| 10:42 Uhr

Ratgeber Steuerklärung: Wie Azubis und Studenten ihre Steuerschuld senken

FOTO: janeb13 | pixabay.com
Während der Ausbildung beziehungsweise des Studiums ist das Geld oft knapp. Wohnung, Verpflegung und Transportmittel stellen drei zentrale Posten dar, die die Haushaltskasse massiv belasten.

Mit Steuertipps können Studenten und Auszubildende zumindest ihre Steuerschuld gegenüber dem Finanzamt mindern. Das Sparpotenzial ist nicht zu unterschätzen. Die folgende Liste macht auf einige wesentliche Ausgaben aufmerksam, die sich auf die Steuererklärung günstig auswirken.

Miete und Nebenkosten

Die Miete kann unter bestimmten Umständen steuerliche Vorteile einbringen. Die einfachste Möglichkeit besteht darin diese als Sonderausgaben in die Steuerklärung aufzunehmen. Das geht allerdings nur, wenn es sich bei Studium oder Ausbildung um die Erstausbildung handelt und neben der auswärtigen Unterbringung (Beispiel Studentenzimmer) am Studienort ein anderer Wohnsitz regelmäßig besucht wird. Werden diese Sonderausgaben vom Finanzamt anerkannt, fallen auch Nebenkosten und andere mit der Unterbringung verbundene Ausgaben darunter.

Fahrtkosten: Reisekosten oder Pendlerpauschale

Müssen öffentliche Verkehrsmittel oder ein eigenes Auto genutzt werden, um in die Universität, Berufsschule oder betriebliche Ausbildungsstätte zu gelangen, kann das eine enorme finanzielle Belastung sein. Diese Fahrtkosten sind jedoch von der Steuer absetzbar. Ob die Fahrtkosten in Form der Pendlerpauschale (30 Cent pro Kilometer, einfache Fahrt) oder als Reisekosten (30 Cent pro gefahrenem Kilometer) angewandt werden, lässt sich nicht pauschal beantworten. Der normale Vollzeitstudent kann seine Fahrtkosen zwischen Wohnung und Hochschule als Pendlerpauschale, auch Entfernungspauschale genannt, steuerlich geltend machen. Bei einem dualen Vollzeitstudium ist stattdessen der Arbeitsvertrag entscheidend. Die Entfernungspauschale gilt hier, wenn der Arbeitgeber den Betrieb als erste Tätigkeitsstätte deklariert. Im herkömmlichen Teilzeitstudium sowie einem Fernstudium in Teilzeit dürfen Studenten ihre Fahrten zur Hochschule als Reisekosten absetzen und somit jeden gefahrenen Kilometer angeben.

Die berufsbildende Schule (BBS) gilt als auswärtige Tätigkeitsstätte, weshalb Azubis ihre Fahrtkosten als Reisekosten geltend machen dürfen. "Auch wenn deine Ausbildung an der BBS ausnahmsweise als Blockunterricht zusammenhängend stattfindet, zum Beispiel für vier Monate am Stück, kannst du die Kosten als Reisekosten für die gesamte Dauer absetzen. Auch Reisenebenkosten und gegebenenfalls Übernachtungskosten erkennt das Finanzamt an", fügt der Lohnsteuerhilfeverein VLH online in einem Fahrtkostenratgeber hinzu. Ist der Ausbildungsbetrieb im Ausbildungsvertrag als erste Arbeitsstätte angegeben, greift die Pendlerpauschale und Azubis dürfen nur den einfachen Fahrtweg absetzen. Sollte stattdessen die Berufsschule als erste Arbeitsstätte festgelegt sein, verhält es sich umgekehrt.

Kommt es während der Ausbildung zu zusätzlichen Schulungen oder Lehrgängen, sind auch diese Fahrten als Reisekosten steuerlich relevant. Nicht zu vergessen die Ausgaben, die Auszubildenden oder Studenten für das Besuchen von priv aten Arbeits- und Lerngemeinsachten entstehen.

Reise, Verpflegung und Übernachtung

Werden Studenten beziehungsweise Auszubildende mit Extrakosten wegen Praktika, Exkursionen, Auslandsaufenthalten oder Studienreisen konfrontiert, sind auch diese Beträge steuerlich absetzbar. Kosten für An- und Abreise, Übernachtungen sowie Verpflegung sind davon betroffen.

Gebühren und Zinsen

Egal ob Gebühren für das Studium, Prüfungen, Zulassungen oder Lehrgänge: Derartige Ausgaben lassen sich steuerlich geltend machen. Gleiches gilt für Zinsen bei Bildungsdarlehen, wie zum Beispiel Studienkredite der KfW und BAföG.

Ausbildungsmaterialien

Sämtliche Lehrmaterialien, die während des Studiums oder einer Ausbildung aus eigener Tasche gezahlt werden müssen, sollten bei der Steuererklärung Erwähnung finden. Dazu gehören nicht nur Fachbücher, sondern auch alle nötigen Arbeitsmittel wie Taschenrechner, Laptop, Stifte oder ähnliches. Auch Ausgaben für ein Arbeitszimmer spielen bei der Steuererklärung eine Rolle.

Portokosten

Bei einem Fernstudium ist es üblich, dass regelmäßig Post an die Hochschule versandt werden muss, um Unterrichtsmaterialien und Arbeiten vorzulegen. Die Kosten für Briefmarken wirken sich steuermindernd aus. Deshalb unbedingt Belege aufbewahren! Dies trifft gleichermaßen auf das Präsenzstudium oder die duale Berufsausbildung zu.

"Ob sich die Abgabe einer Einkommensteuererklärung beim Finanzamt für Auszubildende lohnt, hängt davon ab, ob der Arbeitgeber in diesem Jahr Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ans Finanzamt abgeführt hat", erklärt die Deutsche Handwerks Zeitung online . Sollte das nicht der Fall sein, wäre eine Einkommensteuererklärung nicht notwendig. Sobald jedoch Steuern gezahlt wurden, ist die Abgabe sinnvoll, da eine vollständige Erstattung üblich ist. Um sich den Arbeitsaufwand zu erleichtern, können Studenten und Azubis auf die vereinfachte Einkommensteuererklärung mit nur zwei Seiten zurückgreifen.

Hinweis:
Weiterführende Beiträge zum Thema Steuererklärung sind unserem Artikelarchiv zu entnehmen.