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| 21:02 Uhr

Benefizkonzert
Mosh gegen Krebs – harte Jungs mit weichem Kern

Im aktuellen Festival-T-Shirt bereitet Christian Schroschk, Gründer und Mitorganisator von „Mosh gegen Krebs”, die Location vor.
Im aktuellen Festival-T-Shirt bereitet Christian Schroschk, Gründer und Mitorganisator von „Mosh gegen Krebs”, die Location vor. FOTO: Peter Aswendt
Sedlitz. Der Sedlitzer Lindengarten rockt seit Freitag beim 6. Benefizfestival für die Cottbuser Kinderkrebsklinik.

Punk und Metal sind nicht die leisesten Vertreter der  Musikstile. Das Tanzen zu dieser Musik wird als „Moshen“ oder „Pogen“ bezeichnet. Ausgelassen getanzt wird auf alle Fälle beim Benefizfestival „Mosh gegen Krebs“ an diesem Wochenende. Im Vordergrund steht aber ein nobler Gedanke der Organisatoren. „Wir wollten etwas bewegen, etwas Sinnvolles tun, eben einfach helfen“, erinnert sich Christinan Schroschk (35), Mitbegründer und Organisator des Benefizfestivals an die Ideenfindung. Allen war bewusst, dass der konkrete Zweck der Spende klar sein muss: „Wir wollten wissen, wo das Geld hingeht und wie es verwendet wird“, definierten er und sein Mitstreiter Martin Schmidt (29) die Bedingungen.

Beide sind junge Familienväter und wissen genau, welches Glück Eltern mit gesunden Kindern haben. „Es ist immer das Schlimmste, wenn Kinder krank sind, da leiden Eltern mehr, als wenn sie selbst krank sind“, so der Vater eines zehnjährigen Sohnes. Mit der Kinderklinik des Carl-Thiem-Klinikums in Cottbus haben die Festivalorganisatoren einen guten Partner gefunden.

Seit 2011 wird die Benefizidee in Sedlitz umgesetzt, Geld für schwer oder unheilbar erkrankte Kinder zu sammeln. Die erste Idee war ein Inlinehockeyturnier, bei dem 500 Euro an Spendengeldern zusammen kamen. „Das war zwar gut, aber uns war es nicht genug“, so die damaligen Überlegungen. „Da wir alle Punk- und Metal-Fans sind, kam uns die Idee, ein Musikfestival zu initiieren“, erinnert sich Schroschk. Das war die Geburtsstunde von „Mosh gegen Krebs“. Im Mai 2012 fand das erste Festival mit überragendem Zuspruch statt. Inzwischen hat der Verein Mosh gegen Krebs bis 2017 mehr als 40 000 Euro Spendengeld an die Kinderkrebsklinik überwiesen.

„Wir machen ziemlich viel Krach mit unserer Musik“, gibt Schroschk zu. „Aber wir sind eine große Familie in Sedlitz geworden. Sogar eine 88-Jährige kam zum Festival und hat Geld in die Spendenbox getan“, sagt Schroschk zur Akzeptanz des Projektes. Am Tag sind auch Eltern mit Kindern auf dem Festival: „Die Kids haben dann ihre Mickey-Maus-Kopfhörer auf“, freut sich der junge Vater.

Der harte Kern von 14 Mitgliedern des Sedlitzer Vereins wächst zur Festivalzeit auf mehr als 40 Mitstreiter an. „Wir fangen meist im Herbst mit der Organisation an“, berichtet Schroschk. Dabei gibt es eine klare Aufgabenteilung. Martin Schmidt ist Band- und Ablaufkoordinator und kümmert sich um die Technik. Christian Schroschk nimmt stets die Behördengänge und die Sponsorenbetreuung unter seine Fittiche. „Ich bin immer erstaunt, wie Martin das mit den Bands hinbekommt. Denn die kommen für einen ganz schmalen Taler und tragen unseren Benefizcharakter voll mit“, berichtet er stolz.

Weder Bands noch Mitstreiter bekommen Honorar: „Es werden nur die Unkosten aus den Sponsorengeldern gedeckt“, stellt Schroschk klar. „Alle Einnahmen und Spenden gehen direkt und ohne Umwege an die Kinderklinik in Cottbus“, fügt er hinzu. 2017 kamen 19 250 Euro zusammen: „Das wollen wir in diesem Jahr toppen“, gibt Schroschk die Marschrichtung vor. Mehr Spendeneinnahmen setzten auch eine Steigerung des Festivalangebotes voraus. „Seit vorigem Jahr machen wir eine Zweitagesveranstaltung.“ Mit Campingplatz, Dusch- und Frühstücksangebot mausert sich „Mosh gegen Krebs“ zu einem der größeren Festivals in OSL.

Am Freitag und am heutigen Sonnabend bringen sage und schreibe 23 Bands aus Österreich und Deutschland die Linden des gleichnamigen Sedlitzer Gasthauses zum Schwingen. Heute kostet das Ticket 15 Euro.

(asw)