empfehlenswert, die Blutzuckerwerte regelmäßig mit einem Blutzuckermessgerät zu kontrollieren (Blutzuckermessgerät online).

Das Bergwandern stellt indes wie auch viele andere sportliche Aktivitäten eine gute Therapieform für Typ-2-Diabetiker dar. Nicht nur hilft es dabei, Übergewicht zu reduzieren, auch deutet sich in der Forschung immer mehr an, dass Ausdauersport grundsätzlich die Sensibilität der Insulinrezeptoren wieder erhöhen kann. Wer allerdings Insulin bereits intravenös zuführen muss, da die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr herstellt (eine Folge dauerhafter Überproduktion aufgrund der Insulinresistenz), sollte unbedingt seine Insulindosen anpassen, da das Hormon bei Bewegung verstärkt wirkt und es zur Unterzuckerung kommen kann. Für Bergwanderer empfiehlt es sich somit, nicht nur immer ein Blutzuckermessgerät und genügend Insulin- sowie Kohlehydratrationen dabei zu haben, sondern auch unbedingt eine Konsultation bei einem Diabetologen in Anspruch zu nehmen.

Das Bergwandern bietet für Diabetiker aber nicht nur aus fitnesstechnischer Sicht Vorteile, sondern ist auch eine Wohltat für die Seele. Wer einmal in den Genuss der Aussicht von einem 3000er Gipfel gekommen ist, wird diese so schnell nicht wieder missen wollen - ob nun mit oder ohne Diabetes.