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Fußball
Wirtschaftsfaktor und Fanartikel: Trikots in der Bundesliga

FOTO: Albia Media
Während im Fußball die aktuelle Saison der Bundesliga auf die Zielgerade geht, wird im Hintergrund bereits wieder über Ausrüster-Verträge für die nächste Spielzeit verhandelt. Die Zeiten, als sich die Bundesligisten fast komplett von Adidas einkleiden ließen, sind längst vorbei. Zwar ist der Sportartikelhersteller noch Ausrüster beim Meisterklub Bayern München, hat aber daneben nur noch Verträge mit dem HSV und Schalke 04.


Um die Werbewirkung, die von Fußballstars auf den Breitensport ausgeht, ist ein hart umkämpfter Wettbewerb zwischen den Ausrüstern entbrannt.

Ausgehend von der Zahl der ausgestatteten Erstliga-Klubs hat Nike derzeit die Nase vorn. Mit Augsburg, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, Wolfsburg, RB Leipzig und der Hertha aus Berlin tragen gleich sechs Vereine Trikots des amerikanischen Konzerns. Der große deutsche Adidas-Konkurrent Puma kommt mit Stuttgart und dem Dortmunder BVB nur noch auf zwei Repräsentanten in der Bundesliga. Ebenso viele Vereine tragen Jako (Hannover 96 und Bayer Leverkusen) beziehungsweise Lotto (Mainz 05 und Hoffenheim). Mit jeweils einem Verein sind Hummel durch den SC Freiburg, Erima mit dem 1. FC Köln sowie Kappa durch Borussia Mönchengladbach vertreten. Schon jetzt ist durchgesickert, dass in der kommenden Saison Schalke 04 zu Umbro als Ausrüster wechselt und so ein weiterer Spieler auf dem Trikotmarkt erscheint.

Millionengeschäft Fußballtrikots vs. Amateursport

Fachleute beziffern die Summe, welche die Bundesliga durch die Ausrüsterverträge erhält, auf etwa 150 Millionen Euro jährlich. Dazu kommen rund 200 Millionen Euro von Sponsoren, die ihre Werbung auf den Trikots platzieren, sowie prozentuale Anteile an den Erlösen durch den Verkauf von Fantrikots. Branchenprimus ist hier einmal mehr Bayern München mit mehr als drei Millionen verkauften Trikots jährlich weltweit, gefolgt von Borussia Dortmund mit mehr als 500.00. Die Bundesligisten berichten unisono von stehenden Verkaufszahlen und höheren Einkünften aus den Ausrüsterverträgen und der Trikotwerbung.

Von Sachen Summen lässt sich im Amateurbereich nur träumen. Dort sind viele Vereine bereits glücklich, wenn ein örtlicher Sponsor einen Satz Trikots stellt. Dennoch gehört auch in den unteren Ligen das Trikot als Sportkleidung und Ausdruck der Verbundenheit mit dem eigenen Team zur absoluten Grundausrüstung. Viel Geld lässt sich dabei sparen, wenn die Trikots im Internet bei Fachhändlern eingekauft werden, wo alle großen Hersteller vertreten sind und die Ausrüstung auf Wunsch auch individuell beflockt oder bedruckt wird. Beispielsweise werden Trikotmodelle der auslaufenden Saison oft mit großem Rabatt angeboten.

Der Fall Aubameyang oder: Frust mit den Trikots

Ein besonders gutes Beispiel für den Irrsinn, den das Geschäft mit den Trikots aus Sicht des Normalbürgers symbolisiert, ist der Dortmunder Publikumsliebling Pierre-Emerick Aubameyang. Bei Tausenden seiner Anhänger dürfte das BVB-Trikot mit der Nummer 17 und seinem Namen noch Weihnachtsgeschenk gewesen sein. Doch plötzlich wechselte Aubameyang im Januar 2018 den Verein - für die Fans ist das Trikot damit zum Sinnbild enttäuschter Zuneigung geworden. Zumindest diese Gefahr droht bei den Trikots der Nationalmannschaft nicht, denn dort sind überraschende Vereinswechsel nicht möglich. Das deutsche Team geht übrigens mit Adidas-Trikots in die Mission Titelverteidigung und hat sich vertraglich bis 2022 an die deutsche Traditionsmarke gebunden.