ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 08:29 Uhr

Finanzierung
Schuldenfalle Sofortkredit: Deutsche kaufen sich schnell etwas auf Pump

FOTO: pixabay / mohamed_hassan
Ein neues Auto, die Traumhochzeit, das neuste Handy oder eine Fernreise: Die Welt liegt voller Möglichkeiten und attraktiven Verführungen die meist nur eins gemeinsam haben: Sie kosten viel Geld!

Kommt dann noch eine Nachzahlung für Energiekosten oder eine kaputte Waschmaschine hinzu, kann es schnell rot werden auf dem Girokonto, obwohl das Gehalt gerade erst überwiesen wurde. Ist am Ende vom Geld noch so viel Monat da, ist die Überlegung, sich Geld zu leihen schnell da. Eine Vielzahl an Anbietern lockt mit einem Sofortkredit innerhalb von zwei Minuten und ohne Schufa-Eintrag. Was vorher unmöglich erschien, ist plötzlich bezahlbar: Urlaub oder teurer Fernseher auf Pump erfüllen eben auch ihren Zweck, oder?


Ein Kredit ist doch nicht so schlimm, oder?


Der Umgang mit den eigenen Finanzen ist eine wichtige Alltagskomptenz. Eigentlich verwunderlich, dass es hierfür kein Schulfach gibt. Das Ergebnis ist daher kaum verwunderlich: Gerade junge Menschen können kaum bis gar nicht einschätzen, was sie sich leisten können, welche Schulden vertretbar sind und wann eine Überschuldung mit Zahlungsunfähigkeit droht.
Mahn- und Inkassogebühren sind nicht selten die Folge und lassen den Schuldenberg zusätzlich ansteigen. Der längst vergangene Urlaub ist dann jedoch bereits vergessen und das Handy schon lange nicht mehr das aller Neuste.


Welche Arten von Schulden gibt es?


Schulden sind nicht gleich Schulden. Schließt man einen Sofortkredit ab, ist ein Vertrag Grundlage für die Schulden. Wie diese zurückgezahlt werden, ist meist auch in dem Vertrag geregelt. Anders verhält es sich bei Schulden, die durch nicht bezahlte Rechnungen entstehen. Hinzu kommen Schulden, die schnell existenzbedrohend werden können und bei Nichtzahlung direkten Einfluss auf das alltägliche Leben haben können. Zu diesen sogenannten Primärschulden zählen Mietschulden und Rückstände bei Strom- und Gasversorgern sowie Geldstrafen und Bußgelder. Betroffene sollten in solchen Fällen schnell selbst aktiv werden.

Ein sehr bequemer Kredit ist der Dispokredit, der zu vielen Girokonten dazugehört und je nach Gehaltsgröße von der Bank eingeräumt wird. Ein Leben "auf Pump" zeichnet sich durch ein Konto aus, dass von Monat zu Monat einen Dispo, also ein Minus, aufweist. Können Betroffene diesen Betrag nicht abbauen, drohen weitere Schulden, denn der Dispokredit ist nicht nur sehr bequem, sondern auch eine der teuersten Möglichkeiten, Geld auszugeben, das man nicht hat.

Konsumkredite, Nullprozentfinanzierung und Ratenzahlung sind verlockende Angebote, doch etwas zu kaufen, was man sich nicht leisten kann. Berufsanfänger oder befristet angestellte Arbeitnehmer überschätzen sich und ihre Zahlungsfähigkeit bei solchen Angeboten häufig.


Der richtige Umgang mit Krediten


Spricht man über den richtigen Umgang mit Krediten spielt auch der richtige Umgang mit Geld eine wesentliche Rolle: Immerhin sind auch die meisten Eigenheime auf eine Finanzierung angewiesen.
Geht es um Konsumgüter sollte generell gelten: Nichts kaufen, was man sich nicht leisten kann. Für Notfälle, wenn zum Beispiel die Waschmaschine kaputtgeht, ist es ratsam, auf einem Sparkonto Geld zurückzulegen, auf das dann zurückgegriffen werden kann. Ist doch der Abschluss eines Kredites notwendig, empfiehlt sich unter Umständen der Abschluss einer sogenannten Ratenausfallversicherung, die im Ernstfall eine oder mehrere fällige Raten übernimmt.
Kreditnehmer sollten immer auch das "Kleingedruckte" lesen: Meist scheint die Anfangsrate bezahlbar, jedoch kann es bei größeren Krediten vorkommen, dass die Raten entweder immer höher ansteigen oder eine nicht unwesentliche Restrate zu zahlen ist.