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| 10:55 Uhr

Akute Alopezie im Winter

In der kalten Jahreszeit fallen vermehrt Haare aus.
In der kalten Jahreszeit fallen vermehrt Haare aus. FOTO: shutterstock
Verstärkter Haarausfall im Winter ist kein ungewöhnliches Phänomen aber auch kein Grund zur Sorge. Der Mensch verliert zu Beginn des Winters und im Frühjahr vermehrt Haare, kahle Stellen sind jedoch selten zu befürchten. Trotzdem ist eine gute Haarpflege in der kalten Jahreszeit besonders entscheidend.

Natürlicher Wachstumszyklus der Haare

Das Leben des Haares beginnt in der Anagenphase, in der sich eine neue Haarwurzel bildet und das Haar wächst. Etwa 80 bis 90 Prozent des Kopfhaars sind in dieser Phase, die zwischen zwei und sechs Jahre andauert. Daran schließt sich die Katagenphase an. Der Körper stellt innerhalb von zwei bis?drei Wochen die Produktion neuer Haarzellen ein. Ein Prozent des Haupthaares ist in dieser Phase.

Bis zu 18 Prozent der Kopfhaare sind in der Telogenphase. Das Haar verbleibt noch etwa zwei bis vier Monate am Kopf, bis es ausfällt. Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich im Sommer besonders viele Haare in dieser letzten Phase befinden, daher ist es natürlich, wenn im Herbst und zu Beginn des Winters viele Haare ausfallen. Dermatologen erklären in der WAZ , dass gleichzeitig eine evolutionäre Komponente des "Fellwechsels" zugrunde liegt, die den Zeitpunkt der Wachstumsphasen bestimmen. Zum Schutz vor Kälte benötigt der Mensch dickeres Haar im Winter, sodass als Vorbereitung ein Wechsel und somit vermehrter Haarausfall stattfindet.

Ausgeprägte Alopezie nicht zu fürchten

Von einer Alopezie wird in der Medizin gesprochen, wenn eine Haarlosigkeit zumindest an bestimmten normalerweise behaarten Stellen vorliegt, die zu haarlosen Stellen führen kann. Ein natürlicher Ausfall der Haare im Winter führt jedoch selten zu kahlen Stellen. Bei diesem natürlichen Prozess können bis 20 Prozent des Haars ausfallen, wobei sich dies gleichmäßig über den Kopf verteilt erstreckt und daher nur selten äußerlich auffällt. Das Haar kann allerdings durchaus dünner erscheinen.

Problematisch wird es, wenn neben den natürlichen Ursachen weitere Faktoren das Haar schädigen. Wer Gewissheit haben möchte, ob sich genügend Haare in der Anagenphase befinden, muss ein Trichogramm beim Hautarzt durchführen lassen. Dieser zupft 50 bis 100 Haare aus und untersucht sie unter dem Mikroskop.

Möglichkeiten den Haarausfall zu verhindern

Wenn ein Haar vorzeitig ausfällt, kann dies zwei Ursachen haben. Es ist früh in die Katagenphase übergegangen oder es wurde mechanisch geschädigt. Beides ist vermeidbar. Haare gehen wie erwähnt, nach zwei bis sechs Jahren in das letzte Stadium über. Es gibt also keine biologische Uhr, die zwangsläufig die Wurzel vor dem sechsten Jahr absterben lässt. Verschiedene Faktoren und besondere Faktoren, die in der kalten Jahreszeit vorliegen, können diesen Prozess begünstigen.

Kälte, Sauerstoffmangel, falsche Ernährung und depressive Stimmungen führen dazu, dass die Haare zu einem frühen Zeitpunkt das Wachsen beenden. Aber auch Nährstoffmangel, hormonelle Umstellungen, Medikamente oder mechanische Schäden können den Haarausfallprozess zusätzlich begünstigen, wie es auf der Internetseite Meds4all heißt. Mechanische Schäden entstehen im Winter vor allem durch enge Mützen und strammes Kämmen des strapazierten Haares. Diese Schäden lassen sich durch eine gute Pflege vermeiden.

Den Übergang in die Katagenphase hinauszögern

Jede Art von Mangel kann dazu führen, dass der Körper keine Kraft für das Wachstum der Haare aufwendet, also die Anagenphase beendet. Damit dies nicht geschieht, sollten Menschen ab dem Spätsommer bewusst gesund leben. Es genügen meist kleine Änderungen in der Lebensweise, um den Haarwurzeln ein längeres Leben zu bescheren:

Spaziergänge an der frischen Luft heben die Stimmung und versorgen die Haarwurzeln mit Sauerstoff.Vitaminreiche und leichte Kost sorgt für Nährstoffe.Den Genuss von Kaffee, Süßigkeiten, Alkohol und Zigaretten einschränken.Sonnenstunden nach Möglichkeit für Aufenthalte im Freien nutzen.Haare mit einem milden Shampoo waschen und dabei die Kopfhaut massieren, um die Durchblutung anzuregen.Wichtig ist zudem die Reduktion von Stress. Wie der Focus berichtet, konnten Laborversuche an Mäusen zeigen, dass ein erhöhter Stresslevel und depressive Verstimmungen Haarausfall begünstigen können. Gerade in der dunklen Jahreszeit stellen sich aufgrund der stimmungsaufhellenden Sonnenstrahlen solche Stimmungsschwankungen deutlich schneller ein.

Richtige Haarpflege im Winter

Wer sich die Haare, die in der Haarbürste bleiben genau ansieht, wird feststellen, dass ein großer Teil keine Haarwurzel hat. Das Haar ist über der Kopfhaut abgebrochen, nicht ausgefallen. Dies lässt sich durch gute Pflege verhindern:

Scharfkantige Bürsten und Kämme aussortieren.Haare über Kuren und Spülungen mit Feuchtigkeit versorgen.Haar durch eine lockere Mütze vor Sonnenlicht und Kälte schützen.Nach dem Waschen auf das Fönen verzichten.Gut klimatisierte, gelüftete Räume halten den Temperaturwechsel gering.