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Aficionados aufgepasst! Gute Zigarren gibt es auch außerhalb des Castro-Regimes

FOTO: Flickr, daniel.stark
Verbotene Früchte sollen ja bekanntlich am süßesten schmecken.

Jetzt, da US-Präsident Obama sich dazu entschieden hat, Kuba offiziell von der Liste der "Terror-Staaten" zu streichen , verliert die sagenumwobene Habana-Zigarre wohl einen kräftigen Zug Ruchlosigkeit. Übrig bleibt der kalte Geruch von Hype und - okay, wir wollen ja nicht übertreiben - eine qualitativ sehr hochwertige Zigarre. Nichtsdestotrotz wäre es wohl ein guter Moment für Zigarren-Aficionados - und solche, die es werden möchten -, das Blickfeld zu erweitern. Auch andere lateinamerikanische und sogar einige asiatische Länder produzieren eigene, ebenfalls hochklassige Zigarren, die man zum Beispiel bei Zigarren.org erwerben kann.

Nicaragua

Nicaragua blickt bereits auf eine lange Tradition in der Zigarrenproduktion zurück. Während der Kubanischen Revolution 1959 fanden viele fliehenden Tabak-Bauern in Nicaragua eine neue Heimat und führten ihr Geschäft dort fort. Die Expertise der Bauern blieb, aber der Geschmack der Zigarren veränderte sich. Aufgrund der geologischen Besonderheit des Landes - die Pazifikküste ist gespickt mit Vulkanen - und auch wegen des anderen Klimas als in Kuba haben die hier angepflanzten Tabaksorten einen ganz eigenen Geschmack. Über die Jahre ist die Produktion stetig gewachsen. Somit kann man in Nicaragua mittlerweile zahlreiche verschiedene Geschmäcker mit höchster Qualität bedienen. Bei weltweiten Tastings erhalten die Zigarren aus dem kleinen Staat in Mittelamerika Höchstbewertungen. Besonders verbreitet ist der Anbau in den Jalapa- und Esteli-Tälern. Vollaromatische, süßliche Deckblätter gedeihen hier neben Umblatt- und Einlagepflanzen.

Brasilien

Im großen Brasilien gibt es nur noch wenige Zigarrenhersteller. Allerdings produzieren die, die es noch gibt, wahre High-End- sowie High-Price-Produkte. Die brasilianische Tabakernte unterscheidet sich wesentlich von der Vorgehensweise in den anderen lateinamerikanischen Staaten. Die Pflanzen werden im Ganzen gepflückt und getrocknet. So werden die Blätter besonders lange mit Nährstoffen versorgt und entwickeln währenddessen weiterhin ihr Aroma. Durch einen speziellen Fermentierungsprozess erhält der Tabak einen besonders würzigen Geschmack mit einer pfeffrigen Note. Dennoch gilt der brasilianische Tabak im internationalen Vergleich als relativ mild.

Indonesien

Indonesien ist neben den Philippinen das einzige asiatische Land, in dem Zigarren produziert werden - und das mit Erfolg. Das indonesische Deckblatt gilt als außerordentlich hochwertig und ist klammheimlich zum teuersten Deckblatt der Welt avanciert. Die Insel Sumatra bietet mit ihrer Lage direkt am Äquator, einer Durchschnittstemperatur von 33 °C und einer Luftfeuchtigkeit von über 60 % ideale Bedingungen für den Tabakanbau. Der Sumatra-Tabak hat ein zartes, fast schon blumiges Aroma und einen angenehm leichten Geruch. Viele Gründe also, über den Deckblattrand zu schauen. Die kubanische Bevölkerung kann sich aufgrund des neuen Status' und der damit verbundenen wirtschaftlichen Öffnung ohnehin auf zahlreiche neue Ertragsbereiche freuen.