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Tabuthema Impotenz
Bei Potenzstörungen unbedingt zum Arzt gehen – Wir klären auf

Potenzstörungen sind keine Seltenheit, bedürfen aber in jedem Fall einer Abklärung durch den Arzt.
Potenzstörungen sind keine Seltenheit, bedürfen aber in jedem Fall einer Abklärung durch den Arzt. FOTO: StockSnap / Pixabay
Das Thema Impotenz ist trotz der hohen Anzahl an Betroffenen bis dato immer noch ein unter den Teppich gekehrtes Gesundheitsproblem. Von PR

Bei der Erektionsstörung ist es dem Mann nicht möglich, eine ausreichende Erektion für den Geschlechtsverkehr zu erlangen. Nicht nur körperlich stellt dies ein gesundheitliches Problem dar, denn das Unvermögen, eine Erektion zu erlangen, schlägt sich oftmals auch auf die Psyche des Mannes nieder und verlangt deshalb unbedingt nach einer Abklärung durch den Arzt.

Scham und Angst erschweren den Gang zum Arzt

Männer gelten auch heutzutage noch als das starke Geschlecht. Die Phrase "seinen Mann zu stehen" kommt nicht von irgendwoher und definiert den Mann auch heute noch als starken, unabhängigen Menschen. Viele Männer definieren ihre Männlichkeit zudem über ihre Sexualität. Ist diese nun beispielsweise durch eine Erektionsstörung beeinträchtigt, meinen sie, ihre vermeintliche Männlichkeit zu verlieren. Das macht es ihnen schwer, ihr Problem vor einem Arzt oder jemand anderem auszubreiten. Nicht nur die Scham über das Thema zu sprechen erschwert die Situation sondern auch das angeknackste Selbstbewusstsein.

Keine Einzelfälle - wie viele Männer wirklich betroffen sind

Erektile Dysfunktionen sind keine Seltenheit, denn allein in Deutschland wird geschätzt, dass jeder fünfte Mann darunter leidet. Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher, da es vielen Männern peinlich wäre, eine vorhandene Erektionsstörung zuzugeben. Betroffen sind zwar nicht nur ältere Personen, die Betroffenheit steigt jedoch im höheren Alter. Unter den 40- bis 50-Jährigen leiden rund zwanzig Prozent an einer erektilen Dysfunktion.

Impotenz als Leitsymptom für schwerwiegendere Erkrankungen

Erektionsstörungen bedürfen in jedem Fall einer dringenden Abklärung durch den Arzt. Nicht zuletzt, weil die Lebensqualität des Betroffenen durch Behebung der Störung wieder erheblich verbessert werden kann. Eine ausreichende Erektion und ein damit einhergehendes befriedigendes Sexualleben stellen eine wichtige Säule eines erfüllten Lebens dar und kann die eigene Lebenseinstellung positiv beeinflussen.

Aber nicht nur aufgrund der verbesserten Lebensqualität solle ein Arztbesuch in Betracht gezogen werden denn Erektionsstörungen können auf weitaus schwerwiegendere Erkrankungen hindeuten. Zum einen kann das Problem psychischer Natur sein, wobei dieses sich durch die verminderte Erektionsfähigkeit noch zusätzlich verstärken kann, sodass ein Teufelskreis entsteht. Stress und Depressionen beispielsweise können die Fähigkeit, ein steifes Glied zu erlangen, maßgeblich beeinflussen. Ebenso können bestimme Medikamente sowie Alkoholabusus zu Impotenz führen.

Ganz besonders wichtig ist die Abklärung in Bezug auf körperliche Krankheiten. Einige der häufigsten Erkrankungen, die mit erektiler Dysfunktion in Verbindung stehen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, welche oftmals mit Gefäßverkalkungen einhergehen, was wiederum zu einem verminderten Blutstrom in den Penis führt. Dadurch kann dieser nicht erigiert werden. Vor allem Übergewicht ist ein wichtiger Triggerfaktor zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten, was wiederum zu einer verminderten Erektion führen kann. Auch Diabetes oder neurologische Probleme können Ursache für eine verminderte Erektionsfähigkeit sein. Da alle diese Krankheiten potentiell stark gesundheitsgefährdend sein können, ist es umso wichtiger, die Sachlage ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Erkennung kann daher entscheidend für die Behandlung und damit die weitere Lebensqualität sein.

