Von Sylvia Kunze

In einer kleinen Kleingartenanlage steht das winzige Vereinshäuschen der Gartensparte „West“ in Falkenberg. Kaum zu glauben, was darin schon alles gekocht, gebacken oder anderweitig zubereitet wurde. Es steht jedenfalls einer Hochglanz-Versuchsküche in nichts nach.

Treibende Kraft ist Ex-Spartenchefin Helma Kaiser. Sie hat Lust am Gärtnern. Und mit ihrem Leitspruch „Liebe geht durch den Magen“ hat sie zumindest in der Nachbarstadt Herzberg in der Sparte „Elsterstrand“ interessierte Mitstreiter an ihre Seite geholt. Auch heute, da sie gemeinsam mit Martina Stein ans Marmeladekochen gehen will.

Die beiden Frauen brauchen gar kein Rezeptbuch dafür zu bemühen. So oft haben sie schon die süßen Früchtchen verarbeitet und die Ergebnisse für gut befunden. Und ohnehin: Alle Rezepte sind ja eh nur Vorschläge, die je nach Gegebenheiten, also Ernteaufkommen im Garten oder persönlichen Vorlieben und Abneigungen, abgewandelt werden können. Das lässt Helma Kaiser gleich zu Beginn der Kochaktion wissen.

Die Zucchini-Beerenmix-Konfitüre, die als Basisrezept dient, muss diesmal abgewandelt werden. Die Stachelbeeren sind schon durch, die Jochelbeeren (eine Kreuzung von Johannis- und Stachelbeere) wachsen in diesem Jahr nicht ausreichend. Stattdessen stehen 300 Gramm Johannisbeer-Mischung, 200 Gramm Himbeeren und 200  Gramm Heidelbeeren zur Verarbeitung bereit. „Das Wichtigste ist, dass die Mischung, in diesem Fall von einem Kilogramm Fruchtmasse und einem Kilogramm Zucker, stimmt“, sagt Martina Stein. Sie greift sich die Zucchini. Für Marmelade oder Konfitüre? „Klar doch“, lachen beide Frauen. „Zucchini passt überall. Wir haben daraus auch schon Likör, Kuchen, Puffer, Brot und viel mehr zubereitet“, berichtet Helma Kaiser. „Zucchini wachsen reichlich. Sie müssen weg und können dank ihres geringen Eigengeschmacks sehr vielfältig verarbeitet werden“, ergänzt Martina Stein.

Vor dem Raspeln des Gemüses, es ist kein so großes und noch recht junges Exemplar und muss deshalb nicht extra noch geschält werden, hat sie eine kleine Kostprobe genommen. „Die ist bei Zucchini immer nötig. Sobald sie bitter schmecken, sind sie nicht mehr genießbar“, warnt sie vor unsachgemäßer Verarbeitung. Das Exemplar, das die Konfitüre voluminös auffüllen soll, ist nicht zu beanstanden. In einem großen Topf finden 300 Gramm Raspelgemüse, die Beeren, Zitrone (wer keine hat, kann auch Zitronensäure verwenden) und Gelierzucker zueinander. Ob dabei im Verhältnis 1:1, 1:2 der 1:3 gearbeitet wird, kommt ganz auf den persönlichen (süßen) Geschmack an.

Während alles gut durchzieht, blicken die Frauen auf ihre langjährige Zusammenarbeit zurück. Helma Kaiser kocht und backt und macht Lust auf das kulinarische Erlebnis Garten schon seit mehr als 20 Jahren.

Sobald die Marmelade ausreichend gekocht hat, kann sie in die bereitgestellten Gläser gefüllt werden.

Bildergalerie Sobald die Marmelade ausreichend gekocht hat, kann sie in die bereitgestellten Gläser gefüllt werden.