Auch im Ruhestand haben Steuerzahler keine Ruhe vor dem Finanzamt. Denn Rentner müssen oft eine Steuererklärung abgeben, erklärt die Bundessteuerberaterkammer. Erforderlich ist eine Steuererklärung, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte über dem Grundfreibetrag für Einkommenssteuerpflichtige liegt.

Was ist der Grundfreibetrag?

Das ist der Minimalbetrag, den der Staat nicht antastet. Für das Steuerjahr 2018 hat der Gesetzgeber den Grundfreibetrag um 180 Euro auf 9000 Euro angehoben. Seit dem 1. Januar 2019 ist der Grundfreibetrag um 168 Euro von 9000 auf 9168 Euro gestiegen. Diese Erhöhung wird bei der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2019 berücksichtigt.

Wie hoch ist der steuerpflichtige Teil der gesetzlichen Rente?

Beziehen Rentner ausschließlich eine gesetzliche Rente, teilt sich diese in einen steuerfreien und einen steuerpflichtigen Teil auf. Der steuerfreie Teil richtet sich nach dem Jahr des Renteneintritts und sinkt stetig von Jahr zu Jahr. Während für Neurentner im Jahr 2005 noch 50 Prozent der Jahresbruttorente steuerfrei waren, wird die Rente für Neurentner ab 2040 voll zu versteuern sein. 2018 beträgt der steuerfreie Teil der Rente noch 24 Prozent.

Was zählt neben der gesetzlichen Rente noch als Einkünfte?

Haben Rentner weitere Einkünfte, sind diese dem steuerpflichtigen Anteil der Rente hinzuzurechnen. Dies sind etwa Einkünfte aus privater und/oder betrieblicher Altersversorgung, aus selbstständiger Arbeit, aus Vermietung oder aus Kapitalvermögen. Eine Ausnahme gilt für Minijobs: Bis zu 450 Euro dürfen Rentner hinzu verdienen, ohne dass darauf Steuern zu zahlen sind, erklärt der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Was ist der persönliche Einkommensteuersatz und wie ist er gestaffelt?

Der persönliche Steuersatz ist der Durchschnittssteuersatz für die gesamten individuellen, anrechnungsfähigen Einkünfte. Er unterscheidet sich nach Steuerklasse und Familiensituation. Die Lohnsteuerhilfe macht das am folgendem Beispiel deutlich:

Ein Single hat im Jahr 2018 insgesamt 30 000 Euro verdient und 5348 Euro Einkommensteuer bezahlt. Der persönliche Steuersatz errechnet sich mit folgender Formel:

5348 Euro x 100 / 30 00 Euro = 17,83 Prozent.

Der Gesetzgeber hat Steuertabellen erstellt, die einen schnellen Überblick über verschiedene Steuerbeträge geben, die in den Steuerklassen und bei verschiedenen Familien- und Angestelltenverhältnissen gezahlt werden müssen. Darauf macht Steuerberaterin Martina Ehmke von der Ehmke & Ehmke Treuhand Niederlausitz GmbH, Schwarzheide, aufmerksam. Die Tabellen sind im Internet zu finden unter dem Stichwort Einkommensteuertabellen. Alleinstehende orientieren sich an der Grundtabelle, zusammen veranlagte Paare an der Splittingtabelle.

Welche Ausgaben können Rentner steuermindernd geltend machen?

Gut zu wissen: Die Verpflichtung eine Steuererklärung abzugeben, bedeutet nicht, dass tatsächlich Steuern anfallen. Denn auch Rentner können Ausgaben steuermindernd absetzen. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung oder Beiträge zur privaten Zahnzusatz- oder Haftpflichtversicherung können zum Beispiel als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Auch Werbungskosten können sie geltend machen und außergewöhnliche Belastungen. Wer sich mit Fragen an Steuerexperten oder Lohnsteuerhilfevereine wendet, ist gut beraten. Auch die Finanzämter geben Auskunft.

(mit dpa)

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