Diagnose und Behandlung von Erektionsstörungen

Der behandelnde Arzt muss zur Feststellung der zugrundeliegenden Ursache sehr persönliche Fragen zum Sexualleben des Patienten stellen. Diesbezüglich wird häufig nach dem Zeitpunkt des ersten Auftretens und der Dauer der bestehenden Erektionsstörung gefragt. Auch Probleme im sozialen Umfeld oder Partnerschaftskonflikte werden auf einfühlsame Art erfragt. Dies mag unangenehm erscheinen, ist aber notwendig, um sich ein Bild über das Ausmaß und die Qualität der Erektionsstörung machen zu können. Auch das Angeben aller Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, ist essentiell für die Diagnostik.

Des Weiteren können körperliche Untersuchungen durchgeführt werden wie beispielsweise das Abtasten der Prostata, um etwaige Vergrößerungen erkennen zu können. Zudem sind ggf. Blutdruck- und Pulsmessungen sowie die Beurteilung von Blut- und Urinwerten ein Bestandteil der Abklärung. Auch Ultraschalluntersuchungen zur Beurteilung der Blutgefäße im Penis werden im Bedarfsfall durchgeführt.

Für Männer, welche den Gang zum Arzt in jedem Fall nicht als Option sehen, können darüber hinaus auf Online Sprechstunden zurückgreifen. Äquivalent zum Arztbesuch werden hier alle notwendigen Fragen gestellt und Daten erhoben. Zwar ist die Ferndiagnose in Deutschland selbst keine gängige Praxis wird im EU Ausland jedoch z.B. in den Vereinigten Königreichen schon seit vielen Jahren zur Entlastung des Gesundheitssystems eingesetzt. EU Bürger besitzen das Recht der freien Arztwahl und können sich dahingehend online von einem in England ansässigen Arzt behandeln lassen. Entsprechende Dienstleistungen stehen Patienten in nahezu allen Europäischen Sprachen zur Verfügung. Gerade Patienten, welche bereits anderweitig eingeschränkt sind oder an weiteren Erkrankungen leiden, sollten jedoch zumindest zur Erstdiagnose den Hausarzt aufsuchen.

Wichtig für Männer zu wissen ist, dass einer erektilen Dysfunktion gegengesteuert werden kann. Nach Abklärung der Ursache hierfür kann eine adäquate Behandlung eingeleitet werden.

Neben Medikamenten oder psychologischen Gesprächen, sofern die Psyche der ausschlaggebende Grund für die Störung ist, gibt es auch die Möglichkeit von operativen Eingriffen, welche gefäß- oder nervenbedingte Ursachen beheben sollen. Damit kann in vielen Fällen sogar die vollständige Potenz wiedererlangt werden. Zur Erstbehandlung wird ein Arzt in aller Regel einen sogenannten PDE-5-Hemmer auf Wirkstoffbasis Sildenafil oder Tadalafil verschreiben.

Vorbeugung durch gesunde Lebensgewohnheiten

Um eben jenen Krankheiten vorzubeugen, welche gefäßverengende Konsequenzen mit sich bringen, kann regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen. In Kombination mit einer Gewichtsreduktion kann so der Blutzuckerspiegel sowie der Blutdruck gesenkt werden. Bei einer bestehenden erektilen Dysfunktion empfiehlt es sich zudem, mit dem Rauchen aufzuhören und auch den Alkoholkonsum einzuschränken, da diese die Erektionsstörung zusätzlich fördern.

Aus einer Kombination all dieser vorbeugenden Maßnahmen lässt sich ein zufriedenstellendes Sexualleben auch bis ins hohe Alter erreichen. Und sollte es doch einmal zu einer Erektionsstörung kommen, sollte nicht davor zurückgeschreckt werden, die Hilfe eines Arztes in Anspruch zu nehmen.