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| 08:50 Uhr

Einzelhandel vs. Onlinehandel
Onlinehandel – Segen und Fluch zugleich

FOTO: pixabay / hpgruesen
Im vergangenen Jahr 2017 wurde im Onlinehandel ein Umsatz von rund 62 Milliarden Euro gemacht. Damit konnte der Onlinehandel eine erneute Umsatzsteigerung vorlegen. Besonders in den Bereichen des Textil- und Elektronikhandels wurden die größten Umsätze und Umsatzsteigerungen verbucht. Aber auch der Handel mit Haushaltswaren und Lebensmitteln konnte eine deutliche Wachstumssteigerung spüren.

In all diesen freudigen Nachrichten werden aber auch kritische Stimmen laut, die den Onlinehandel mit vielen Problemen verbunden sehen. So warnt der Verband der Einzelhändler, dass durch den vermehrten Onlinehandel Umsatz fehle, vor allem bei den kleinen Unternehmen. So gehe auch die Schere zwischen großen und kleinen Einzelhändlern immer weiter auseinander.

Einzelhandel muss nachlegen

Die Onlinehändler und viele Wirtschaftsexperten entgegnen den Einzelhändlern, sie hätten den Wandel der Zeit nicht rechtzeitig erkannt, also schlichtweg verschlafen. Dabei mangelt es nicht zwingend an Beratungspersonal, sondern an flexibleren Angeboten. So liefert der Onlinehandel die Ware bis vor die Haustür, beim Einzelhandel muss immer noch das Geschäft aufgesucht werden. So wünscht sich ein Teil der Bevölkerung, dass auch Einzelhändler die Ware nach Hause verschicken könnten, sollte die richtige Größe nicht im Geschäft vorhanden oder das Produkt ausverkauft sein. Viele Kunden wünschen sich auch ein Onlineangebot, dass sie im Geschäft abholen können.

Der Einzelhandel muss seine oft starren Strukturen umwandeln und mehr auf den Kunden zugehen. Was viele kleine Händler bereits erfolgreich gelernt haben, ist bei mittelgroßen Betrieben meist noch mit der Lupe zu suchen. Getränke anzubieten oder Kekse gehört in vielen Ländern zum guten Kundenservice dazu, in unseren Breiten scheint das Wohl bei den Einzelhändlern von nicht allzu großer Bedeutung zu sein. Dabei kann Kundenbindung doch so wichtig sein. Wichtig ist es darüber hinaus auf junge Kunden zuzugehen. Denn diese Personengruppe verlieren die Einzelhändler immer mehr an das Internet.

Das Klagen der Versandunternehmen (und der Paketboten)

Eigentlich sollten sich die Versandunternehmen freuen, denn mit steigendem Umsatz im Onlinehandel, steigt auch ihr eigener Umsatz. Jedoch steigt auch die Auslastung der Paketzentren, welche nur über begrenzte Kapazitäten verfügen. Dass die Versandunternehmen dabei besonders zu Ostern und Weihnachten ausgelastet sind, ist kein Geheimnis und auch nichts Neues. Dass aber ein Paketlimit für Unternehmen eingeführt werden muss, zeigt, unter welchen enormen Leistungsdruck nicht nur die Versandunternehmen stehen, sondern auch die Paketboten, die Millionen von Paketen während der Stoßzeiten ausliefern müssen. Besonders zu Weihnachten ist es daher zur Einstellung befristeter Paketboten gekommen.

Mit wachsendem Onlinehandel werden sich die Versandunternehmen etwas Neues einfallen lassen, um den enormen Ansturm an Paketen noch bewältigen zu können. Während einige den Bau neuer Paketzentren und die Einstellung neuer Paketboten als sinnvollste Lösung sehen, meinen andere, dass das ganze System einen Umbruch braucht. So hat bereits die Post einen Modellversuch gestartet und in einigen Städten die Zustellung auf 3 Tage die Woche begrenzt. Die Ergebnisse hierzu stehen noch aus, doch die Zukunft geht wohl in diese Richtung. Auch der Ausbau von Paketstationen ist eine logische Schlussfolgerung der steigenden Paketzahlen. Das Problem sind nämlich nicht zwingend die Pakete, sondern die komfortable Zustellung. Hierzu antworteten Befragte aber teilweise, dass sie für die Heimzustellung extra zahlen würden. Immerhin kann man auf Seiten, wie https://sendungsverfolgung-online.com/ das Paket verfolgen und so zumindest einschätzen, wann es kommt.

Was bringt die Zukunft?

Der gesellschaftliche Wandel, der wirtschaftliche Strukturwandel und das Städtewachstum werden in Zukunft Veränderungen mit sich bringen. In vielen kleinen Städten werden Geschäfte schließen müssen. In größeren Städten besteht die Hoffnung, dass die Einzelhändler ihre Unternehmensstrukturen ändern und so den Untergang der klassischen Geschäfte und Fußgängermeilen verhindern. Aber auch in kleinen Städten verbünden sich die Einzelhändler immer mehr und schmieden teils interessante Allianzen, beispielsweise mit Taxiunternehmen. Diese können die Ware dann auf dem Weg zum Kunden abliefern, sofern es auf dem Weg liegt. Solche Ideen können den Einzelhandel attraktiver machen und branchenübergreifend Perspektiven schaffen und so langfristig für den Erhalt des Einzelhandels stehen.