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| 10:49 Uhr

RUNDSCHAU-Serie Steuern sparen
Höhere Freibeträge und Zulagen helfen Steuern sparen

 Zugegeben, der Papierkram macht eine Steuererklärung für viele lästig. Die Aussicht auf die Erstattung kann aber wiederum für Freude sorgen. Foto. dpa
Zugegeben, der Papierkram macht eine Steuererklärung für viele lästig. Die Aussicht auf die Erstattung kann aber wiederum für Freude sorgen. Foto. dpa FOTO: dpa-tmn / Christin Klose
Cottbus . Wer Freibeträge richtig ausschöpft, muss weniger Steuern zahlen - doch dabei ist einiges zu beachten. Von Beate Möschl

Mehr Zeit, aber nicht unbedingt weniger Last haben Steuerzahler bei der Abgabe der Einkommensteuererklärung für 2018. Das vergangene Jahr hat eine Reihe von Veränderungen gebracht, die sie kennen und beachten sollten:

Grundfreibetrag: Das steuerfreie Existenzminimum ist um 180 Euro auf 9000 Euro pro Person und Jahr gestiegen. Für Ehe- und Lebenspartner, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, gilt der doppelte Betrag. Bis zur Höhe dieses Einkommens müssen überhaupt keine Steuern gezahlt werden. Außerdem wurde der Steuertarif zum Abbau der „kalten Progression“ leicht verändert. Beide Änderungen verringern die jährliche Steuerbelastung etwas.

Freibeträge und Kindergeld: Der steuerliche Kinderfreibetrag für zusammen veranlagte Ehegatten für das Jahr 2018 liegt bei 4788 Euro. Auch das Kindergeld wurde pro Kind und Monat um zwei Euro auf 194 Euro angehoben sowie für das dritte Kind auf 200, für das vierte und jedes weitere Kind auf 225 Euro. Seit Beginn des Jahres 2019 gelten ein höherer Grundfreibetrag (9168 Euro) und höhere Kinderfreibeträge (7620 Euro). Diese werden erst 2020 wirksam mit der Abgabe der Einkommensteuererklärung für 2019. Auch der Steuertarif wird wieder angepasst. Zu einer wirklichen Entlastung führt das nicht, kritisieren Lausitzer Steuerberater.

„Weder die Anhebung der Kinderfreibeträge beziehungsweise des Kindergeldes noch die jährlich Anhebung des Grundfreibetrages können die inflationsbedingte ‚kalte Progression’ ausgleichen. Bei Arbeitnehmern kommen zur steuerlichen Belastung noch die Sozialversicherungsbeiträge oben drauf. Hier steigen jährlich die Beitragsbemessungsgrenzen in allen Zweigen der Sozialversicherung, deren Hälfte durch den Arbeitgeber-Anteil zum Anlagevermögen steuerfrei hinzu gezahlt wird. Trotzdem sind es immer noch rund 20 Prozent, die beim Arbeitnehmer abgezogen werden“, erläutert der Cottbuser Steuerberater Dirk Rosenbaum.

Ruheständler: Seit der Neuregelung der Rentenbesteuerung zum 1. Januar 2005 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz seiner Rente versteuern. Lag der steuerpflichtige Rentenanteil 2005 noch bei 50 Prozent, müssen alle, die im Jahr 2018 in Rente gegangen sind, 76 Prozent ihrer jährlichen Altersrente versteuern. Der Anteil bleibt zwar für die Dauer des Rentenbezuges gleich, die jährlichen Rentenerhöhungen aber fallen steuerlich zu 100 Prozent ins Gewicht. Darauf macht Martina Ehmke von der Ehmke & Ehmke Treuhand Niederlausitz GmbH Steuerberatungsgesellschaft in Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) aufmerksam: „Jede Erhöhung wird immer zum aktuellen persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.“ Der Durchschnittssteuersatz für das gesamte persönliche Jahreseinkommen greift aufgrund des Grundfreibetrages im Veranlagungsjahr 2018 erst ab 9000 Euro (Alleinstehende). Beispiel: Bei einem Jahreseinkommen von 9400 Euro beträgt der Durchschnittssteuersatz für Alleinstehende ein Prozent. Bei einem Jahreseinkommen von 14 000 Euro steigt der Satz auf sieben Prozent (Alleinstehende).

Altersvorsorge: Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, berufliche Versorgungswerke oder Rürup-Verträge werden 2018 bis zu 23 712 Euro berücksichtigt, das sind 350 Euro mehr als im Vorjahr. Berücksichtigt werden dabei allerdings auch die Arbeitgeberbeiträge. Darauf macht der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BVL) aufmerksam. Arbeitnehmer, die eine betriebliche Altersversorgung nutzen, konnten 2018 mehr Lohn steuerfrei einzahlen und so ihre Steuerbelastung insgesamt mindern.

Die höhere Grundzulage von 175 Euro für Riester-Renten indes kommt nicht allen zu Gute. Wer die Riesterbeiträge in seiner Steuererklärung geltend macht, profitiert von der Anhebung nicht. Die Zulage wird in voller Höhe auf den Steuervorteil angerechnet, informiert der BVL und rät: Weil die Riesterzulage auch auf den erforderlichen Mindestbeitrag und auf den eigenen Höchstbeitrag angerechnet wird, sollte die Höhe der eigenen Einzahlungen Jahr überprüft werden.

(mit dpa)

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