Der Buchsbaumzünsler wütet seit etwa acht Jahren auch im liebevoll angelegten Grün der Lausitzer. Hecken und Formgehölze sind auch im öffentlichen Raum vom Schädling befallen. Der Pflanzenschutzdienst des Landesamtes Brandenburg bestätigt: Der Süden des Landes ist besonders hart getroffen. Und der Zünsler hat sich in diesem Sommer offensiv auch nach Norden bis in die Prignitz ausgebereitet. Der ostasiatische Kleinschmetterling war im Jahr 2007 erstmals in Süddeutschland entdeckt worden. Bereits zwei Jahre später hatte sich der Zünsler auch massiv bis in den Spreewald voran gefressen. Zuerst auf den Friedhof in Burg.

In diesem Jahr hat das Insekt „erstmals bis Mitte September noch eine dritte Faltergeneration“ ausgeprägt. Das bestätigt Jens-Uwe Schade, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums. Der Buchsbaumzünsler hat den Gehölzen in diesem für ihn ausgesprochen günstigen, langanhaltenden warmen und trockenenen Sommer extremen Schaden zufügen können.

Mit den nunmehr eingesetzten niedrigen Nachttemperaturen aber ist das große Fressen nunmehr beendet. „Die überwinternden Junglarven werden sich in den nächsten Tagen in die Wintergespinste zurückziehen, die sich zumeist in den kleinen Triebspitzen befinden. Und das ist der günstigste Zeitpunkt, dem Buchsbaumzünsler den Kampf anzusagen. Mit einem Rückschnitt sollten die Wintersgespinste nun entfernt werden.

Entgegen den heimischen Abfallverbänden, die vom Kompostieren dieses befallenen Grünschnittes ausdrücklich abraten, erklären die Experten der Landesbehörde: „Stark befallene Pflanzen, die entsorgt werden müssen, können gefahrlos gehäckselt und kompostiert werden.“

Um Buchsbaumbestände zu erhalten, sei eine Behandlung mit einem zugeslassenen Insektizid aber ab Ende April bis Anfang Mai trotzdem unerlässlich, sobald die Außentemperatur mehr als 18 Grad Celsius erreichen. Denn gegen die überwinterte erste Larvengeneration des Jahres sei nur mit der harten chemischen Keule wirksam etwas auszurichten.