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Unwetter: So schlecht sind die Deutschen versichert

FOTO: Pixabay CC
Wenn starker Sturm das Dach einreißt oder Keller und Erdgeschoss überflutet, ist das Haus meist nicht mehr bewohnbar – über Nacht. Und als wäre dieser Schock für die Betroffenen nicht groß genug, folgt dann meist noch das finanzielle Fiasko durch Reparaturkosten.

Denn wie eine Umfrage des Finanzdienstleisters Swiss Life Select zeigt, haben viele Deutsche keinen ausreichenden Versicherungsschutz gegen Elementarschäden.

Stürme wüten über Deutschland

Das Zuhause ganz plötzlich zu verlieren: Vor einer solchen persönlichen Katastrophe standen diesen Sommer bereits Tausende von Menschen in Deutschland, als schwere Unwetter über ihre Heimat hinweggefegten.

Im Juli hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) auch für Berlin, Brandenburg und Sachsen heftige Stürme und Starkregen angekündigt. Entgegen der Vorhersagen blieben die Unwetter jedoch aus. Die Feuerwehr der Leistelle Lausitz musste zu keinen wetterbedingten Einsätzen ausrücken.

Anfang August dann wüteten Sturm, Donner und Blitz erneut - diesmal auch im Osten Deutschlands. In unmittelbarer Nähe zu Brandenburg kam es zu einem schweren Unfall. Bei einem Festival in der polnischen Grenzstadt Kostrzyn verletzte ein herabfallender Ast fünf Besucher , einige von ihnen schwer.

Mehrere Tausend Euro finanzielle Belastung

Der durchwachsene Sommer 2017 richtete bereits Sachschäden in Millionenhöhe an. Unerwartet standen Familien ohne Heim da, vor ihnen ein Trümmerhaufen und ein unüberschaubarer Kostenberg.

7.000 Euro können für die Sanierung eines 80 Quadratmeter großen Kellers fällig werden, schätzt der Finanzdienstleister Swiss Life Select . Für ein abgedecktes Dach samt Aufräumkosten (120 Quadratmeter-Haus) zahlen Betroffene demnach etwa 10.000 Euro. Teuer ist auch eine Zwischenunterkunft: Mit 11.000 Euro muss eine vierköpfige Familie rechnen, wenn sie für drei Monate in einem Hotel unterkommt.

Umfrage zeigt: Mehr als zwei Drittel der Deutschen sind nicht abgesichert

Die finanzielle Last, die ein solches Schicksal mit sich bringt, wird erträglicher mit der richtigen Versicherung. Hausrat- und Gebäudeversicherung allein reichen nicht aus, denn sie schließen Elementarschäden nicht mit ein. Schäden durch Starkregen oder Hochwasser sind nur über Zusatzbausteine abgedeckt. Auf diese verzichten die Deutschen jedoch häufig, da sie das Risiko, von Extrem-Wetterereignissen heimgesucht zu werden, für gering halten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die Swiss Life Select bei YouGov Deutschland in Auftrag gegeben hat. Nur 22 Prozent der Befragten schlossen eine Gebäudeversicherung mit einem Zusatzbaustein Elementarschadenversicherung ab. Und lediglich 29 Prozent der Befragten ergänzten ihre Hausratversicherung um diesen Zusatz.