Arbeitsmittel & Bildung

Alle selbst bezahlten Ausgaben im Jahr 2019 für Büroausstattung, Computerequipment und Arbeitskleidung sind absetzbar, wenn sie zu über 90 Prozent beruflich genutzt werden und in der Summe über der Werbungskostenpauschale (1000 Euro) liegen. Waren die ­Arbeitsmittel teurer als 952 Euro brutto (800 Euro netto), sind sie über die Nutzungsdauer anteilig absetzbar. Auch gebraucht gekaufte Arbeitsmittel und selbst getragene Weiterbildungskosten sind absetzbar.

Arbeitszimmer

Miet- und Ausstattungskosten von häuslichen Arbeitszimmern sind pro Jahr bis zur Höhe von 1250 Euro anteilig absetzbar, wenn sie den Mittelpunkt beruflicher Tätigkeit bilden. Eine Arbeitsecke oder der Flurbereich einer Wohnung werden nicht als Arbeitszimmer anerkannt. Jedem Ehegatten oder eingetragenem Partner steht bei gemeinsamer Veranlagung der volle Abzugsbetrag zu. Wer den Arbeitszimmeraufwand erstmals geltend macht, muss mit Beleganforderungen rechnen.

Börsenverluste

Wer sich 2019 durch einen Verkauf an die ­Depotbank von wertlosen Aktien trennt, kann diese realisierten Totalverluste steuermindernd geltend machen (BFH, Az. VIII R 32/16). Depotbanken stellen diese Verluste aufgrund eines älteren Schreibens des Bundesfinanzministeriums bisher aber nicht in den Verlustverrechnungstopf ein. Sie dürfen aber selbst bei fehlender Bank­be-scheinigung in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Das Finanzgericht Rheinland-
Pfalz hat entschieden, dass sogar eine ersatzlose Ausbuchung wertlos gewordener Dividendenpapiere zu abzugsfähigen Verlusten führen kann. Endgültig entscheiden wird aber erst der Bundesfinanzhof (Az. VIII R 5/19). Vergleichbar betroffene Aktionäre sollten unter Bezugnahme auf das anhängige Revisionsverfahren ihre dieses Jahr so realisierten Verluste später in der Steuererklärung 2019 geltend machen.

Doppelter Haushalt

Wer 2019 an seinem auswärtigen Beschäftigungsort eine Zweitwohnung hatte, kann dafür bis zu 1000 Euro monatlich absetzen. Abzugsfähig sind auch Ausgaben für Einrichtung und Garage sowie eine Familienheimfahrt pro Woche (30 Cent je Entfernungskilometer). Wer 2019 eine doppelte Haushaltsführung beendet, aber für die Wohnung am bisherigen Arbeitsplatz noch Miete zahlt, kann die Kosten dennoch absetzen, urteilte das ­Finanzgericht Münster (Az. 7 K 57/18 E).

Ehrenämter

Im Jahr 2019 erzielte Einnahmen aus nebenberuflicher Tätigkeit als Übungsleiter, etwa als Dozent, Pfleger oder Erzieher, sind bis zum Gesamtbetrag von 2400 Euro pro Jahr steuerfrei. Verluste, die in Zusammenhang mit der Tätigkeit als Übungsleiter stehen, sind auch dann verrechenbar, wenn entsprechende Einnahmen den Übungsleiterfreibetrag nicht übersteigen, urteilte unlängst der Bundesfinanzhof (Az. VIII R 17/16). Zahlungen können entsprechend „getimt“ werden.

Fahrtkosten

Pendler können im Jahr 2019 ge­tätigte Fahrten und Fußwege zur ersten Arbeitsstätte pauschal mit 30 Cent je Entfernungskilometer absetzen, grundsätzlich aber höchstens 4500 Euro. Das lohnt sich ohne anderweitige Werbungskosten ab 15 Kilometer Arbeitsweg. Höhere Kosten wer­den nur bei entsprechenden Nachweisen, etwa für Bahntickets, anerkannt. Der Fiskus erachtet bei Fünf­tage­wochen 230 Arbeitstage pro Jahr, bei Sechs­tage­wochen 270 als glaubhaft.

Freistellungsaufträge

Depotbanken müssen für Fondskunden zum 2. Januar 2020 wieder die sogenannte Vorabpauschale an den Fiskus abführen. Die vorweggenommene Besteuerung von Wert­steigerungen betrifft thesaurierende und ausschüttende Fonds, die Erträge nicht vollständig auskehren. Betroffene Anleger sollten Freistellungsaufträge (maximal 801 Euro Alleinstehende, maximal 1602 Euro zusammen Veranlagte) vor Jahresende anpassen.

Familienverträge

Wer Wohnimmobilien an Angehö­rige ver­mietet, muss mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Mie­te verlangen, um Werbungskosten wie Kreditzinsen und Renovierungsausgaben voll absetzen zu können. Maßstab für die Anerken­nung ist die für eine vergleichbare Wohnung erzielbare Kaltmiete plus umlagefähige Nebenkosten. Eine Vermietung der halben Woh­nung an den Lebenspartner wird aber nicht anerkannt (Finanzgericht ­Baden­ Württemberg (Az. 1 K 699/19).

Firmenwagen

Kosten für den Winterreifenwechsel und das Einlagern von Sommer­reifen bei einer Werkstatt können Selbstständige als Be-triebs­ausgaben absetzen. Dage­gen sind Vollzeitdienstautos für Minijobs von Unternehmer­ehe­frauen steuerlich nicht anzuer­kennen, ­urteilte der BFH (Az. X R 44/17; X R 45/17). Garagenkosten mindern bei ­Arbeitnehmern zudem nicht den geldwerten Vorteil für Dienstwagen (Finanzgericht Münster (Az. 10 K 2990/17).

Geschenke

Wer als Selbstständiger oder Gewerbetreibender im Jahr 2019 Ge­schäftsfreunde beschenkt, kann grundsätzlich Präsente bis zum Preis von 35 Euro als Betriebsausgaben abziehen. Kosten sie mehr, sind sie nur absetzbar, wenn die Empfänger diese für ihre beruflichen Aktivitäten nutzen können. Bei teureren Gaben ist es ratsam, als Nachweis die Rechnung zusammen mit Geschäftsunterlagen aufzubewahren.

Gesundheitskosten

Wer als Berufstätiger oder steuer­pflichtiger Ruheständler die von Krankenkassen nicht erstatteten Kosten für Gesund­heitsausgaben – etwa Zahnersatz, Brillen, Medikamente, Fahrten zu Arztpraxen – in der Summe bün­delt, kann diese in vielen Fällen als außergewöhnliche Belastung absetzen.