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| 11:25 Uhr

Der letzte Schnitt für die Hecke
Eine Wissenschaft für sich

Wie der letzte Heckenschnitt gelingt FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Großräschen . Hecken, Sträucher und Ziergehölze beleben jeden Garten. Doch die Freude daran gibt es nicht umsonst: Auf den richtigen Schnitt kommt es an. Hecken und Sträucher müssen regelmäßig zurückgeschnitten und ausgedünnt werden. Von Peter Aswendt

Hecken gehören zu den interessanten Elementen, um einen Garten zu gliedern und zu gestalten. Ob immergrüne Laub- oder Nadelhecke,  Blüh-Hecken aus Forsythien oder Sträucher wie Flieder: Jede muss nach ihrer Art, aber auch nach den Wünschen des Gartenbesitzers individuell betrachtet werden. Aber neben den Wünschen des Gärtners sind auch gesetzliche Bestimmungen zu beachten.

Kahlschlag nicht erlaubt

Wer seine Sträucher oder Hecken radikal einkürzen möchte, also einen kompletten Rückschnitt macht, der muss sich mit dem Bundesnaturschutzgesetz beschäftigen. In der Vegetationsperiode vom 1. März bis 30. September ist Schonzeit, gilt ein Fäll- und Schnittverbot. Aber: Ein schonender Pflege- und Formschnitt ist jederzeit erlaubt.

  Gartenbauprofi Nico Lebus kontrolliert seine Heckenscheren. Im Vordergrund ist eine Akkuschere, die am besten für den privaten Gebrauch geeignet ist.
Gartenbauprofi Nico Lebus kontrolliert seine Heckenscheren. Im Vordergrund ist eine Akkuschere, die am besten für den privaten Gebrauch geeignet ist. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT

Generell sollten Blüh-Hecken nach ihrer Blüte geschnitten werden – der Fachmann rät einmal im Jahr. Laub- oder Nadelhecken können mehrmals verschnitten werden. Der Profi rät zu zweimal im Jahr.

Gut wässern

Wie und wann man Sträucher oder Hecken verschönert, hängt auch von den klimatischen Verhältnissen ab. „Wir haben heiße und trockene Tage bis in den September hinein“, weiß Gartenbauprofi Frank Lebus, der in Großrä­schen den Familienbetrieb in vierter Generation führt. „Große Hitze beim Schneiden bedeutet für die Pflanze Stress. Sie trocknet an den Schnittflächen aus“, sagt der 56-Jährige. „Das Wichtigste in unserer Gegend ist das sehr gute Bewässern der Hecke oder der Sträucher.“ Da auch im Winter Niederschlag fehlt, ist eine ganzjährige Bewässerung über Sprüh- oder Tropfschläuche von Vorteil. „Viele Pflanzen erfrieren nicht im Winter, sondern vertrocknen, weil die gefrorene Erde keine Feuchtigkeit abgibt“, weiß Nico Lebus, der seit einem Jahr die Lehre als Gärtner für Zierpflanzenbau abgeschlossen hat.

Werkzeug entscheidend

Bevor es an das Heckeschneiden geht, sollte man sich seine Pflanze genau anschauen. Fragen der Höhe oder der Form sind in Ruhe zu klären. Holt man sich ein Gartenbauunternehmen, ist das Vorgespräch wichtig, denn was abgeschnitten ist, ist weg. Bedingt durch die Lage der Bepflanzung, sind auch eventuell die Nachbarn über den Vorgang zu unterrichten.

Legt man selbst Hand an die Hecke oder den Strauch, ist die Auswahl des richtigen Werkzeugs wichtig. Für kleinere Verschönerungen ist die klassische Heckenschere immer noch das beste. Für größere Schnitte empfiehlt der Fachmann eine Akku-Heckenschere: „Diese Heckenscheren sind sehr leicht und man muss nicht das Kabel hinter sich herziehen, und außerdem sind sie umweltschonend und leise“, so der Tipp des Gärtners Nico Lebus. Große und schwere Benzinscheren sind für den Hausgebrauch nicht zu empfehlen: „Die Geräte nutzen wir eher im Landschaftsbau“, so der Gartenbauprofi. Auch die Pflege der Werkzeuge ist wichtig: „Man muss unbedingt eine scharfe Schere einsetzen, denn der Schnitt muss sauber und nicht ausgefranst sein, das ist wichtig für die Versiegelung des Schnitts durch die Pflanze“, stellt Gärtner Nico Lebus klar.

Von unten nach oben

Beim Heckenschnitt sollte generell von unten nach oben geschnitten werden. „Wenn man diese Richtung nicht einhält, dann drückt man Zweige oder Äste beim Schneiden herunter und schneidet sich so Löcher in die Hecke oder Sträucher“, stellt Nico Lebus klar. Auch ist es wichtig, immer erst die Seiten zu schneiden, bevor es an die Krone geht: „Wenn man zuerst oben schneidet, richtet sich die Hecke auf und man kann die Seiten nicht mehr optimal schneiden“, so der Gärtner. Wichtig, egal wo man schneidet, sind ein sicherer Stand und eine Schutzbrille. Auch empfiehlt der Profi Arbeitshandschuhe. Da die Hände schwitzen können, wird das Schneidegerät damit sicherer gehalten. Nicht vergessen: das ausreichende Bewässern nach dem Schneiden.So gepflegt, dankt es der Strauch oder die Hecke mit einem dichten Wuchs.

Beim Kauf beachten

Eine gute Pflege ist aber nur eine Voraussetzung für eine ansehnliche Hecke. Schon der Kauf setzt den Grundstein für eine grüne oder blühende Pracht. „Generell sollte man in eine Baumschule gehen“, meint der Fachmann. Baumarktware muss aber auch nicht schlecht sein. Bei der Topfware kann man davon ausgehen, dass die Wurzeln intakt sind. Bei Ballenware sollte man begutachten, ob ausreichend kleine weiße Wurzeln zu sehen und diese auch nicht vertrocknet sind. Wichtig beim Planen einer Hecke als Grundstücksgrenze oder Sichtschutz: bei der Pflanzung mindestens ein Drittel der geplanten Höhe als Abstand zum Nachbarn nehmen.

Wie der letzte Heckenschnitt gelingt FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT