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| 15:38 Uhr

RUNDSCHAU-Serie Steuern sparen
Die Steuererklärung ist eine Bringepflicht

 Unsere regionalen Steuerexperten live erleben konnten Gäste des großen LR-Steuerforums am Donnerstagabend im Medienhaus der Lausitzer Rundschau. Hier in Aktion Steuerberater Jens Enke aus Herzberg beim Thema Erbschaft- und Schenkungsteuer.
Unsere regionalen Steuerexperten live erleben konnten Gäste des großen LR-Steuerforums am Donnerstagabend im Medienhaus der Lausitzer Rundschau. Hier in Aktion Steuerberater Jens Enke aus Herzberg beim Thema Erbschaft- und Schenkungsteuer. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus . Zum Thema Einkommensteuererklärung 2018 konnten Sie beim LR-Steuerforum und per E-Mail Ihre Fragen an unsere regionalen Steuerxperten stellen. Heute veröffentlichen wir Teil 1 der häufigsten Fragen und die Antworten der Steuerberater darauf. Teil 2 lesen Sie am kommenden Samstag, 30. März, in der Lausitzer Rundschau.

Wir sind Rentner und haben seit einigen Jahren keine Steuererklärung mehr abgeben müssen. Gibt uns das Finanzamt Bescheid, wenn wieder eine Steuererklärung fällig wäre, zum Beispiel nach einer Rentenerhöhung, oder müssen wir uns persönlich melden?

Dirk Rosenbaum, Steuerberater aus Cottbus: Die Einkommensteuererklärung ist eine Bringeschuld, das heißt, sie sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Auch wenn Sie unsicher sind, ob Sie als Rentner nun doch in die Steuerpflicht kommen, lohnt es sich eine Steuererklärung abzugeben. Sollte sich herausstellen, dass Sie keine Steuern zahlen müssen, stellt Ihnen das Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung aus. Dazu müssen Sie jedoch erst einmal eine Steuererklärung abgeben.

 Unsere regionalen Steuerexperten live erleben konnten Gäste des großen LR-Steuerforums am Donnerstagabend  im Medienhaus der Lausitzer Rundschau. Viel gefragt war  Steuerberater Dirk Rosenbaum aus Cottbus zum Thema Rente und Steuern.
Unsere regionalen Steuerexperten live erleben konnten Gäste des großen LR-Steuerforums am Donnerstagabend im Medienhaus der Lausitzer Rundschau. Viel gefragt war Steuerberater Dirk Rosenbaum aus Cottbus zum Thema Rente und Steuern. FOTO: Frank Hammerschmidt

Ich bin Rentner und verdiene mir sporadisch etwas dazu. Muss ich das in der Steuererklärung eintragen und wenn ja, an welcher Stelle?

Martina Ehmke, Steuerberaterin aus Schwarzheide: Hinzuverdienste aus Arbeitnehmertätigkeiten von maximal 450,00 Euro monatlich auch wenn sie unregelmäßig sind, können bei der Ermittlung der Einkünfte in der Steuererklärung unberücksichtigt bleiben, wenn die Arbeitgeber alle notwendigen pauschalen Abgaben an die zuständigen Behörden leisten. Sollten Lohnsteuerbescheinigungen über die Hinzuverdienste vorliegen, aus denen hervorgeht, dass keine oder nicht alle pauschalen Abgaben geleistet wurden, dann sind die Hinzuverdienste in der Einkommensteuererklärung mit anzugeben.

Darf ich einer Bekannten beim Erstellen der Steuererklärung behilflich sein und diese für sie per Elster verschicken?

Dirk Rosenbaum, Steuerberateraus Cottbus: Hilfe bei Freunden und Bekannten ist gern gesehen, aber nicht in Steuersachen. Bei unerlaubter Hilfeleistung in Steuersachen ist das sehr kritisch. Das Steuerberatungsgesetz hat hierfür klare Regelungen geschaffen. Unentgeltlich helfen dürfen Sie nur Ihren nahen Angehörigen, geschäftsmäßig dürfen nur Lohnsteuerhilfevereine gegenüber Ihren Mitgliedern tätig werden, ebenfalls Steuerberater und Rechtsanwälte. Bei Zuwiderhandlungen drohen bis zu 5000 Euro Strafe.

Seit 2014 müssen wir für unser Wochenendgrundstück Zweitwohnungssteuer zahlen, obwohl wir dort gar nicht wohnen dürfen und uns auch nicht als ständigen Wohnsitz anmelden dürfen. Durch unsere geringe Rente haben wir vom Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung. Müssen wir trotzdem zahlen und ist das alles rechtens?

Jens Enke, Steuerberater aus Herzberg: Die Zweitwohnungssteuer ist eine kommunale Steuer, die eine Gemeinde per Satzung erheben kann. Die Brandenburger Kommunalverfassung ist die Ermächtigung für die Gemeinde, diese Satzung zu erlassen. In der Satzung muss genau definiert und festgelegt sein, was als Zweitwohnung gilt. Die tatsächlichen Verhältnisse des Bungalows müssen deshalb nach den Kriterien der Satzung geprüft werden. Zu prüfen ist auch, ob in der Satzung eine Steuerbefreiung wegen geringer Einkünfte vorgesehen ist. Ist dies nicht der Fall, kann nur ein begründeter Antrag auf Erlass gestellt werden.

Können wir Bereitstellungszinsen, die unsererseits unverschuldet angefallen sind, in unserer Steuererklärung zum Abzug bringen?

Martina Ehmke, Steuerberaterin aus Schwarzheide: Darlehenskosten können nicht als Anschaffungskosten von selbstgenutztem Wohneigentum angesetzt werden. Eine Möglichkeit, dennoch einen Teil der Darlehenskosten steuerlich geltend zu machen, wäre im Bereich des Werbungskostenabzuges - zum Beispiel bei vorliegenden Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit, wenn ein Teil des selbstgenutzten Wohneigentum auch als Arbeitszimmer genutzt werden muss. Die Notwendigkeit, solche Räume zu unterhalten, muss geprüft werden. Es darf zum Beispiel kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stehen und das selbstgenutzte Wohneigentum muss auch groß genug für den Ansatz eines Arbeitszimmers sein. Diese Notwendigkeit sollte im Zweifelsfalle zum Beispiel durch den Arbeitgeber bestätigt werden können.

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