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| 16:18 Uhr

Das ist wichtig
Veredelung von Obstbäumen

FOTO: pixabay.com / Ajale
Obst aus eigenem Anbau: ein Traum für viele Gartenbesitzer. Manchmal aber eignet sich der Boden nicht für die Sorten, die dort künftig wachsen sollen.

Mit der Veredelung lässt sich dieses Problem jedoch umgehen. Hierbei wird eine Unterlage mit einem Edelreis kombiniert, sodass im besten Fall ein ertragreicher Baum mit leckeren Früchten entsteht. Doch wie funktioniert die Veredelung genau? Dieser Ratgeber bietet eine Anleitung und zeigt, was sonst noch wissenswert ist.

Welche Effekte hat eine Veredelung?

Eine Obstbaumunterlage kann mit nur einer oder auch mehreren Sorten veredelt werden. Spannend ist das für Gartenfreunde, die an ein und demselben Baum verschiedene Sorten parallel ernten möchten. Häufig sind die Gründe für die Veredelung allerdings etwas pragmatischer. Sie kann zum Einsatz kommen, wenn

  • die Erhaltung einer Ursorte das Ziel ist,
  • das Edelreis anfällig für Krankheiten oder nicht geeignet für den jeweiligen Boden ist,
  • Zierformen entstehen sollen
  • oder der Obstbaum bislang nur wenige Früchte trug.

Durch die Verwendung einer zum Umfeld passenden und widerstandsfähigen Unterlage kann die gewünschte Obstsorte sehr viel kräftiger wachsen und wesentlich ertragreicher werden. Auch ist es möglich, nur kleine Bäume zu erhalten, die dennoch großes und aromatisches Obst hervorbringen. Wer gerne alte Sorten in seinem Garten ernten möchte, kommt um eine Veredlung nur selten herum. Eine Liste welche dazu gehören, liefert alte-obstsorten.de.

Veredelt werden meist Apfel- oder auch Birnbäume. Sehr schwierig gestaltet sich das Unterfangen hingegen bei Kernobst wie Pflaume und Kirsche, da das Edelreis oft nicht akzeptiert wird. Gerade Anfänger sollten sich daher auf die einfacheren Sorten konzentrieren. Kernobst kann stattdessen okuliert werden, wobei kein Edelreis, sondern lediglich ein angeschnittenes Auge verpflanzt wird.

Der Frühling eignet sich ideal für die Veredelung von Obstbäumen. Insbesondere im April gehört dieser Arbeitsschritt zu den wichtigsten Aufgaben, mit denen sich Gartenfreunde beschäftigen. Weitere Tipps für den Garten im April findet man auf Gartenbista.de.

Veredeln: Darauf müssen Gartenbesitzer achten

Veredelt werden können nur Sorten, die miteinander verwandt sind. Je enger die verwandtschaftliche Beziehung, desto besser stehen die Erfolgschancen. Das bedeutet allerdings nicht, dass beispielsweise nur Birne mit Birne kombiniert werden kann. Birnensorten können auf Quittenunterlagen verwendet werden, da der verwandtschaftliche Grad beider Gewächse ausreicht.

Eine zielführende Veredelung funktioniert nur mit geraden Schnitten. Der Kontakt zwischen Unterlage und Edelreis muss so gleichmäßig und direkt wie nur möglich geschaffen werden, um ein Anwachsen zu fördern. Erfahrene Pflanzenfreunde, wie sicherlich auch jene, die in diesem Jahr an den offenen Gärten teilnehmen, dürften sich damit auskennen. Neulinge aber sollten die Schnitttechnik zunächst an Weidenruten lernen.

Für die Veredelung braucht es trockenes Wetter, jedoch keine Trockenheit. Bei Regen ist es besser, das Vorhaben zu verschieben. Scheint die Sonne und regnet es kaum, sollte zur Förderung des Anwachsens zusätzliches Wasser gegeben werden.

Das Edelreis, das auf die Unterlage gesetzt werden soll, will sorgfältig ausgewählt werden. Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des Triebes sind:

  • mindestens so dick wie ein Bleistift
  • wenigstens 30 Zentimeter lang
  • erst im vergangenen Jahr gewachsen

Aus dem mittleren Drittel dieses Triebes wird im Anschluss das Edelreis herausgeschnitten. Es sollte etwa so lang wie ein Finger sein und vier Knospen tragen.

Tipp: Die Ernte des Edelreises erfolgt am besten während der Vegetationsruhe zwischen November und Februar. Es kann anschließend an einem geeigneten Ort dunkel und kühl gelagert werden. Wer kein Edelreis mehr ernten konnte, wendet sich am besten an eine Baumschule und lässt sich dort ein passendes Exemplar geben.

Konkrete Arbeitsschritte bei der Veredelung

Die Veredelung sollte sehr sorgfältig und Schritt für Schritt erledigt werden. Auf keinen Fall dürfen die frischen Schnittstellen an Edelreis und Unterlage mit den Fingern berührt werden. Eine der einfachsten Möglichkeiten, um Obstgehölze zu veredeln, ist die sogenannte Kopulation. Sie wird im Folgenden näher beschrieben:

1. Im ersten Schritt müssen Unterlage und Edelreis angeschnitten werden. Hierbei sollten zwei mindestens sechs Zentimeter lange, schräge Ovale entstehen, die in Sachen Durchmesser und Länge gleich sind. Am leichtesten gelingt diese Arbeit mit einem einseitig angeschliffenen, scharfen Kopuliermesser.

2. Anschließend werden die Schnittstellen genau aufeinandergesetzt und mit Bast umwickelt. Das sorgt für eine Fixierung der Stelle und erleichtert das Anwachsen. Sowohl die Veredelungsstelle als auch die Spitze des Edelreises sollten zusätzlich mit Baumwachs bestrichen werden.

3. Wird ein ganz neuer Baum veredelt, folgt auf die Kopulation das Auspflanzen an einem geeigneten Platz im Garten. Bei der Veredelung bereits stehender Unterlagen entfällt dieser Schritt.

Sobald die Veredelung und das Auspflanzen abgeschlossen sind, ist Geduld gefragt. Nun müssen die beiden Pflanzenteile gut miteinander verwachsen, sodass das Edelreis mit Nährstoffen versorgt wird. Klare Anzeichen für Erfolg sind das Austreiben des Edelreises und die Weiterentwicklung der Knospen.