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| 12:00 Uhr

Im Herbst zündet noch mal ein Blüten-Blütenfeuerwerk
Späte Schönheiten im Garten

Späte Schönheiten FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Es ist noch nicht vorbei im Garten: Herbst-Stauden zeigen sich erst jetzt von ihrer besten Seite. Auf zum Blüten-Feuerwerk. Von Birgit Keilbach

Bei Christa und Bernd Schönefeld „muss es das ganze Jahr über“ blühen. So umreißt das Paar den Anspruch für die grüne Oase hinter ihrem Haus in Cahnsdorf (Landkreis Dahme-Spreewald). Wo der Sommerflor allmählich schwindet, setzen nun die spät blühenden Pflanzen in der rund 4500 Quadratmeter großen Gartenlandschaft ihre Farbakzente.

Insektenparadies

 Dekorative Dahlien haben die größten Blüten in zahlreichen Farbvarianten.
Dekorative Dahlien haben die größten Blüten in zahlreichen Farbvarianten. FOTO: Birgit Keilbach

Nicht nur das. Reichlich Nahrung finden Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und weitere Insekten auf einem Staudenbeet, wo  noch der Sonnenhut und zeitgleich schon die Herbstanemonen, Gelenkblumen und das Patagonische Eisenkraut mit ihren Blüten locken. „Die Gelenkblume bildet große Stauden und es ist hilfreich, im Frühsommer die äußeren Pflanzen zurückzuschneiden. Das gibt in der Mitte Stabilität und die äußeren blühen etwas später auf“, verrät Christa Schönefeld. Zahlreich schwirren die Insekten von Blüte zu Blüte. Unter ihnen fällt ein besonders großer und blauschwarz schimmernder, hummelgroßer  Brummer mit blauen Flügeln auf. „Das ist eine Blaue Holzbiene“, gibt Christa Schönefeld Auskunft. Seit ein paar Jahren tauche sie regelmäßig in ihrem Garten auf.

Farbenpracht

  Blütenstände der Tellerhortensie werden Schirmrispen genannt.
Blütenstände der Tellerhortensie werden Schirmrispen genannt. FOTO: Birgit Keilbach

Die zwischen Nadel-, Laub- und Obstgehölzen stimmig gruppierten Staudenbeete zeigen mit groß- und kleinblütigen Dahlien, verschiedenen Astern sowie Fetthennen schon im August herbstliche Farbenpracht. Diese hält bei entsprechend milder Witterung bis in den November/Dezember an. Kommen erste Nachtfröste, müssen die Dahlienknollen ins Winterquartier. „Sie werden ausgegraben und stehen dann luftig, trocken und frostsicher in der Scheune“, macht die passionierte Hobbygärtnerin aufmerksam. Wer Dahlien im Garten haben möchte, muss also ein passendes Winterquartier haben.

Hortensien sind bis in den Winter schön

Winterschutz brauchen Hortensien mitunter auch, abhängig von Standort und Sorte. „Alle brauchen viel Wasser, das sagt ja schon ihr botanischer Name Hydrangea“, gibt Christa Schönefeld einen wichtigen Tipp: Die meisten Sorten bevorzugen halbschattige Standorte. Eine prächtige Tellerhortensie hat sich in zehn Jahren an der Nordseite des Hauses entwickelt. Anders als die gleichfalls sehr beliebten Bauernhortensien ist diese bis in den Spätherbst zudem eine Nahrungsquelle für Insekten. „Die rosa Blätter locken sie an, die eigentlichen Blüten sind unscheinbarer und stecken in der Mitte, ähnlich wie beim Weihnachtsstern“, erläutert Christa Schönefeld. Zurückgeschnitten werden die Blüten erst im Frühjahr.

Gehölze setzen Farbtupfer

Farbliche Akzente setzen im Herbst auch Gehölze. Im Cahnsdorfer Garten bei Familie Schönefeld hebt sich eine Blaue Hechtrose mit ihrem bläulich-purpurnen Laub und den roten Hagebutten von den umgebenden Gehölzen ab.

Gartenbauingenieur Jens Claußnitzer kennt noch mehr Akzent setzende Pflanzen: „Mit farbenfrohem Fruchtschmuck glänzen im Herbst und Winter auch Zieräpfel, Stechpalmen sowie Ber­beritze“, nennt er Beispiele. Claußnitzer hat auf seinem weitläufigen Grundstück in Falkenberg Inseln mit stimmig gruppierten Stauden und Gehölzen auf der großen Wiese angelegt, die auch mit der Trockenheit gut zurechtkommen. „Die Zaubernuss zieht im Frühjahr mit ihrer zeitigen Blüte die Blicke auf sich, im Herbst bietet das Laub mit vielfältigen Orange- und Gelbtönen ein farbiges Spektrum“, sagt Jens Claußnitzer. Seine volle Schönheit entfalte der Zwergspindelstrauch im Herbst, mit rot leuchtendem Laub. Das große Sortiment der Sedum-Arten (Fetthennen) bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten, vor allem an trockenen Standorten. „Attraktiv ist auch Gräserschmuck, er bietet im tief stehenden Licht des Herbstes einen attraktiven Anblick“, so Claußnitzer. Und wer im Frühjahr daran gedacht hat, Zwiebeln von Herbstzeitlosen oder herbstblühenden Krokussen in die Erde zu stecken, kann sich an deren Blütenzauber auf der Herbstwiese erfreuen.

Späte Schönheiten FOTO: Birgit Keilbach